Test X-Men Destiny: Ein neuer Mutant ist in der Stadt

von Gerd Schüle (16. November 2011)

Im September 1963 erschufen Stan Lee und Jack Kibry die X-Men. Comics über Mutanten mit Superkräften. Ihr neustes Abenteuer erlebt ihr in X-Men Destiny.

Das Spiels erzählt seine Geschichte über Standbilder und Texttafeln.Das Spiels erzählt seine Geschichte über Standbilder und Texttafeln.

Der Anführer der X-Men, Charles Xavier, ist tot. Ihm zu Ehren findet eine Gedenkfeier statt, die jäh unterbrochen wird. Wer steckt hinter den Anschlägen? Magneto, ebenfalls ein sehr mächtiger Mutant? Oder die Purifier, die sämtliche Mutanten verabscheuen und vernichten möchten.

Die Geschichte des Spiels ist verwickelt und schwer nachvollziehbar, sofern ihr nicht ein Kenner der Comic-Figuren seid. Weniger kompliziert, ja sogar eher recht eintönig, ist dagegen das Spielprinzip von X-Men - Destiny.

Die Missionsziele bestehen meistens darin, jemanden oder etwas zu suchen. Die Ziele seht ihr als Ausrufezeichen auf der Karte. Auf dem Weg dahin verprügelt oder beschießt ihr jede Menge langweiliger Standardgegner. Abwechslung ist Mangelware, sowohl bei der Aufgabenstellung, den Gegnern und im Grunde auch beim Kampfsystem.

Ein unbekannter Held entsteht

Gleich am Anfang von X-Men: Destiny erlebt ihr die erste große Enttäuschung. Ihr dürft nicht in die Kostüme eurer Lieblingshelden schlüpfen. Stattdessen erlebt ihr das Spiel in der Rolle des 17-jährigen Samuel Kamerhe.

Mit Plasma-Kugeln bekämpft ihr einen Boss-Gegner.Mit Plasma-Kugeln bekämpft ihr einen Boss-Gegner.

Im Laufe des Spiel erhaltet ihr zwar Kräfte der Superhelden, aber das entfacht bei weitem nicht die selbe Faszination, die entsteht, wenn ihr mit Wolverine, Cyclops oder andern X-Men-Helden spielen würdet.

Trotzdem macht im Spiel die Entwicklung des Charakters noch am meisten Spaß. Nach und nach erlangt ihr Fähigkeiten und Kostüme und formt damit euer virtuelles Ego.

Als Erstes entscheidet ihr euch entweder für ein Nahkampfsystem in Form von Energieverdichtung. Der Vorteil davon ist, dass Samuel widerstandsfähiger wird. Oder ihr wählt die Energieprojektion und bekämpft eure Gegner aus der Ferne, indem ihr mit Plasma-Kugeln auf sie ballert.

Immerhin ermöglich das System mit der Zeit auch individuelle Mischformen aus Nah- und Fernkampf. Trotzdem bleiben die Auseinandersetzungen anspruchslos und eintönig, selbst die Kämpfe mit den Bossgegnern.

Speichersystem und verstaubte Spielgestaltung

Speichern könnt ihr an häufig vorkommenden Kontrollpunkten. Unverständlicherweise dürft ihr auch nur hier die Fähigkeiten eures Helden ändern.

Als Nahkampfexperte seid ihr widerstandsfähiger.Als Nahkampfexperte seid ihr widerstandsfähiger.

Geht ihr mit einer falsch ausgewählten Kraft in einen Bosskampf, habt ihr Pech und beginnt nach einem Heldentod vom letzten Speicherpunkt aus neu. Immerhin zeigt die Karte bereits benutzte Kontrollpunkte an.

Ebenfalls rückständig ist die Präsentation des Spieles. Die veraltete 2-D Grafik begeistert genauso wenig wie das Kampfsystem aus längst vergangen Zeiten.

Selbst Videosequenzen seht ihr keine. Die Geschichte des Spiels bekommt ihr anhand von Texttafeln vermittelt. Zwar hat die Gestaltung Ähnlichkeit mit den Comic-Vorlagen, doch es erreicht nicht deren Güte.

Fakten:

  • Charakterentwicklung
  • bekannte Helden tauchen auf
  • wenig Abwechslung
  • stupide Kämpfe
  • unspektakuläre Grafik
  • keine Videosequenzen

Meinung von Gerd Schüle

Die X-Men-Filme begeistern mich. Um so größer war für mich die Enttäuschung, als ich mich bei der NDS-Ausgabe von X-Men: Destiny mit einem unbekannten Charakter zufrieden geben soll. Auch die Hoffung, dass wenigsten die spielerische Qualität diese Enttäuschung überwinden kann, macht das Spiel schnell zunichte.

Da hilft auch die im Grunde interessante Geschichte und die gute Charakterentwicklung nicht mehr viel. Stupide Dauerprügelei, langweilige Aufträge und eine antiquierte, technische Umsetzung machen X-Men: Destiny zu einem Spiel, auf das ich gerne verzichte.

46

meint: Stupide Kämpfe und eine veraltetet Präsentation machen das Spiel einem mäßigen Vergnügen. Schade um die interessante Mutanten-Geschichte.

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