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Das Schwarze Auge - Demonicon (Xbox 360)

Artikel veröffentlicht am 18.01.2012

Fast 30 Jahre hat Das Schwarze Auge bereits auf dem Buckel. Mit Das Schwarze Auge - Demonicon setzt Entwickler Noumena auf die Spielwelt und das Regelwerk des Pen-&-Paper-Rollenspiels. Aber auch neue Elemente kommen zum Tragen. Von Marius Nied

Die Schattenlande sind zum Teil sehr düster.

Nachdem der ursprüngich vorgesehene Herausgeber TGC im Juni 2010 Insolvenz anmelden musste, war das Schicksal von Das Schwarze Auge - Demonicon zunächst ungewiss. Mit dem neuen Herausgeber Kalypso und den neu gegründeten Noumena Studios als Entwickler ist das Spiel nun doch nicht zum Untergang verurteilt. Ganz im Gegenteil, die bis jetzt bekannten Informationen sind vielversprechend. So ist Das Schwarze Auge - Demonicon unter anderem das erste deutsche Rollenspiel, das vorrangig für Konsolen entwickelt wird.

Und auch bei den Vorbildern, an denen sich die Entwickler laut eigener Aussage orientieren, ist von Kleinlichkeit wenig zu spüren. Da fallen Namen wie Gothic und The Witcher, die natürlich die Messlatte ziemlich hoch legen.

Die Geschichte von Cairon und den Schattenlanden

Cairon begegnet auf seinem Weg unter anderem Untoten.

Angesiedelt ist das Spiel in Aventurien, der bekannten Welt des Rollenspiels Das Schwarze Auge. Allerdings beschränkt sich das Spiel auf nur eine Region, die Schattenlande. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich dabei um die dunkelste Region Aventuriens. Schon die Ortswahl lässt den Anspruch der Entwickler durchschimmern, ein erwachsenes Rollenspiel zu schaffen.

Denn in den Schattenlanden treibt allerlei Gesindel sein Unwesen. Mord, Vergewaltigungen und andere Grausamkeiten sind hier nichts ungewöhnliches. Ihr spielt den 25 Jahre alten Cairon. Den größten Teil seines Lebens hat Cairon auf der Flucht vor dem finsteren Halbgott Borbarad verbracht. Er versucht mit allen Mitteln, seine Schwester Calandra zu beschützen und sucht mit ihr Zuflucht in den Mauern der befreiten Stadt Warunk.

Da Calandra jedoch mit einem Liebhaber flieht, ist Cairon gezwungen, die Stadt zu verlassen. Er begibt sich auf die Suche nach seiner Schwester und kehrt zurück in die Schattenlande.

Entscheidungen mit Konsequenzen

Die Szenerie wirkt so gruselig wie noch kein DSA-Spiel zuvor.

Wert legen die Entwickler darauf, dass es im Spiel kein moralisches Schwarz-Weiß-Denken gibt. Vielmehr ziehen eure Entscheidungen Konsequenzen nach sich, die sehr ambivalent zu sein scheinen. So soll Cairon manches Mal damit leben, dass seine Entscheidungen schlechte Auswirkungen für andere haben. Selbst wenn er eigentlich etwas Gutes tun möchte.

Aus den verschiedenen Entscheidungsmöglichkeiten resultieren folgerichtig mehrere mögliche Enden. So ist dafür gesorgt, dass auch nach dem Beenden der 20 bis 25 Stunden dauernden Handlung der Wiederspielwert hoch ist. Die Geschichte wirkt tragisch und ist offenbar nichts für zartbesaitete Gemüter. Aber an die wendet sich das Spiel auch nicht. Zur düsteren Grundstimmung passen die vielen Kämpfe, die in Das Schwarze Auge - Demonicon in Echtzeit ablaufen. Auch hier orientiert sich das Spiel an den großen Vorbildern.

Neuer Ansatz für den keine Vorkenntnisse nötig sind

Schwertkampf in Demonicon: ein Zombie weniger!

Wer sich noch nicht mit Das Schwarze Auge beschäftigt hat, braucht laut Entwicklern wie auch schon beim ebenfalls bald erscheinenden Adventure Das Schwarze Auge - Satinavs Ketten keine Angst zu haben. Vorkenntnisse über den zugegebenermaßen komplexen Kosmos des Spiels sind nicht notwendig. Alle Ereignisse im Spiel sind zwar mit der Das-Schwarze-Auge-Redaktion abgesprochen und Das Schwarze Auge - Demonicon ist Teil des Kosmos, es erzählt aber seine eigene Geschichte.

Ob indes die vielen neuen Elemente es schaffen, altgediente Das-Schwarze-Auge-Anhänger zu motivieren? Das steht noch in den Sternen. Es lässt sich auf jeden Fall nicht bestreiten, dass die Entwickler einen neuen Ansatz gewählt haben, der vielversprechend zu sein scheint.

Das temporeiche Kampfsystem, die tragischen Charaktere, Spezialattacken, Zaubersprüche und moralische Ambivalenz: All das könnte dafür sorgen, dass das Spiel neben klassischen Das-Schwarze-Auge-Freunden auch eine neue Spielerschaft anlockt.

Fazit

von Marius Nied

Das Schwarze Auge im Gewand von The Witcher? Das mag zunächst merkwürdig klingen. Aber meines Erachtens trägt dieses Spiel einiges an Potential in sich. Für eher konservative Freunde von Das Schwarze Auge gibt es außerdem durchaus andere Spiele, die die alten Traditionen fortführen.

Sogesehen schadet es sicher nicht, über den Tellerrand hinauszuschauen. Ich für meinen Teil würde mir das düstere Schlachtengemälde ungern entgehen lassen. Mal abwarten, mit welchen Überraschungen die Entwickler noch aufwarten.


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