SOPA und PIPA: Naht das Ende des Internets für Spieler? - DNS-Sperren und Proteste auch in Deutschland, Wer steht hinter SOPA und PIPA?

(Special)

DNS-Sperren und Proteste auch in Deutschland

Auch Spieleentwickler wie Riot Games (League of Legends) fürchten die geplanten Gesetze: Möglicherweise würden das Gesetz dazu führen, das eigene Forum oder sogar der Chat im Spiel zu sperren, so die Entwickler. SOPA und PIPA gelten zwar theoretisch nur für die Vereinigten Staaten, aber die Gesetze hätten auch Auswirkungen auf das Internet in Europa.

Die Verantwortlichen von League of Legends fürchten um ihren Internet-Auftritt.Die Verantwortlichen von League of Legends fürchten um ihren Internet-Auftritt.

Europäische Seiten könnten mit DNS-Sperren (Domain Name System, ein Verzeichnisdienst, der den Namensraum des Internets verwaltet) belegt werden und kein Geld mehr mit Werbung und Anzeigen verdienen. Auch Spieleseiten könnten betroffen sein und aufgrund der entstehenden Gerichtskosten finanziell unrentabel und eingestellt werden.

Die Vereinigten Staaten nehmen damit weltweit Einfluss auf das Internet. Auch hierzulande wären Internetangebote betroffen, obwohl sie deutscher Rechtsprechung nicht illegal handeln.

Da SOPA und PIPA die Freiheit im ganzen Netz einschränken können, protestieren auch zahlreiche deutsche Seiten dagegen. Am Protest beteiligen sich etwa Blogs wie Nerdcore und Netzpolitik.org, aber auch Parteiseiten wie die der Grünen.

Wer steht hinter SOPA und PIPA?

Neben Musikindustrie (EMI, Sony, Universal) und Fernseh- und Filmgeschäft (Time Warner, ABC, NBC) tauchen selbst Firmen wie Kosmetikhersteller L'Oreal oder der Comicverlag Marvel auf der Liste der SOPA-Unterstützer auf.

Eine überarbeite Version des Warnhinweises "Parental Advisory - Explicit Content".Eine überarbeite Version des Warnhinweises "Parental Advisory - Explicit Content".

Gegen SOPA und PIPA demonstrieren hauptsächlich Bürgerinitiativen und Netzaktivisten. Zum anderen sagen Google, Twitter, Facebook und Dutzende weiterer großer Webseiten, dass SOPA nicht der richtige Weg zur Bekämpfung von Piraterie sei.

Teile der Spieleindustrie befürworten SOPA in Form des amerikanischen Dachverband "Entertainment Software Association" (ESA). Mitglieder dort sind unter anderem EA, Sony, Microsoft, Nintendo, Ubisoft und Sega.

Kleinere Firmen wie Riot Games, die Minecraft-Macher oder Epic Games sprechen sich gegen SOPA und PIPA aus. Die deutschen Verbände der Spielindustrie halten sich zu dem Thema eher bedeckt: Weder der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) noch der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen (G.A.M.E.) beziehen bisher offiziell Stellung.

Weiter mit: 10 Fakten rund um SOPA und PIPA, Wie geht es weiter mit SOPA und PIPA?

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