PS Vita: 5 Spiele von Ubisoft zum Konsolenstart (PlayStation Vita)
Artikel veröffentlicht am 26.01.2012
Spielehersteller Ubisoft lädt nach Düsseldort ein, um ihre ersten Spiele für PS Vita zum Testspiel freizugeben. spieletipps ist für euch vor Ort. Von Jens-Magnus Krause
Am 22. Februar 2012 erblickt in Deutschland Sonys neue Handheld-Hardware das Licht der Welt: die PlayStation Vita (siehe Vorabbericht). Direkt am ersten Tag könnt ihr euch zwischen fast 50 Spiele entscheiden - darunter befinden sich fünf Spiele von Ubisoft. Genau diese Spiele hat die spieletipps-Redaktion in Düsseldorf im Hause Ubisoft intensiv ausprobiert. Bei Kollisionen auf Asphalt, Schwertkämpfen im Dungeon und kniffligen Hüpfeinlagen ging es dabei ständig heiß her.
Und die Hauptfrage konnte auch beantwortet werden: Welcher der Starttitel hat das Zeug zum Hit? Wir verraten es euch auf den nächsten Seiten.
spieletipps bei Ubisoft in Düsseldorf
Spielejournalisten testeten im Düsseldorfer Hauptquartier von Ubisoft Deutschland bereits die PlayStation-Vita-Spiele. Rayman - Origins (links) sieht kaum schlechter aus, als auf den großen Konsolen (Mitte). Für spieletipps dabei: Jens-Magnus (rechts).
Inhalt des Artikels
Asphalt Injection: Autorennen rund um die Welt
Um was geht's? Im Rennspiel Asphalt Injection nehmt ihr hinter dem Autosteuer von namhaften Herstellern wie Ferrari oder Mercedes Platz. Und das nicht auf normalen Rennstrecken, sondern in 20 Städten - von Los Angeles über Monte Carlo bis hin zu Tokio. Verpackt in einen Karriere-Modus mit über 100 Rennen, sorgt Entwickler Gameloft schon mal für genügend Spieldauer.
Wie spielt es sich? Auf der Rennstrecke entpuppt sich das Spiel als eine Mischung aus Burnout und Ridge Racer 7. Durch leichtes Anbremsen in der Kurve, lasst ihr euer Auto wunderbar schlittern. Das erinnert stark an die japanische Konkurrenz. Und wenn ihr dazu noch im Gegenverkehr fahrt oder über Sprungschanzen heizt, füllt sich euer Boost, ohne den ihr kaum eine Chance auf den Sieg habt.
Um euch die Konkurrenz vom Hals zu schaffen, rammt ihr sie von der Piste. Dann gratuliert euch das Spiel in einer verlangsamten Wiederholung mit dem Schriftzug "Elimination". Eine tolle Burnout-Rückblende!
Turbo und Gummiband
Was gibt es Neues? Ist eure Schubleiste komplett gefüllt, könnt ihr Adrenalin einsetzen. Mit nur einem Knopfdruck aktiviert ihr dauerhaft euren Schub und das gesamte Spiel wird in dunkle Farben getaucht, wohingegen die Streckenbegrenzung hellblau leuchtet. So ist es auch bei extrem hoher Geschwindigkeit leicht auf der Strecke zu bleiben.
Das Wichtigste: Kein Handheld-Rennspiel hat bis jetzt die Automodelle so lupenrein dargestellt. Sogar das Nummernschild ist lesbar, die Texturschärfe damit gut. Und der Sonnenuntergang in L.A. lässt euch fast in Romantik verfallen. Zusätzlich bieten die Rennstrecken an deren Umgebung angelehnte Abwechslung: In Monte Carlo schlängelt ihr euch durch enge Kurven und in der isländischen Hauptstadt Reykjavik geht es durch Eis- und Lava-Abschnitte - mit Auswirkung aufs Fahrverhalten.
Nervig ist der Gummiband-Effekt bei den Computermitspielern und das Gefühl, dass man das neue Spiel trotzdem bereits oft gespielt hat - nur unter anderem Namen.
Lumines: Electronic Symphony - Audiovisueller Puzzle-Mix
Worum geht's? Im Musik-Puzzle-Spiel Lumines - Electronic Symphony geht es zu wie bei Tetris. Von der oberen Bildschirmkante fallen vier aneinanderhängende Quadrate mit zwei unterschiedlichen Farben aus heiterem Himmel Richtung Bildschirmunterkante. Ähnlich wie bei dem Nintendo-Vorbild gilt es durch geschickte Anordnung dem Stapeln der Bausteine entgegenzuwirken und diese abzubauen. Das Szenario wird dabei musikalisch von Elektromusik-Künstlern wie den Chemical Brothers oder Kaskade begleitet.
Wie spielt es sich? Zu Beginn des Spiels verschwinden nur aufeinander gestapelte Quadrate in derselben Farbe - keine nebeneinander liegenden. Das ist am Anfang kompliziert. Doch nach wenigen Minuten habt ihr den Dreh raus, seid allerdings noch lange kein Profi. Im Grunde wie bei Tetris und da ist auch noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Musik mit Spielbezug und quadratische Augen
Was gibt es Neues? Nach längerer Pause der Serie ist das Spiel in schicker 3D-Grafik zurück. Zusätzlich ist der Soundtrack aufs Spielgeschehen abgemischt. Hängt ihr in einem Level fest, spielt auch das Lied in einer Dauerschleife. Kommt ihr weiter, überträgt sich euer befreites Gefühl auf die Musik, die jetzt alles gibt. Noch nie da gewesen - gut so! Zusätzlich dürft ihr entscheiden, ob ihr per Touchscreen oder Tasten steuern wollt. Beides funktioniert - die Knöpfe sind jedoch deutlich direkter.
Das Wichtigste: Das Spiel ist wie gemacht für Puzzle-Freaks. Ein Level-Erfahrungspunktesystem belohnt euch, die Musik treibt euch passend an und es fühlt sich mächtig an, wenn nach einer fetten Kombo die Puzzle-Blöcke nur so purzeln. Dennoch ist das Spiel sehr speziell. Abwechslung ist nur in Maßen vorhanden, der Soundtrack deckt nur eine Musiksparte ab. Und nach zwei Stunden bekommt ihr vermutlich das, wovor euch eure Eltern immer gewarnt haben: quadratische Augen!
Dungeon Hunter Alliance: Gemeinsam ab ins Verlies
Um was geht's? Dungeon Hunter - Alliance begibt sich mit seiner Geschichte nicht auf Neuland. Sowohl in den Haupt- als auch Nebenmissionen geht es darum, die bösen Gegner in die Hölle zurück zu befördern. Dabei sammelt ihr in der Welt von Gothicus allerhand Gegenstände, kämpft und zaubert und mehr eure Erfahrungspunkte.
Wie spielt es sich? Direkt zu Beginn wird klar, dass ihr mit Draufkloppen wie in vielen Action-Rollenspielen schnell Fortschritte macht. Per Knopfdruck attackiert ihr mit eurem Schwert oder eurem durch Zauber unterstützten Schutzschild. Die eigentlichen Zaubersprüche setzt ihr mit einer separat steuerbaren Fee ein. Dazu nutzt ihr das sogenannte Back-Touch-Panel der PS Vita während ihr mit eurem Helden weiter dem Schwertkampf fröhnt. Klappt prima! Zusätzlich könnt ihr via Front-Touchscreen Gegenstände aufheben oder durch Schütteln der Vita feindlichen Flüchen entgehen.
Diabo mit vier Spielern gleichzeitig
Was gibt es Neues? Neben den auf die Vita angepassten Steuerungsfinessen sucht ihr Neuerungen vergeblich. Natürlich wählt ein Spieler zu Beginn eine Klasse und entwickelt seinen Helden durch Erfahrungspunkte und rüstet Waffen aus. Und die 30 Levels in Dörfern, Wäldern und Dungeons versprechen Abwechslung. Es ist allersdings definitiv cool, unterwegs zu viert die Unterwelt zu rocken.
Das Wichtigste: Grafisch macht das Spiel nichts falsch. Die Schatten- und Lichteffekte sind für PS-Vita-Verhältnisse nett anzuschauen und die starre Kameraperspektive von schräg oben lässt das Spiel wie Diablo 2 wirken. Auch die mystischen Klänge aus den Boxen unterstützen die düstere Atmosphäre. Für Action-Rollenspiel-Freunde ist es einen Blick wert. Für alle anderen offenbar nicht, da Texte die fehlende Sprachausgabe nicht adäquat ersetzen, euch das Spiel zu selten an die Hand nimmt und Aha-Effekte ausbleiben.
Michael Jackson The Experience: Der King of Pop schwingt das Tanzbein
Worum geht's? Als Spieler habt ihr Michael Jackson in seinen bekanntesten Musikvideos wortwörtlich auf der PS Vita in der Hand. Dazu gibt es seine unverwechselbaren Klamotten und originalgetreue Schauplätze. Auf dem Friedhof aus Thriller sollt ihr eure Fingerfertigkeiten beweisen, damit die Tänze des King of Pop auch wirklich so königlich daherkommen, wie ihr sie in Erinnerung hat.
Wie spielt es sich? Michael Jackson - The Experience ist an die vielen "Drücke zur richtigen Zeit die richtigen Knöpfe"-Spiele angelehnt. Wie Parappa the Rapper im Jahre 1998. Doch die Entwickler von Ubisoft Shanghai beschränken sich nicht auf die Knöpfe, sondern nutzen für alle Bewegungsaktionen den Touchscreen. Für die richtigen Tanzbewegungen zur richtigen Zeit, drückt ihr auf den Bildschirm, streicht über ihn oder zieht Pfeile in einer Halbkreis-Bewegung nach. Nur dann vollführt Michael Jackson seine Schritte ansehnlich.
15 Lieder, aber nicht unbedingt für unterwegs geeignet
Was gibt es Neues? Das Spiel ist eine weitere Portierung des Spiels auf eine neue Plattform. Dieselben 15 Lieder - dieselben Bühnen und Klamotten. Schön ist, dass die über den Touchscreen gesteuerten Bewegungen sehr direkt funktionieren. Und dank des Beschleunigungssensors könnt ihr an bestimmten Stellen im Spiel Tanzsequenzen auslösen und selber das Tanzbein schwingen.
Das Wichtigste: Trotz des kindertauglichen Themas ist das Spiel eher für Erwachsene geeignet: Während eines Tanzes gibt es acht Punkte auf dem Touchscreen, die ihr zur richtigen Zeit abwechselnd drückt. Wenn ihr die PS Vita normal in zwei Händen haltet, erreicht ihr aufgrund der Größe des Bildschirms manche Punkte einfach nicht. Ihr müsst eure Handhaltung am Gehäuse verändern und dafür reicht auf höheren Levels die Zeit nicht aus. Lange Erwachsenenfinger haben hier Vorteile. Am besten legt ihr die Konsole gleich auf einen Tisch ab und zockt mit zwei Zeigefingern.
Rayman Origins: Der Hit zum PS Vita-Start
Um was geht's? Rayman und seine Freunde haben zu laut geschnarcht und damit die Unterwelt ordentlich geärgert. Fortan erscheinen die dunklen Kreaturen in Raymans Paradies, was eurem Hüpfheld überhaupt nicht gefällt. Kurzum die Handlung von Rayman Origins: den Bösen eins überziehen, gelbe Tierchen namens Lums sammeln und damit weitere Levels freischalten.
Wie spielt es sich? Rayman-Erfinder Michel Ancel verlangt euch in diesem Spiel einfach alles ab - und das im positiven Sinne. Ihr hüpft, haut und hangelt euch durch über 60 Levels, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Mal seid ihr im Dschungel unterwegs und benutzt aufgegangene Blüten für höhere Sprünge. Ein anderes Mal taucht ihr durch Unterwasserwelten und weicht Pflanzen aus, die nach euch schnappen. Und mit Raymans Hubschrauber-Haar schafft ihr sogar die größten Distanzsprünge. Dabei gilt es stets Köpfchen zu beweisen - besonders in den zahlreichen und knackigen Boss-Kämpfen.
Genauso gut wie für Konsole, nur mit Multitouch
Was gibt es Neues? Da es sich fast um eine 1:1-Umsetzung der großen Konsolen-Version von Rayman Origins (siehe Testbericht) handelt, spielt sich beim hals- und beinlosen Rayman logischerweise wenig Neues ab. Aber genau das ist gut so: denn besser als der große Bruder kann man es kaum machen. Dass es sich gerade um die PS Vita-Version handelt, merkt ihr nur an der Multitouch-Funktion. Wenn ihr mit zwei Fingern auf dem Touchscreen eine aufziehende Bewegung macht, zoomt das Spiel näher ans Geschehen heran. Bei kniffligen Sprungeinlagen eine Leben sparende Hilfe!
Das Wichtigste: Ubisoft erzeugt mit der gestochen scharfen Knuddelgrafik ein wohliges Gefühl. Die 2D-Landschaften könnten dank Dschungel, Wüste und Unterwasserwelten abwechslungsreicher kaum sein. Und die comicartigen Charaktere bringen euch dank unterhaltsamer Lach-und Piepsgeräusche immer wieder zum Lachen. Damit ist Rayman Origins Ubisofts potentielle Höhepunkt zum Start der PS Vita.
Disclaimer: © 1998-2012 Spieletipps.de GmbH. Nutzung nur für den privaten Gebrauch! Vervielfältigung sowie Reproduktion ist nur nach schriftlicher Genehmigung gestattet.













