Test Two Worlds

von Jan Höllger (15. Mai 2007)

Erst Oblivion, dann Gothic 3 und nun Two Worlds. Fans von Rollenspielen dürfen sich die letzten 12 Monate wahrlich nicht beschweren. Während Oblivion fast vollkommen überzeugte, das deutsche Gothic 3 ein wenig stark mit Bugs zu kämpfen hatte, sind wir nun sehr gespannt, was der Newcomer von den eher unbekannten Entwicklern Zuxxez (Earth 2160) mit Two Worlds auf die Beine stellt.

Wir dürfen zwei neue Stilpunkte verteilen.Wir dürfen zwei neue Stilpunkte verteilen.

Viel Welt, viel Spiel

Dass Oblivion und die Gothic-Serie die großen Vorbilder für Two Worlds waren, merkt man im Spiel an allen Ecken und Enden, etwas ketzerisch könnte man fast von einem Gothic 4 sprechen, denn vor allem der Look und das Kampfsystem erinnert doch sehr stark an das Rollenspiel aus deutschen Landen. Doch dank einiger innovativer Gameplayelemente und einer rundum überzeugenden Spielwelt ist Two Worlds eigenständig genug. Nach einer eher rudimentären Charaktererschaffung landet man mit seinem Helden in der imposanten Spielwelt, die von ihren Ausmaßen sicherlich nicht kleiner ist als die der Konkurrenz. Die Welt besteht aus abwechslungsreichen Landschaften, Küstenregionen wechseln sich mit dichten Wäldern, grünen Wiesen, Wüsten oder hohen Bergen ab. Besonders eindrucksvoll ist die Vegetation und Lebendigkeit der Spielwelt. Überall hoppeln kleine Hasen über den Weg oder schlängelt sich eine Schlange ins Gebüsch, die Einwohner der zahlreichen Städte und Dörfer gehen ihrem Tagesgeschäft nach und kämpfen auch schon mal gegen einfallende Kreaturen. Ein regelmäßiger Tag- und Nachtwechsel sowie ein eingebautes Wettersystem verfestigen den Eindruck, sich durch eine echte virtuelle Welt zu bewegen. Großen Anteil hieran hat zweifellos die Grafik. Fast sämtliche Landschaftsstriche werden glaubhaft auf dem Bildschirm präsentiert und erfreuen mit hochaufgelösten und abwechslungsreichen Texturen das Auge. Insgesamt ist die Optik zwischen dem Plastiklook eines Oblivion und dem eher (keinesfalls negativ gemeinten) dreckigen Look von Gothic 3 angesiedelt, wobei in manchen Szenen man sich mehr in Gothic 3 hineinversetzt fühlt. Trotzdem hat Two Worlds einen ganz eigenen Grafikstil, ob man diesen nun gegenüber der Konkurrenz vorzieht oder schlechter findet, ist am Ende nur Geschmackssache, rein technisch ist die Grafik von Two Worlds in etwa auf einem Niveau der Konkurrenz, mit dem nicht unbedeutenden Vorteil, dass die Hardwareanforderungen bei Two Worlds niedriger ausfallen. Wie auch bei der Konkurrenz schaut der Titel aber nicht allerorts gleich klasse aus, so verringert sich die Weitsicht beim leider recht häufigen Nebel sehr stark oder der Wechsel von Wasser zu Land ist ein wenig zu abrupt. Auch die Dungeons, von denen es reichlich in der Spielwelt gibt, erreichen das hohe Niveau nicht ganz, dazu sehen die Höhlensysteme allesamt zu ähnlich aus, ein Problem, dass Gothic- und Oblivion-Spieler aber bereits kennen.

Was will die dunkle Bruderschaft wirklich?Was will die dunkle Bruderschaft wirklich?

Schwesternrettung

In der Solokampagne von Two Worlds spielt man einen Söldner, der durch einen mysteriösen Brief in den hohen Norden der Welt, nach Komorin, gerufen wird. In diesem kleinen Bauerndorf soll der Held während der Erntezeit neue Informationen über seine entführte Schwester erfahren. Nach den Gesprächen mit einigen zwielichtigen Gestalten, die der dunklen Bruderschaft angehören, wird dem Helden schnell klar, dass die Entführung seiner Schwester lediglich ein Druckmittel war, damit er der Bruderschaft ein altes Familienrelikt beschafft und eine Prophezeiung wahr werden lässt. Die Geschichte wird auf jeden Fall spannend erzählt, meist in Form langer Dialoge, selten in Zwischensequenzen, und führt den Spieler quer durch die gesamte Spielwelt. Wie üblich bei einem Rollenspiel bleibt es aber nicht nur bei dieser Hauptquest, fast jeder NPC, den man in den Dörfern und Städte anspricht, hat neue Aufträge für den Helden. Auch diese gestalten sich äußerst abwechslungsreich. So treffen wir vor einer Höhle einen verzweifelten Händler, dem von einem Dieb sein Ehering geklaut wurde. Die Spur des Diebes führt in den nahen Dungeon, den wir als tapferer Held natürlich flugs erkundschaften. Zahlreiche Skelette warten dort auf uns, nach etlichen Kämpfen treffen wir schließlich auf den Dieb, der ganz frei zugibt, dass Dieb doch ein anständiger Beruf sein und uns verspricht den Ring zurückzugeben, wenn wir alle Skelette in der Höhle erledigt haben. Ist das geschafft, erhalten wir den Ring des Kaufmanns, außerdem überträgt uns der Dieb eine neue Aufgabe, wir sollen den Nekromanten finden, der die ganzen Skelette in der Höhle herbeigeschworen hat. Auf diese Art und Weise greifen alle Questreihen ineinander über, es gibt unglaublich viel zu tun in Two Worlds.

Weiter mit:

Kommentare anzeigen

Die 10 besten Aufbauspiele

Die 10 besten Aufbauspiele

In den vergangenen Jahren haben die Entwickler Aufbaustrategen nicht gerade mit viel Nachschub verwöhnt. Dennoch (...) mehr

Weitere Artikel

Releases in KW 49: Das erscheint vom 5. Dezember bis 11. Dezember 2016

Releases in KW 49: Das erscheint vom 5. Dezember bis 11. Dezember 2016

So lange wartet ihr schon, endlich ist es soweit. In der kommenden Woche erscheint das seit vor vielen Jahren angek&uum (...) mehr

Weitere News

Gutschein Aktion

Holt euch Keys für Gigantic
Schnell zugreifen!

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Two Worlds (Übersicht)