Test Catherine - Onkel Jo über Catherine, Fakten und Meinung

Abends geht Vincent in die Bar Stray Sheep

Zwischen euren Albtraum-Einsätzen trifft sich der geschlauchte Held tagsüber mit seinen Kumpels. Mittags steht eine Sushi-Bar auf dem Programm, abends die Kneipe Stray Sheep. In wenig interaktiven Dialogen plaudert er über seine Probleme und Ansichten.

Vincents Stammkneipe Stray Sheep ist der tägliche Anlaufpunkt.Vincents Stammkneipe Stray Sheep ist der tägliche Anlaufpunkt.

Die Sprachausgabe ist Englisch, es gibt aber deutsche Untertitel. Zudem befragt Vincent andere Besucher der Bar, was sie so beschäftigt. Eine gute Übung für die nächste Nacht ist übrigens der herumstehende Rapunzel-Spielautomat. Auch hier verschiebt und erklimmt er Blöcke - allerdings ohne Zeitlimit.

Nicht selten erhält Vincent Kurznachrichten am Handy. So bekommt er Informationen über das Abschneiden der letzten Nacht oder von seinen Liebschaften. Antworten darf er auch. Aus vorgegebenen Textbausteinen setzt sich eine Nachricht zusammen, die ebenso die Moralleiste beeinflusst.

So führen alle Entscheidungen zu acht verschiedenen Spielenden. Übrigens dürfen im Babel-Modus auch zwei Spieler ran. Die Levels dort sollt ihr allerdings erst freispielen. Die trickreichen Türme in vier Szenarios erklimmt ihr zusammen oder als Kontrahenten.

Fakten:

  • abgefahrenes Spielkonzept
  • wirft moralische Fragen auf
  • fordernde Blockpuzzles
  • stimmige Manga-Optik
  • Soundkulisse zwischen Jazz und Klassik
  • Herausforderungsmodi für 1 und 2 Spieler
  • wenig spielerische Freiheiten
  • festgelegter Tagesablauf
  • spätere Puzzles frustig
  • nichts für Ungeduldige
  • nur englische Sprachausgabe

Onkel Jo über Catherine:

"Catherine ist eines dieser Spiele, die ich nicht mehr aus dem Kopf bekomme. Genau wie Nier vor zwei Jahren oder Heavy Rain.

Dieses Foto mit Onkel Jo und der Packung von Catherine hängt im Museum of Modern Arts unter dem Titel "Käufliche Liebe".Dieses Foto mit Onkel Jo und der Packung von Catherine hängt im Museum of Modern Arts unter dem Titel "Käufliche Liebe".

Diese Spiele sprechen eine Seite in mir an, die für die meisten anderen Spiele verschlossen bleibt. Ich vermute, der Schlüssel dazu liegt in einer Handlung, die nicht nur an der Oberflächte kratzt, sondern tief unter die Haut geht.

Das schafft Catherine. Hinzu kommen einige herrliche Einfälle wie sprechende Schafe oder ein krabbelnder Riesenhintern zwischen dessen Backen eine Zunge hervorkommt, die nach meinem Alter Ego schnalzt.Alleine deshalb werde ich mich vermutlich noch lange an das Spiel erinnern.Ich liebe es außerdem, dass das Spiel mir online verrät, wie die Spielergemeinde diese Gewissenfragen der Marke "Sind alle Männer Schweine?" beantwortet haben.

Ich frage mich allerdings, welche Zielgruppe Catherine ansprechen soll? Das Spiel ist phasenweise enorm anstrengend. Die Knobellevels mit den Blöcken sind eher für Sokoban-Profis geeignet, gerade mit dem Zeitdruck bei den Bosskreaturen haben sie es schnell in sich.

Doch wie viele Knobelspezialisten gibt es, die gerne mit ihrer Spielfigur in einer virtuellen Bar abhängen und dort bei ausführlichen Beziehungsgesprächen zwischen den Zeilen lesen? Falls ihr jetzt innerlich 'Hier ich!' schreit, kauft euch das Spiel. Ihr werdet es nicht bereuen."

Meinung von Thomas Stuchlik

Hersteller Atlus liefert mit Catherine ein kleines Stück Spielekunst. Doch Kunst ist nicht immer leicht verdaulich. Zum einen reizt das Spiel mit seiner verführerischen Namensgeberin, zum anderen erwarten euch äußerst eklige Bossgegner. Schon optisch eröffnet sich hier ein Wechselbad der Gefühle.

Das eigentliche Spielerlebnis lässt sich schwer einordnen und schwankt zwischen Dating-Simulation und Puzzelei. Tagsüber besucht ihr wenig Lokalitäten und hangelt euch von Dialog zu Dialog. Nachts löst ihr Blockrätsel. Das klingt nach Spielspaß auf Sparflamme. Doch Catherine ist weit mehr als die Summe seiner Elemente. Denn das Spiel schickt euch auf eine Achterbahn der Emotionen. Wagt ihr den Trip?

79

meint: Catherine entführt in ein ungewöhnliches Erotik-Abenteuer, das sich als Horror-Trip und knackiges Puzzlespiel entpuppt und eure Moral anzweifelt.

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