Test Binary Domain: Endlich wieder Rambazamba aus Japan

von Thomas Nickel (20. März 2012)

In Binary Domain nehmt ihr Roboter aufs Korn. Sega zeigt nach Vanquish erneut, warum schnelle Actionspiele mehr Wumms haben als jeder Kaffee.

Die weitläufigen Areale überzeugen mit stimmiger Farbwahl.Die weitläufigen Areale überzeugen mit stimmiger Farbwahl.

Wilde, teambasierte Ballereien sind nicht unbedingt die Domäne der Japaner. Doch Binary Domain zeigt eindrucksvoll, dass auch Segas Yakuza-Team sich gut auf bleihaltige Unterhaltung versteht.

Gemeinsam mit ein paar Kameraden schießt ihr euch durch ein abgeschottetes Tokio der nicht allzu fernen Zukunft. Eure Aufgabe: Den Machenschaften des zwielichtigen Amada-Konzerns auf die Schliche kommen.

Die bauen trotz eines weltweiten Verbots Roboter, die von echten Menschen nicht zu unterscheiden sind. Das kennt ihr vielleicht aus Blade Runner und Co.

Ihr seht eure Figur stets von hinten und nehmt die Gegner genretypisch über rechten Analogstick und Schultertasten aufs Korn. Auf Knopfdruck sucht ihr Deckung, per Steuerkreuz wird die Waffe gewechselt. Eure Kameraden agieren selbstständig, sind aber für Befehle empfänglich.

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In Binary Domain auf Robo-Jagd in Neo Tokio

Allerdings müsst ihr euch deren Vertrauen erst verdienen: Beispielsweise indem ihr ihnen in engen Situationen aus der Patsche helft. Oder ihnen keine versehentlichen Treffer verpasst und eure Antworten in den Dialogen so wählt, dass ihre Loyalität steigt. Erst dann könnt ihr euch auf sie verlassen.

Vertrauenssystem und Schadenswerte

Ausgezeichnet inszenierte Bosskämpfe gegen knackige XXL-Roboter lockern die flotte Action auf. Dazwischen sorgen kleine Rollenspiel-Einlagen für die nötige Würze.

Die Hauptfigur fällt in die Kategorie amerikanischer 08/15-Actionheld.Die Hauptfigur fällt in die Kategorie amerikanischer 08/15-Actionheld.

Neben dem Vertrauenssystem spielen besiegte Gegner eine wichtige Rolle. Die füllen euer Konto auf. An speziellen Terminals kauft ihr dafür neue Munition und Heilmittel. Außerdem motzt ihr dort eure Waffen auf.

Das lohnt sich. Wer ein paar Credits für höhere Schadenswerte und größere Magazine locker macht, ballert sich gleich viel effektiver durch die Robo-Horden.

Davon abgesehen bleibt Binary Domain den klassischen Genre-Elementen treu. Ihr hechtet dramatisch in Deckung, werft die ein oder andere Granate und freut euch, wenn ihr mit euren Kollegen den Gegner taktisch klug in die Zange nehmen könnt.

Ohne Blut, Eingeweide, Schmerzensschreie

Vor allem aber gefällt bei Binary Domain das wuchtige Spielgefühl. Die Gegner sind hier keine Menschen oder Außerirdische, die eure Kugeln aufsaugen wie Schwämme. Jeder Treffer fühlt sich satt und durchschlagend an.

Die wuchtigen Bosse gehören zu den grafischen Höhepunkten.Die wuchtigen Bosse gehören zu den grafischen Höhepunkten.

Funken stieben, die Roboter verlieren Köpfe, Panzerung und Glieder und greifen trotzdem weiterhin an. Ein Gegner ohne Beine robbt weiter auf euch zu, einer ohne Kopf schießt wild um sich. Dank wummernder Sounds und einem ausgezeichneten Schadensmodell macht es richtig Spaß, auf die glänzenden Robo-Gegner zu schießen.

Die Action präsentiert sich trotzdem weniger dynamisch als Vanquish. Herrlich jedoch, dass ein Shooter endlich mal ganz ohne Blut, Eingeweide, Schmerzensschreie und platzende Köpfe auskommt. Und dabei ein so überzeugendes Spielgefühl bietet.

Fakten:

  • saubere Grafik und Spielbarkeit
  • tolle Gegner-Gestaltung
  • überzeugendes Schadensmodell
  • interessantes Loyalitäts-System
  • gute deutsche Sprachausgabe
  • biedere, klischeehafte Hauptfigur
  • Spracherkennung unzuverlässig
  • ab und zu etwas undynamisch

Meinung von Thomas Nickel

Auf den ersten Blick wirkt Binary Domain mit seinen Robo-Gegnern und der Hauptfigur aus dem Klischeebaukasten bieder. Doch nach kurzer Spielzeit werden die Stärken der Ballerei von Sega deutlich.

Dank krachender Effekte und tollem Schadensmodell macht es mir Spaß, die feindlichen Roboter zu schrotten. Die Mitstreiter gewinnen schon bald an Charme und Neo Tokio als Spielplatz hebt die Ballerei wohltuend von den üblichen Ruinen und Schlachtfeldern ab.

Die Sprachkontrolle reagiert nicht zu 100 Prozent zuverlässig. Das ebenfalls bei Sega erschienene Vanquish bietet im Vergleich die furiosere Action. Dennoch zeigt mir Sega mit Binary Domain, dass es sich in Sachen Actionspiele vor der internationalen Konkurrenz nicht verstecken braucht.

81

meint: Spielerisch flotte, gut erzählte Science-Fiction-Ballerei, die durch ihr brachiales Spielgefühl und die explosiven Robo-Antagonisten punktet.

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