20 Jahre Super Nintendo in Deutschland - Gute, alte Zeit! - Der Konsolenkrieg

(Special)

Sonic vs Street Fighter 2

Am 23. Juni 1991 hetzt Sega den wohl schnellsten Igel der Welt namens Sonic auf Millionen ahnungsloser Videospiel-Liebhaber. Sonic the Hedgehog ist in jeder Beziehung ein Anti-Mario, äußerlich wie charakterlich. Sein süffisantes Lächeln ist eine unmissverständliche Kriegserklärung an Nintendo.

Heute steht fest: Trotz des Erfolgs von Sonic hat Mario etwa fünfmal so viele Spiele verkauft.Heute steht fest: Trotz des Erfolgs von Sonic hat Mario etwa fünfmal so viele Spiele verkauft.

Sonic the Hedgehog ist das erste Spiel des blauen Turbo-Igels und beschleunigt den Absatz des Mega Drives, als würde Sonic eigenhändig anschieben. Hinzu kommt, dass sich die Entwickler zu Beginn bei Actionspielen am SNES schwer tun. Den gelungenen 2D-Shootern auf PC Engine und Mega Drive hat das SNES zunächst nur ruckelige Beinaheunfälle wie Super R-Type oder Gradius 3 entgegen zu setzen.

In Nintendos Hauptquartier bewahrt man japanisch-distinguiert Ruhe, wetzt aber in Bezug auf Sonic eifrig die Messer. Riesige Werbekampagnen von beiden Seiten sind die Folge. 1992 erscheint das SNES in Europa.

Im selben Jahr sichert sich Nintendo als erster Konsolenhersteller die Rechte an dem sehr publikumswirksamen Automaten-Prügelspiel Street Fighter 2 von Capcom - mehr als ein Jahr früher als Sega. Ein schwerer Prestige-Schaden für die Firma, doch nach außen hin gibt sich Sega weiter siegessicher und bewirbt das Mega Drive als die coolere Konsole für ältere Spieler.

Die harte Firmenpolitik Yamauchis bröckelt

Mega Drive "does what Nintendon't" - mit diesem Werbespruch will Sega auf die angeblichen Schwächen des SNES hinweisen. Spätestens ab 1992 ist der Zweikampf der Videospiel-Giganten im vollen Gange. Yamauchi kann seine knallharte Firmenpolitik angesichts des stärker umkämpften Marktes nicht mehr in vollem Umfang durchsetzen.

53 Jahre lang lenkt Hiroshi Yamauchi die Firma bis 2002 mit eiserner Hand.53 Jahre lang lenkt Hiroshi Yamauchi die Firma bis 2002 mit eiserner Hand.

In der NES-Ära galt das Gesetz: Jeder von Nintendos Drittherstellern darf erst frühestens zwei Jahre nach Veröffentlichung eines ihrer NES-Spiele eine Umsetzung für eine andere Konsole entwickeln. Außerdem behielt sich Nintendo die Kontrolle jedes Titels vor, bevor er in den Handel gelangte. Die abschließende Kontrolle lag bei Yamauchi selbst. Allen Drittherstellern untersagte er juristisch wirksam die eigenmächtige Herstellung von NES-Kassetten. So mussten alle Spielehersteller Nintendo einen dicken Batzen Geld abtreten, damit die ihre Spielmodule herstellen. Übrigens auch heute noch eine gängige Praxis.

Doch zumindest die Entwicklerbindung an Nintendo ist vorbei, als Sega in den Ring steigt. Ein Entwickler nach dem anderen kündigt den Zwangsjackenvertrag mit Nintendo und liefert fortan Spiele für Nintendo und Sega.

Auch mit ihrer "Keine übertriebene Gewalt"-Politik brach Nintendo im Herbst 94. Nachdem sich Sega da wenig zimperlich zeigte, schielte auch Nintendo auf höhere Verkaufszahlen und erlaubte blutige "Finishing"-Moves auf ihrem Super Nintendo.

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