Test Dishonored - Spielfluss mit Schönheitsfehlern & Let's Play #2

Finde den Flow und lebe mit den Schwächen!

Wichtig ist, den eigenen Spielfluss zu finden. Sobald ihr eure Möglichkeiten kennt und die Tasten blind beherrscht, reißt euch Dishonored mit. Unerbittlich. Ihr werdet eins mit der Spielwelt, eins mit Covo, eins mit euren Superhelden-Kräften. Und das ist ein gutes Gefühl. Nicht besser als Ferienanfang, aber nah dran.

Oh, da hat jemand die Leiche entdeckt.Oh, da hat jemand die Leiche entdeckt.

Der Spielfluss hilft euch auch über Defizite hinweg zu sehen. Dann wenn etwa ein Feind nicht merkt wie sein Kollege zwei Meter weiter röchelnd den Geist aufgibt. Wieso seht ihr manchmal eure Arme und manchmal nicht? Wieso verschwinden bewusstlose Körper? Solch kleine Ungereimtheiten schlagen kleine Risse in die Wirklichkeit des Spiels. Hat die Unreal Engine 3 nicht mehr Pferdestärken unter der Haube? Offenbar nicht.

Gerade auf Xbox 360 und PlayStation 3 blickt ihr bei Nahaufnahmen der Gesichter in tote Augen. Auf dem PC macht das Spiel eine etwas bessere Figur, hier gibt es auch mehr Schatten und höhere Auflösung. Dennoch verträgt Dishonored insgesamt etwas mehr Details. Etwas Schmutz auf der Jacke hier, ein bisschen mehr Rost dort - das wäre fein. Besonders die Figuren sehen sich oft zu ähnlich, sowohl vom Körperbau als auch von den Gesichtern her.

Trotz dieser Schönheitsfehler hält das Spiel die Atmosphäre. Die im Spiel dargestellte Steampunk-Technik wirkt zwar wie aus einer anderen Welt, bleibt aber in sich überzeugend. Und flüssig läuft ebenfalls alles. Hoch anrechnen dürft ihr den Entwicklern, dass euch weder die Musik von Daniel Licht (Fernsehserie Dexter, Silent Hill - Downpour), noch Geräusche noch die deutschen Stimmen aus der virtuellen Realität reißen. Die Sprecher kennt ihr vielleicht aus dem Kino, es sind unter anderem:

  • Jürgen Thormann (deutsche Stimme von Michael Caine, hier der Lordregend)
  • Kim Hasper (Ryan Reynolds, hier der Outsider)
  • Tilo Schmitz (Gerard Butler, Admiral Havelock)
  • Claudia Urbschat-Mingues (Angelina Jolie, die Kaiserin)
  • Marek Erhardt (Benicio Del Toro, Attentäter Daud)
  • Till Hagen (Kevin Spacey, Erfinder Piero)

Der Mann mit der eisernen Maske

In seltenen Momenten genehmigt sich das ansonsten ernste Spiel auch mal einen Anflug von Humor. Etwa als ihr abseits eines Maskenballs einen Sextant mopst und euch ein Gast zufällig dabei beobachtet.

Warum haben die bloß eine Maske auf?Warum haben die bloß eine Maske auf?

"Na los, greifen Sie zu. Das macht jeder. Mein Diener hat mir dafür eine weitere Tasche eingenäht", sagt der Herr und geht weiter. Die Sitten verfallen, das spiegelt die Spielwelt mit jeder Progammzeile wider.

Apropos Maskenball. Dorthin verschlägt es euch im zweiten Spieldrittel. Das erste Mal fallt ihr mit eurer Eisenmaske nicht auf. Corvo schlendert unbeachtet durch die Menge und horcht de Gäste über eure Zielperson aus. So, Gräfin Boyle trägt also heute ein rotes Kleid? Dort hinten wurde sie zuletzt gesichtet? Gut zu wissen. Ihr fühlt euch wie eine Katze, die mit der Maus spielt.

Sogar Zeit für Nebenaufträge bleibt euch. Ein eitler Fatzke fordert euch zum Duell. Das kann er haben! Schließlich seid ihr jetzt Corvo, der unbesiegbare Supermann. Schön wie die Entwickler die Riten der Adels- und Offiziersgesellschaft aufgreifen. Die Zeitreise endet diesmal allerdings im Garten mit einer Kugel im Kopf. Verflixt, dieser Typ beherrscht tatsächlich seine Pistole!

Doch es gibt ja die Schnellspeicherfunktion. Also noch einmal den Sekundant begrüßen, eine der Pistolen aus der Holzschatuelle nehmen, zehn Schritte auseinander gehen und ... Schuss! Aber diesmal in Zeitlupe, der kleine Vorteil der Magie. Wofür seid ihr schließlich Corvo, der Held dieses Spiels?

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Tags: Onkel Jo   Remake  

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