Test Second Sight

von Tim Ranft (15. Februar 2005)

Als John Vattic, dem Helden von "Second Sight", durchlebt ihr psychologische Grenzerfahrungen auf der Suche nach Erinnerungen und euch selbst. Wie ihr in diese Situation geraten seid, wisst ihr anfangs genauso wenig, wie sich eure neugewonnenen, übernatürlichen Kräfte erklären lassen. Ob auch das Spiel übernatürlich gut gelungen ist, erfahrt ihr in unserem ausführlichen und kritischen Testbericht.

Nutze die MachtNutze die Macht

Erwachet!

Völlig benommen bekommt John zu Beginn des Spiels gerade noch mit, dass er in einen Operationssaal gebracht wird. Als er wieder erwacht, findet er sich, an ein Krankenbett gefesselt, auf der Isolierstation wieder - völlig allein. Doch irgendetwas muss mit ihm geschehen sein, denn er schafft es, sich mittels Gedankenkraft selbstständig zu befreien. Damit ist das Fundament der interessanten, zeitübergreifenden Story gelegt, das Erlernen und sinnvolle Einsetzen geistiger Kräfte. Telekinese, Heilung, Psi-Schlag, Verwirrung und Projektion erweisen sich in der beklemmenden Atmosphäre des Spiels immer wieder als überaus hilfreich. Wer jedoch lieber nach alter Shooter-Manier alles zerlegt, was sich ihm in den Weg stellt, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Aber Vorsicht: Gewalt erzeugt Gegengewalt und oftmals ist man gut beraten, sich für den Weg des geringeren Widerstands zu entscheiden. Da man zwischen den Savepoints nicht manuell speichern kann, wird man immer wieder auf diese Taktik zurückgreifen müssen.

Eisige AussichtenEisige Aussichten

Heute hier, morgen dort.

Die Grafik erfüllt sämtliche Anforderungen, um die düstere Atmosphäre des Spiels glaubwürdig wiederzugeben. Die Mimik, Kamerafahrten und allgemeinen Animationen der Charaktere lassen, sowohl im Spiel als auch in den zahlreichen Cutscenes, ein beinahe cineastisches Spielgefühl aufkommen. Die Szenerien reichen unter Anderem von der Flucht aus einer düsteren Irrenanstalten über hitzige Straßenschlachten in New-York bis hin zu erbitterten Kämpfen in Außenarealen der unbarmherzigen Eiswüste Sibiriens. Sogar auf älteren Rechnern mit nur 1 GHz Prozessorleistung läuft die Berechnung in allen Umgebungen absolut flüssig. Etwaige Bugs, wie z.B. Clipping-Fehler sucht man bei "Second Sight" vergeblich. Obwohl man nichts zu sehen bekommt, was man anderswo nicht schon einmal gesehen hätte, handelt es sich also um ein technisch einwandfreies Programm. Auf einigen Computern, die man in verschiedenen Büros von "Second Sight" findet, kann man als Goodie darüber hinaus Bonusspiele wie z.B. "Asteroids" und "Space-Invader" Klons ausprobieren.

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