Xbox One, PS4 und Spiele - Onkel Jo analysiert die E3 2013 - PS4 will nicht nach Hause telefonieren

(Kolumne)

Gegen den Willen der Spieler

Es geht also ums Prinzip. Und da können die gezeigten Spiele noch so schön sein - stellt euch vor, ihr hättet früher Super Mario Kart, Resident Evil und GTA - San Andreas nicht von Klassenkameraden leihen können!

Auf der Pressekonferenz von Microsoft nahm das Debakel seinen Lauf.Auf der Pressekonferenz von Microsoft nahm das Debakel seinen Lauf.

Auch aus dem Unmut über die Online-Pässe hätte Microsoft ablesen können, was sich die Kunden wünschen. Jedenfalls nicht noch restriktivere Maßnahmen. Wer das Szenario weiterspinnt, landet bald an dem Punkt, dass etwa billige Importe aus England per Aktivierungscode unterbunden werden. Etwas gegen den Willen der Käufer durchzusetzen ... solange man kein Monopol betreibt, wird das schwierig.

Selbst Spieler, die seit Jahren rund um die Uhr im Netz hängen, wettern darüber, dass sie sich mit der Xbox alle 24 Stunden online bei Microsoft melden sollen. Das hat etwas von Fußfessel für Strafgefangene. Muss ich deshalb künftig vor einem Urlaub meinen Nachbarn Bescheid sagen, dass sie außer meine Blumen zu gießen auch noch jeden Tag kurz die Xbox One anschalten? Nein.

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Das zeigte Microsoft auf der E3 2013

Trotzdem verstehe ich das Genöle. Sehr gut sogar. Ich bin vergangenes Jahr umgezogen. Als ich ohne Internet in der neuen Bude saß, hätte ich Microsoft auch für diese Art Kopierschutz verflucht. Sicher gibt es Alternativen. Ich könnte die Xbox One kurz per Smartphone online gehen lassen. Die Konsole braucht übrigens nur eine Mindestverbindung von 256 Kilobit, wie ich aus gut unterrichteten Quellen erfahren habe. Das wäre sogar auf dem Land und mit Telekom-Drosselung möglich. Doch warum sollte ich mir als Spieler diesen Stress geben, wenn es auch ohne geht?

PS4 will nicht nach Hause telefonieren

Sony hat diese Lücke in der Deckung von Microsoft erkannt und bei der eigenen Pressekonferenz die Rechte voll durchgezogen. Beim Gehäuse stand es noch unentschieden. Während die Xbox One an einen alten Videorekorder erinnert, wirkt die PS4 wie ein schräges Waffeleisen. Hübsch geht anders. Auch von den exklusiven Spielen ist im Grunde nur The Order - 1886 bei mir hängen geblieben. Doch dann passiert es.

So sieht die PlayStation 4 aus, am auffälligsten sind die schrägen Vorder- und Rückseite.So sieht die PlayStation 4 aus, am auffälligsten sind die schrägen Vorder- und Rückseite.

"PS4 unterstützt Gebrauchtspiele", steht plötzlich auf der Riesenleinwand. Jack Tretton, der Geschäftsführer von Sony Computer Entertainment, badet davor im Scheinwerferlicht und tosendem Applaus. Der weiße Ritter Tretton schmunzelt und genießt den Applaus für etwas, das weder neu noch revolutionär ist. Applaus dafür, einfach so weitermachen zu wollen, wie bisher. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?

Weitere Schlagkombinationen prasseln auf Microsoft ein als Tretton über die PS4 spricht:

  • Es ist möglich Spiele bei Händlern einzutauschen
  • Es ist möglich Spiele an Dritte weiterzuverkaufen
  • Es ist möglich ein Spiel Freunden zu leihen
  • Es ist möglich Spiele einfach zu behalten
  • Ihr braucht euch zum Spielen nicht online einzuwählen
  • Ihr braucht Spiele nicht online zu registrieren

PlayStation 4 - 399 Euro, Xbox One - 499 Euro

Der finale Tritt in den Hintern folgt mit dem Preis: 399 Euro für PS4. 100 Euro weniger als Microsoft wenige Stunden vorher für Xbox One aufgerufen hat.

Sony verkündet auf ihrer Pressekonferenz den Preis der PS4.Sony verkündet auf ihrer Pressekonferenz den Preis der PS4.

Plötzlich jubeln die Spielermassen dem Unternehmen zu, dessen Chefetage noch vor zwei Jahren geschlossen per Verbeugung für das Datendesaster durch einen Hackerangriff um Vergebung betteln musste. Ein Unternehmen, das mit seinem Online-Dienst PSN immer noch der Qualität von Xbox Live hinterher läuft (wo auch nicht alles glatt geht). Ein Unternehmen, das Microsofts Idee der "Erfolge" (Achivements) in Form von Trophäen kopiert hat. Schnee von gestern. Auch dass ihr die Online-Mehrspieler-Funktionen zukünftig nur noch als zahlendes Mitglied von PlayStation Plus nutzen könnt, geht verklausuliert in einem Halbsatz unter. Es interessiert in Anbetracht der Elefanten von Microsoft nicht.

Auf der E3 hat Sony die Gunst der Stunde genutzt. Am Abend nach der Pressekonferenz wird sicher der eine oder andere Microsoft-Mitarbeiter in sein Kissen geweint haben. Es war ein geschenkter Sieg für den der Sieger wenig tun musste, als kurz vom hohen Ross zu steigen. Chapeau!

Weiter mit: Xbox One, PlayStation 4 oder doch Wii U und PC?

Tags: Onkel Jo   E3  

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