Test Mario & Luigi - Dream Team Bros.: Ein Klempnertraum

von Thomas Nickel (12. Juli 2013)

Mario und Luigi blicken inzwischen auf eine illustre Rollenspielkarriere zurück. In ihrem jüngsten Abenteuer erforschen die beiden die Welt der Träume.

Manchmal nehmt ihr im Kampf die Beine in die Hand und flieht vor einem angreifenden Gegner.Manchmal nehmt ihr im Kampf die Beine in die Hand und flieht vor einem angreifenden Gegner.

Bei einem Ausflug auf die idyllische Insel La Dormita passiert wieder einmal das Unvermeidliche: Ein geheimnisvoller Schattenknilch entführt die Prinzessin in die Traumwelt. Klar, dass die Mario-Brüder das in ihrem jüngsten Abenteuer Mario & Luigi - Dream Team Bros. nicht auf sich sitzen lassen können.

Ausgerechnet Faulpelz Luigi ist dabei die größte Hilfe: Bettet der sein bärtiges Haupt zur Ruhe, kann Mario in Luigis Träumen herumtollen und nach Hinweisen auf den Verbleib der Prinzessin suchen. Dabei trifft er bald auf Traumbert, den Prinz des Kisso-Volks. Das ist seit langer Zeit in steinerne Kissen verwandelt und die Rettung der Kisse wäre dann auch die Rettung der Prinzessin.

Also durchstreifen Mario und Luigi gemeinsam die Insel, suchen nach versteinerten Kissen und kommen so langsam aber sicher dem Geheimnis des alten Volks und natürlich der entführten Prinzessin näher.

Laufen, springen, "rollenspielen"

Denkt ihr an Mario und Luigi, dann denkt ihr an klassische Hüpfspiel-Espakaden. Die bietet auch das jüngste Rollenspiel-Abenteuer der beiden Brüder. Die Klempner laufen durch die Welt und springen ihren Gegnern auf den Kopf oder verpassen ihnen einen ordentlich Schlag mit dem Hammer.

Doch Dream Team Bros. wäre kein Rollenspiel, würde eine solche Aktion nicht zu einem rundenbasierten Kampf führen. Per Menü wählen Mario und Luigi ihre Aktionen aus - Kopfsprung, Hammerschlag, Mannschafts-Aktion oder der Einsatz eines Gegenstands.

Dabei hetzt euch das Spiel nicht, ihr habt alle Zeit der Welt für eure Entscheidung. Greift ihr dann an, ist aber doch eure Fingerfertigkeit gefragt. Drückt ihr zum richtigen Zeitpunkt nochmal den richtigen Knopf, dann fällt der Hammerschlag besonders saftig aus oder eure Helden springen dem Gegner ein zweites Mal auf den Kopf.

Besiegte Gegner bringen euch Geld und Erfahrungspunkte. Für ersteres kauft ihr neue Ausrüstung, letztere erhöhen eure Stufe. Bei jedem Anstieg freut ihr euch über mehr Lebensenergie, stärkere Verteidigung und mehr Bumms beim Angriff.

Realität und Traum - Reine Ansichtssache!

Die Insel La Dormita erkunden Mario und Luigi in bester Rollenspielmanier. Ihr betrachtet das Geschehen von schräg oben und könnt in alle vier Himmelsrichtungen laufen - so mag der Kenner eben seine Rollenspiele.

Die Traumwelt dagegen erforscht ihr in der Seitenansicht und meistert dort auch so manche Hüpf-Herausforderung - eine ähnliche Trennung gab es schon beim großartigen DS-Vorgänger Mario & Luigi - Abenteuer Bowser. Und da ihr euch in Luigis Träumen herumtreibt, freut sich der grüne Klempner über eine Menge neuer Fähigkeiten.

Traum-Luigi kann in viele Objekte in den Levels einfahren und Mario so helfen. Kitzelt die Nase des schlafenden Luigi auf dem unteren Berührbildschirm, und er niest oben zunächst unerreichbare Objekte in den Vordergrund. Oder zieht an Luigis Bart, um Mario quer durch die 2D-Szenarien zu katapultieren. Zu keiner Minute sind Nintendo und Entwickler Alpha Dream um witzige Ideen verlegen.

Auch im Kampf ist der Traum-Luigi eine große Hilfe. Schlägt Mario mit dem Hammer zu, dann erscheinen dutzende Luigis und tun das Gleiche - eine Schockwelle geht durch die Gegnermassen und richtet verheerenden Schaden an. Hüpft Mario auf einen Gegner, dann tun kurz darauf die Luigis das Gleiche - ohne den Grünling seid ihr aufgeschmissen. So rollt ihr bald schon Bälle aus zahllosen Luigis und bereitet euren Gegnern so gewaltige Kopfschmerzen.

Reden ist Silber, Schweigen ist ...

Gerade am Anfang braucht ihr aber etwas Geduld, erschlagen euch doch die Textkästen manchmal geradezu. Vor allem Begleiterin Glitzerstern will manchmal einfach nicht die Klappe halten und kommt nicht umhin, jedes noch so offensichtliche Detail in dreifacher Ausführung zu erklären. Später könnt ihr dann solche Hilfestellungen ablehnen, trotzdem steht der endlose Redeschwall dem Entdeckerdrang manchmal im Weg.

Glitzerstern, die gelbe Kugel unten im Bild, kann einfach nicht die Klappe halten ...Glitzerstern, die gelbe Kugel unten im Bild, kann einfach nicht die Klappe halten ...

Schade, dass Nintendo immer noch darauf besteht, seine Anhänger fast permanent an die Hand zu nehmen. Junge Spieler mag das vielleicht freuen, aber ältere Semester müssen manchmal schon ein gehöriges Maß an Geduld mitbringen, um die Ausführungen von Glitzerstern, Toadsworth und den anderen Labertaschen über sich ergehen zu lassen.

Da ist es ganz gut, dass deren Frequenz im Verlauf des Abenteuers doch spürbar abnimmt - ein Rollenspiel-Abenteuer macht eben immer noch den meisten Spaß, wenn ihr die Welt selbst entdeckt, die Gegner ohne permanente Hilfestellung besiegt und die Rätsel im Alleingang löst.

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Tags: Fun   Singleplayer   Shigeru Miyamoto  

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