Free 2 Play - Licht- und Schattenseiten des Bezahlmodells - Die Zukunft von Free2Play

(Special)

Teil 5 des Interviews mit Andreas Weidenhaupt (Infernum Productions AG)

Und wie sieht es mit den anderen Kritikpunkten aus?

Weidenhaupt: Bei der eintönigen Spielgestaltung kann ich nicht zustimmen. Für mich ist der Reiz eines Online-Rollenspiels das Zusammenspiel mit Anderen, was das Erleben eines gleichen Inhaltes immer wieder verändert. Bei menschlichen Mit- oder Gegenspielern im PvP etwa kann man nie voraussagen, wie diese sich verhalten.

Zudem haben wir über 2.000 Aufgaben und öffentliche Veranstaltungen im Spiel, was für einige Abwechslung sorgt. Darüber hinaus gibt es die fortlaufende Geschichte, die sich mit jeder Inhaltsaktualisierung weiterentwickelt.

Mehrspieler-Online-Spiele profitieren dadurch, dass die Kämpfe gegen menschliche Widersacher immer anders verlaufen. So kommt nur langsam Langeweile auf.Mehrspieler-Online-Spiele profitieren dadurch, dass die Kämpfe gegen menschliche Widersacher immer anders verlaufen. So kommt nur langsam Langeweile auf.

Und schließlich zu deiner schwersten Frage – der Suchtfaktor. Eigentlich ist es für den Entwickler toll, wenn Spieler sich in seine Welt verlieben und gerne viel Zeit darin verbringen. Was allerdings auch kein typisches "Free 2 play"-Phänomen ist.

Wichtig ist für den Spieler und auch sein Umfeld, dass man auf bestimme Alarmsignale reagiert und kritisch hinterfragt, ob man sein reales Leben vernachlässigt. Dies zu kontrollieren ist aber für den Betreiber eines Spiels sehr schwierig.

Wir unterstützen zwar besorgte Eltern, falls Anzeichen wahrgenommen werden, können aber nicht alles kontrollieren oder bewerten. Wenn sich ein Erwachsener eine Woche Urlaub nimmt und er bei schlechtem Wetter gerne etliche Stunden am Tag zocken möchte – sollen wir das verbieten?

Hier kann man nur an die Verantwortung der Spieler und ihrer Mitmenschen appellieren. Es gibt dazu auch gute Beratungsmöglichkeiten von öffentlichen Einrichtungen und karitativen Unternehmen. Wer also Zweifel hegt, sollte diese konsultieren.

Wie geht ihr in euren Spielen mit diesem stigmatisierten Bild von "Free 2 play" um? Wie nehmt ihr den Spielern ihre Bedenken?

Weidenhaupt: Wir überzeugen sie einfach durch Qualität und Fairness und arbeiten viel mit unseren Spielern zusammen. Unser Team aus erfahrenen "Community-Managern" ist ständig im Forum und sogar im Spiel unterwegs, um dafür zu sorgen, dass alle Spaß haben. Große Sorgen der Spieler können wir so identifizieren und dank unserer engen Zusammenarbeit mit den Entwicklern zerstreuen.

Ob Editor-Programme wie die Foundry in Neverwinter die Zukunft von "Free 2 play" sind?Ob Editor-Programme wie die Foundry in Neverwinter die Zukunft von "Free 2 play" sind?

Wie wird sich der "Free 2 play"-Bereich aus eurer Sicht weiterentwickeln? Wie sieht die Zukunft aus?

Weidenhaupt: Wir sehen es ja schon vereinzelt – die Partizipation der Spieler wird größer. Man spielt nicht nur, sondern erschafft auch – Aufgaben, Modifikationen, Grafiken und so weiter. Der Spieler wird teilweise zum Entwickler. Wenn man es als Entwickler clever anstellt, entlohnt man den Spieler für seine Mühe, man bietet ihm also eine Plattform, auf der andere Spieler seine Werke bewerten und gegebenenfalls sogar kaufen können.

Wir sehen aktuell auch eine Tendenz, dass verstärkt Inhalte statt nur Services gegen Geld angeboten werden und dass es immer mehr Hybrid-Modelle mit Premium- oder Freemium-Zugängen gibt. Aber was mir noch wichtig ist: "Free 2 play" ist doch nur ein Bezahlmodell, aber aktuell wird bei vielen Spielen über nichts anderes gesprochen – ist es letztlich nicht egal, wie wir bezahlen, solange wir gute Spiele spielen können?

Noch einmal vielen Dank für die Zeit, die du dir genommen hast!

Weidenhaupt: Es war mir ein Vergnügen und ich bedanke mich für viele spannende Fragen.

Wie nervig ist "Free 2 Play" wirklich?

Onkel Jo als Biker in Motorradspiel Trials Frontier.Onkel Jo als Biker in Motorradspiel Trials Frontier.

Um dem schlechten Ruf von "Free 2 Play" auf den Grund zu gehen, haben wir ein Langzeitexperiment mit dem Mobile-Spiel Trials Frontier gewagt. Das Spiel nutzt viele der bekannten Bezahl-Mechanismen. Onkel Jo hat ausprobiert, was passiert, wenn man diese aushebelt. Lest selbst:

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Tags: Free 2 play  

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