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Need for Speed Carbon (PC)

Artikel veröffentlicht am 16.11.2006

Es dürfte die langlebigste Rennspiel-Serie für den PC sein, die zudem noch äußerst erfolgreich ist. Nach dem Knaller "Most Wanted" im letzten Dezember erschien nun mit "Need for Speed Carbon" der inzwischen zehnte Teil des Arcade Racers, dessen Evolution übrigens Inhalt unseres aktuellen Topthemas ist. Immer schön Gummi geben. Und Vorsicht in den Canyons... Von Daniel Frick

"Most Wanted Underground"

Die Polizei ist stets dabei

Wenn eine Rennspielserie so erfolgreich ist und sich schon so lange auf dem Markt behaupten kann, dann hat das zweifellos etwas mit der zu jeder Zeit hohen Qualität der Racer aus dem Hause "EA" zu tun. Die Kehrseite der Medaille ist dann aber, dass sich ein solches Spiel dann auch mit anderen Massstäben messen lassen muss als nur der Tatsache, dass es erfolgreich ist. Und natürlich können bei einer Computerspielemarke, die sage und schreibe 12 Jahre auf dem Buckel hat, schon auch mal Abnutzungserscheinungen ergeben. Was hat "Carbon" zu bieten? Nun, bei EA hat man versucht, die Entwicklung einen weiteren Schritt voranzubringen. Auf die Kürze gesagt, könnte man den zehnten Teil des Arcade-Renners auch "Most Wanted Underground" nennen. Sprich: Man hat eine neue, relativ kleine Stadt genommen, in der man wie in "Underground" wieder nur nachts fahren kann, dazu den größten Teil der Autos, Rennmodi und die Polizei aus "Most Wanted", einmal kräftig umgerührt: Fertig war "Need for Speed Carbon".

Die neuen Canyon Rennen

Eroberte Gebiete ermöglichen Boss-Herausforderungen

Doch was heißt das im Detail? Unser Alter Ego kehrt nach "Most Wanted" wieder in seine "alte Heimat" zurück, aus der er damals nach einer Intrige verschwunden ist. Hier regiert sein alter Erzfeind "Darius", und die Stadt ist unter den Racer Crews in Territorien aufgeteilt. Jedes Territorium besteht aus 2-4 Rennstrecken der aus "Most Wanted" bekannten Rennmodi Kontrollpunkt, Sprint, Rundrennen und Radarfalle. Die Driftrennen sind nur gelegentlich anzutreffen, dafür hat man "Carbon" mit den Canyon-Rennen einen ganz neuen Spielmodus spendiert, der zudem noch eine zentrale Rolle spielt. Hat man nämlich einen kompletten Bezirk, der aus mehreren Territorien besteht, erobert, fordert einen der Boss zum Canyon Rennen heraus. Die Canyon Rennen finden auf einer engen und kurvigen Bergstrecke statt, auf der man nacheinander zwei Rennen bestreitet. Zuerst verfolgt man seinen Gegner, je näher man ihm kommt, desto mehr Punkte gibt es. Die gewonnenen Punkte muss man im zweiten Rennen verteidigen, in dem man selbst verfolgt wird. Die Punkte nehmen umso langsamer ab, je größer der Abstand zum Verfolger ist. Wenn man es schafft, nach dem zweiten Rennen noch Punkte übrig zu haben, schaltet man den Wagen des Bosses frei, den man dann wie in "Most Wanted" sogar gleich gewinnen kann.

Helfende Hände, äääh Reifen....

Der Auswahlbidschirm für die eigene Crew

Eine weitere Neuerung sind die schon erwähnten Crews, die aus je 4 Mitgliedern besteht. Sobald man sich in der Hierarchie etwas nach oben gearbeitet hat, bieten sich neue Fahrer an, in der eigenen Crew mitzufahren. Über einen entsprechenden Bildschirm kann man diese rekrutieren und wieder entlassen. Außer den verschiedensten Boni wie höhere Preisgelder, verbesserte Tuningmöglichkeiten oder Rabatte beim Kaufen eines neuen Wagens steht einem dann in (fast) jedem Rennen die Fähigkeiten des Kollegen zur Verfügung. Eure Begleiter haben dabei 3 verschiedene Funktionen: Blocker halten einem wie der Name schon sagt, andere Fahrer vom Hals und so gesehen im wahrsten Sinne den Rücken frei. Schlepper geben einem Windschatten, aus dem man dann schneller herausfahren kann, um Gegner zu attackieren. Scouts suchen auf der Strecke nach Abkürzungen und helfen einem so, wichtige Zeit zu sparen. Welche Crewmitglieder man dabei bevorzugt, ist Geschmackssache. Ich persönlich fand die Scouts am hilfreichsten, wobei man mit offenen Augen die Abkürzungen auch selber findet. Spielerisch relevant sind die Crewmitglieder meiner Meinung nach allerdings viel zu wenig. Schade eigentlich, auch wenn die eigentlich nette Idee nicht ganz neu ist und schon bei "Juiced" in einer ähnlichen Weise zu sehen war.

Technisch keine Offenbarungen

Neu dabei sind klassische "Muscle Cars"

Bei der Technik ist man sich in jeder der verschiedensten Bereiche treu geblieben. Die Grafik erinnert stark an "Underground" und man stellt sich die Frage, ob sich die nach Jahren nicht noch etwas mehr verbessert haben darf. Immerhin wurden der Grafik einige neue Effekte spendiert, zum Beispiel die hübsch anzusehenden Windverwirbelungen. Natürlich gibt es wie schon im Vorgänger eine (recht schwache) Begleitstory, die immer wieder in mit echten Schauspielern verfilmten Videos weitererzählt wird, was ebenfalls sehr nett ist. Der (Motoren)sound kommt etwas fetter daher als beim letzten Teil und klingt deutlich realistischer, die Musik bietet fetzigen Sound passend zu qualmenden Reifen. Die Bedienung ist eingängig, auch wenn die zahlreichen Menüs manchmal etwas arg verschachtelt wirken. Enttäuschend ist der Umfang. Gemessen an "Underground 2" bzw. der Dauer, um das Spiel durchzuspielen, ist der Singleplayer-Modus recht bescheiden. Allerdings gibt es für unersättliche einen Online-Modus. Die Fahrphysik hat man ebenfalls unverändert gelassen, sie ist nach wie vor sehr arcadelastig, was aber nur ein Kritikpunkt ist, wenn man Realismus erwartet. Die 3 Neuen Fahrzeugklassen Exoten, Muscle Cars und Tuner fahren sich allerdings zum Teil recht unterschiedlich.

Fazit

von Daniel Frick

Alle, die an den Vorgängern Spaß gefunden haben, dürften auch bei "Need for Speed Carbon" auf ihre Kosten kommen. Heiße Schlitten und Tuning bis zum Abwinken, toller Sound und jede Menge Action auf der Straße hinterlassen einen positiven Eindruck. Mir persönlich fehlt es allerdings etwas an Abwechslung, Umfang und vor allen Dingen einem einstellbaren Schwierigkeitsgrad.

spieletipps meint: Gegenüber dem Vorgänger "Most Wanted" fällt "Carbon" zurück. Ein solider Arcade-Racer mit heißen Karren und engen Kurven ist es trotzdem geworden.
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