Test Rise of Venice - Selbst ist der Kapitän

Schuldenfalle

Aufgrund der komplexen Spielmechanik mit ihrem dynamischen Wirtschaftssystem und den teils unübersichtlichen Unterhaltskosten kann eure Familie schneller am Hungertuch nagen, als ihr "Almosen" sagen könnt. Habt ihr in mehreren Städten Betriebe errichtet und mehrere Konvois automatisiert, reicht schon eine kleine Unaufmerksamkeit, um euer gesamtes System zum Einsturz zu bringen.

Die Übersicht der Unterhaltskosten dürfte transparenter sein.Die Übersicht der Unterhaltskosten dürfte transparenter sein.

Das ist zugleich der größte Kritikpunkt an Rise of Venice. Ihr fahrt wesentlicher besser, wenn ihr die Konvois manuell verwaltet. Dadurch artet Rise of Venice jedoch im späteren Spielverlauf zu sehr in "Mikromanagement" aus, wenn ihr fast ausschließlich auf Preislisten starrt, vergleicht sowie ein- und verkauft.

Ebenso könnt ihr massenhaft Kohle scheffeln, wenn ihr auf den Bau von Betrieben verzichtet. Das geht zum einen durch cleveres Handeln. Zum anderen durch lukrative Aufträge.

Immer wieder fragen Städte bei euch an, ihnen eine Ware zu verkaufen. Als Belohnung wartet nicht nur der Verkaufserlös, sondern auch ein satter Bonus. Zudem haben die Ratsmitglieder des venezianischen Rats kontinuierlich Aufträge für euch.

Diese reichen von Sabotageakten über Armenspeisungen bis hin zur Suche nach vermissten Familienmitgliedern. Als zusätzliche Belohnung winkt ein Beliebtheitsbonus beim jeweiligen Ratsmitglied. Alternativ geht das auch durch Bestechung.

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Kaum was los am Mittelmeer

Diese Beliebtheit ist notwendig, da ihr nur so bei einer Abstimmung zu eurer Beförderung genügend Stimmen erhaltet. Der neu gewonnene Titel verschafft euch Privilegien. So dürft ihr etwa mit bestimmten Waren handeln oder Schiffe erwerben, zu denen ihr zu Beginn noch keinen Zugang habt.

Nettes Detail: Das Kolosseum. Seltsam nur, dass es so abseits ganz allein im Wald steht.Nettes Detail: Das Kolosseum. Seltsam nur, dass es so abseits ganz allein im Wald steht.

Eine nette Idee ist übrigens die Familie, deren Mitglieder ihr in eurem Unternehmen einsetzen könnt. So macht ihr etwa euren Onkel Marco zum Kapitän eines Konvois oder beauftragt eine Schwester, die Beliebtheit bei einem Ratsmitglied zu erhöhen.

In Rise of Venice seht ihr zumeist die Preislisten oder die Übersichtskarte des Mittelmeerraumes. Letztere macht grafisch zwar sonderlich nicht viel her, dafür sorgen Animationen wie Sandstürme sowie Details wie etwa das Kolosseum für Atmosphäre.

Weniger schön sehen jedoch die pixeligen Stadtbewohner aus, die durch die Straßen schweben. Ebenso wirken die Städte unglaubwürdig klein.

Wie das besser geht, zeigt etwa Total War - Rome II. Akustisch gibt es hingegen keinen Grund zu meckern. Die Sprecher machen durch die Bank einen guten Job. Auch die stimmungsvolle Musik weiß zu gefallen.

Fakten:

  • Handelssimulation in der Renaissance
  • dynamisches Wirtschaftssystem
  • motivierendes Rangsystem
  • animierte, stufenlose Mittelmeer-Karte
  • abwechslungsreiche Aufträge
  • unterhaltsame Kampagne
  • im späteren Verlauf sehr komplex
  • teils mangelnde Übersicht
  • anfällige Automatismen
  • Unachtsamkeiten und Fehler bestraft das Spiel gnadenlos
  • erhältlich für PC

Meinung von Stephan Petersen

Mit Rise of Venice hatte ich lange Zeit Spaß. Es macht Laune, mit Waren zu handeln und die virtuelle Karriereleiter empor zu klettern. Die Kampagne mit ihrer unterhaltsamen Geschichte sowie der Rat mit seinem Beliebtheits- und Auftragssystem sorgen dabei für motivierende Abwechslung.

Je komplexer Rise of Venice mit zunehmendem Spielverlauf jedoch ist, desto mehr tritt die Spielmechanik auf die Spaßbremse. Die Automatismen sind anfällig und die laufenden Kosten teils intransparent. Auf der anderen Seite kann ich genauso gut Karriere machen, wenn ich keine Betriebe errichte und mich auf Aufträge und manuelles Handeln konzentriere.

Das artet mit zunehmendem Spielverlauf jedoch in reichlich "Mikromanagement" aus. Wer mit Porte Royale 3 schon seinen Spaß hatte und es liebt, Preislisten zu vergleichen, wird aber sicherlich auch mit Rise of Venice unterhaltsame Spielstunden verleben.

75

meint: Unterhaltsame Handelssimulation mit vielschichtigen Ideen. Auf Dauer jedoch sehr anfällige Automatismen und zu viel "Mikromanagement".

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Tags: Singleplayer  

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