Test
Kohan - Battles of Ahriman
Vor einem halben Jahr erschien das taktisch sehr interrasante Echtzeit-Strategiespiel "Kohan: Immortal Sovereigns", dem leider kein großer Erfolg vergönnt war. Um so mutiger ist die Tatsache, dass nun mit "Kohan: Ahriman's Gift" ein selbstlaufendes Add-on erschienen ist. Wer wissen will, was dieses Spiel zu bieten hat, sollte einen Blick in unseren Test werfen. Von Gerd Schüle
Detailverbesserungen
Die Story von "Kohan: Ahriman's Gift" ist zeitlich vor den Geschehnissen des Hauptprogramms angeordnet. Als wiedergeborener Kohan Held erobert man in drei Kampagnen Schnee-, Wüsten- und Waldlandstriche. Mit sieben Ausbaustufen werden die Städte nach und nach zu Rohstofflieferanten und Soldatenausbildungsstädten ausgebaut. Die selbst zusammenstellbaren Kompanien kann man anhand von vier verschiedenen Formationsbefehlen optimal der jeweiligen Situation anpassen. Wenn sich ein Held in der Nähe seiner Truppen befindet, kämpfen sie besser. Innerhalb der Versorgungszonen regenerieren sich die einzelnen Einheiten wieder. Dies und das optimale Ausnutzen der Vorteile eines Kampfgebietes geben dem Spiel eine enorme taktische Tiefe. Wer gezielt vorgehen will, kann die schwierigen Echtzeitschlachten per Tastendruck auf Rundengeschwindigkeit herunterregeln. Spielerisch hat sich gegenüber dem Hauptprogramm bis auf ein paar Detailverbesserungen nichts geändert.
Die technische Seite
Trotz der liebevollen Gestaltung des Spiels kann man die Pixelgrafik von "Kohan: Ahriman's Gift" nicht mehr als zeitgemäß ansehen. Vor fünf Jahren wäre sie wahrscheinlich recht aktuell gewesen, jetzt kann man sie nur noch als veraltet bezeichnen. Wahrscheinlich hat der Publisher darum dem Spiel keine allzu großen Verkaufserfolge zugetraut. Wie anders ist es zu erklären, dass zwar die Texte des Spieles ins Deutsche übersetzt wurden, man aber ansonsten auf eine Synchronisation verzichtet hat. Ansonsten haut einen der Sound des Spieles auch nicht gerade vom Hocker, ist aber gerade noch akzeptabel. Die Steuerung des Spieles ist dagegen deutlich besser ausgefallen, aber trotzdem zum Teil etwas umständlich. Anhand von zwei umfangreichen Tutorials wird man aber gut in das Spiel eingeführt, weswegen sich das Lesen des brauchbaren Handbuchs erübrigt.
Fazit
von Gerd Schüle
Eigentlich ist es schade, dass ein spielerisch so interessantes Programm wie "Kohan: Ahriman's Gift" solch eine veraltete Präsentation verpasst bekommt. Mir hat das Spiel auf jeden Fall enorm Spaß gemacht, und die taktische Tiefe des Programms würde manchem Echtzeit-Strategiespiel sehr gut tun. Wer also mehr Wert auf taktische Finessen, als auf die technische Umsetzung legt, kann bedenkenlos zugreifen. Diejenigen, die in Zeiten eines Warcraft 3 auch Wert auf eine gelungene und sehenswerte Grafik legen, sollten einen weiten Bogen um das Spiel machen. Einsteiger sollten sowieso die Finger von "Kohan: Ahriman's Gift" weg lassen, denn für sie ist das Spiel sicherlich zu schwer.
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