Test Ryse - Kinect 2.0 und Kooperativ-Modus

Materialschlacht mit Verschnaufpausen

Dass Microsoft Ryse zunächst als Kinect-Vorzeigeprojekt angekündigt hatte, merkt ihr nur noch in spärlich eingestreuten Minispiel-Einlagen. So rückt ihr in Schildkrötenformation gegen Bogenschützen vor und plärrt dabei ein paar Kommandos. Oder ihr haltet eine Stellung und deckt Feinde per Sprachbefehl "Schützen gebt Deckung" mit Pfeilen ein. Das funktioniert und füllt euer Herz mit Freude.

An manchen Stellen gebt ihr anderen Befehle.An manchen Stellen gebt ihr anderen Befehle.

Alternativ dürft ihr statt Worten auch mit der linken Schultertaste die Aktionen auslösen. Die müsst ihr dafür aber verflixt lange gedrückt halten, was wirklich stört. Warum kein kurzer Knopfdruck und fertig? Hier keimt der Verdacht, dass Crytek Kinect vielleicht aus politischen Gründen etwas komfortabler aussehen lassen möchte. Nun denn, wird ja mitgeliefert, kann man nutzen.

Im Angesicht der Schlauchlevels, der langen Spielpausen und der eng gesteckten Einflussmöglichkeiten kommt im Lauf des Spiels allerdings dennoch ein Anflug von Langeweile auf. Trotz der kurzen Spieldauer (ihr seht den Abspann auf der leichten Spielstufe vermutlich am ersten Nachmittag).

Doch gerade wenn ihr euch wünscht, per Cheat einen Obelix erscheinen zu lassen, der die Römer mal ordentlich aufmischt, tritt Ryse noch einmal aufs Gaspedal. Die letzten beiden Abschnitte reißen euch mit fordernden Kämpfen und einem filmreifen Abschluss aus dem Dornröschenschlaf. Männlich, herzhaft und eines Römers würdig. Recht so!

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Die Totgeweihten grüßen sich

Liegt die Kampagne hinter euch, dürft ihr das Spiel verpacken und bei Gamestop für einen Appel und ein Ei verticken. Oder ihr probiert euch noch am Arena-Modus. Dann verschiebt sich der Ausflug zum Gebrauchtspielhändler noch um einen Tag. Ihr startet mit einem unbekannten "No Name"-Gladiator im Kolosseum und verdrescht Welle um Welle Gegner. Viele Gegner.

Das geht auch gemeinsam mit einem Mitspieler. Allerdings braucht jeder seine eigene Konsole, einen geteilten Bildschirm bietet Ryse nicht. Beginnt der Spaß noch mit laschen Aufwärmgegnern, beschießen euch schon bald Bogenschützen und Katapulte.

Im Mehrspieler-Modus startet ihr mit einem namenlosen Anfänger.Im Mehrspieler-Modus startet ihr mit einem namenlosen Anfänger.

Es stößt unangenehm auf, dass dieser Spielmodus darauf ausgelegt zu sein scheint, euch zusätzlich Geld aus der Tasche zu leiern. Hier bringen euch nämlich die in der Kampagne erzielten Fähigkeitenboni von Marius nichts. Euer Arena-Held fängt bei Null an. Praetorianer-Klamotten? 4 Euro bitte! Ein kleines "Boosterpack"? 200 Gold. 1.000 Gold kosten übrigens einen Euro. Wenigstens das Gold dürft ihr auch erspielen.

Nehmt ihr den Wegzoll in Kauf, erwarten euch elf Online-Arenen. Da es dafür vor dem Verkaufsstart der Konsole noch keine Mitspieler gibt, lässt sich zur Qualität kein abschließendes Urteil fällen. Drei mit Gegnern und Fallen gespickte Kampfareale dürft ihr jedoch auch solo und ohne Internetzugang ausprobieren und die hinterlassen einen abwechslungsreichen Eindruck. Zu viel erwarten solltet ihr allerdings nicht. Das Spiel dreht sich definitiv um die Geschichte mit Marius.

Update zum Mehrspieler-Modus

Nach einigen Tage mit dem Mehrspieler-Modus bleibt nur zu sagen: Das war wohl nix. Die Aufgaben in den Arenen gleichen sich alle auffällig, nur ein weiterer Mitspieler ist zu wenig. Zudem frieren Gegner alle halbe Stunde ein und die Aufgabe lässt sich dadurch nicht mehr abschließen. Dann hilft es nur, den Online-Kampf zu verlassen und die in dieser Runde erspielten Punkte abzuschreiben.

Euch den Kopf gegen die Wand zu schlagen, ist auf Dauer vermutlich spannender. Im Grunde solltet ihr von der Spielwertung noch ein paar Prozent abziehen für dieses unausgegorene Ärgernis. Mal sehen, ob der kurz vor Verkaufsstart entfernte "Herausforderungs"-Editor demnächst als Patch noch etwas Boden gutmachen kann. Rechnet besser nicht damit.

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Tags: Singleplayer   Koop-Modus   Multiplayer  

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