Test Imperium der Ameisen

von Gerd Schüle (19. Oktober 2000)

Basierend auf einer interessanten Geschichte aus dem Roman "Die Ameisen" von Bernhard Weber will Microids die fleißigen Krabbeltiere in einem Echtzeit-Strategiespiel ganz groß rausbringen. In diesem ungewohnten Szenario muss der Spieler sich um die Geschicke eines Ameisenvolkes kümmern. Wie gut sich der Hintergrund eines Ameisenstaates für ein Strategiespiel eignet, soll unser Test zeigen.

Das Spiel: Der Ameisenstaat wird im Spiel "Imperium der Ameisen" als ein zivilisiertes Volk dargestellt, das sich in einem ständigen Kampf mit barbarischen Insekten oder anderen feindlich gesinnten Ameisenrassen befindet. Dabei muss man verschiedene Ameisenhügel wieder auf Vordermann bringen. Dazu sammelt man Baumaterial und natürlich auch Nahrung. Die Organisation eines gut funktionierenden Ameisenbaus ist enorm wichtig und zeitaufwendig. Trotzdem sollte der Spieler nicht vergessen, genügend Kampfameisen bereitzustellen, damit er den ständig auftauchenden Gefahren erfolgreich begegnen kann. Dazu muss er im Legezyklus der Ameisenkönigin Soldaten in Auftrag geben. Der Legezyklus der Königin ist die einzige Möglichkeit, neue Einheiten zu bekommen. Der Spieler stellt je nach Bedarf ein, ob Arbeiterinnen oder Kampfameisen geboren werden.

Ein Käfer.Ein Käfer.

Es ist enorm wichtig, dabei die richtige Mischung zu finden. Wenn man zu viele Soldaten hat, geht einem zu schnell die Nahrung aus, hat man zu wenig, verliert man den nächsten Kampf. Richtig stark sind die Ameisen sowieso nur in großer Zahl. Kleine Truppen haben gegen die meist stärkeren Feinde wie Wespen, andere Ameisengattungen oder gar eine übermächtige Gottesanbeterin, keine Chance.

Ein Bild aus einer Videosequenz.Ein Bild aus einer Videosequenz.

Mit der Zeit bekommt man aber Zugang zu fortschrittlicheren Kampftechniken, wie z. B. Transportkäfer oder Säure spritzenden Ameisen, die im fortgeschrittenen Spielablauf auch dringend erforderlich sind. Trotz der interessanten und andersartig gestalteten Spielwelt, besteht in spielerischer Hinsicht kaum ein Unterschied zu anderen Echtzeit-Strategiespielen. Man muss genretypische Aufgaben erfüllen, wie das Aufbauen einer gut funktionierenden Basis, dem Ameisenhügel.

Der hübsch gestaltete Waldboden.Der hübsch gestaltete Waldboden.

Danach sollte man sehr schnell eine möglichst große Ameisenarmee zusammenstellen, um die extrem schweren Aufgaben unter Zeitdruck erfüllen zu können. Dank des biologisch gut umgesetzten Szenario ist der Frustfaktor dabei meistens wesentlich höher als die Freude über einen mühsam errungenen Sieg. Zwar hat das Spiel in der deutschen Fassung drei Schwierigkeitsstufen, wobei die niedrigste aber immer noch höher liegt als die höchste in anderen Spielen.

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