Test

Anno 1701

Im Frühjahr 1998 machte ein kleines deutsch-österreichisches Spieleprojekt namens "Anno 1602" von sich reden. In der Folgezeit entwickelte sich der Aufbau-Titel zum bis dahin erfolgreichsten deutschen Computerspiel. 8 Jahre später startet der nun dritte Teil der inzwischen legendären "Anno"-Reihe mit einer Erstauslieferung von über 400.000 Exemplaren, um neue Rekorde aufzustellen. Von Daniel Frick

7. Nov 2006

Entwickler nimmt sich Kritik zu Herzen

Jeder fängt mal klein an!

Der zweite Teil von 2002 hatte den immensen Erwartungen nicht Rechnung tragen können und wird von vielen, wenn auch ohne wirkliche Schwächen, als schlechter als der erste Teil angesehen. Ein hochkomplexes Wirtschaftssystem hatte vor allem bei Anfängern für Startschwierigkeiten gesorgt und die Entwickler von "Anno 1503" waren für den versprochenen aber nicht vorhandenen Multiplayermodus gerügt worden. Nun, man scheint sich die Kritik wirklich zu Herzen genommen haben und hat diese beiden Punkte verbessert: Die meisten inhaltlichen Neuerungen des zweiten Teils flogen wieder über Bord, das Steuersystem aus dem ersten Teil wurde wieder eingeführt, der Warenverkauf über Marktstände fiel ebenfalls der Kritik zum Opfer und funktioniert nun wieder über das Kontor am Hafen. Den Multiplayerpart hat man dieses mal geliefert und so kann man gegen bis zu 3 Gegner online einen Wettstreit im Inseln besiedeln starten. Für die wenigen, die tatsächlich noch nie Anno gespielt haben, haben die Entwickler wieder ein umfangreiches und exzellentes Tutorial ins Spiel eingebaut. Nicht verstehen ist keine Entschuldigung, nicht Anno zu spielen.

Unterhaltsame und detailverliebte Einzelspielerszenarien

Die verfluchte Affeninsel, eines der Szenarien

Alles in allem kann man sagen, dass die Verbesserungen zahlreich sind, aber eher im Detail liegen. Das man mit allzu vielen Änderungen Kritik erregt hatte, haben sich die Entwickler also wirklich zu Herzen genommen. Und warum auch am Grundprinzip des Spiels, das seinen Charme auf alle Altersklassen und Geschlechter ausgebreitet hatte, drehen? So ist also "back to the roots" angesagt: Als Günstling der Königin zieht der Spieler im Jahre 1701 aus, um neue Kolonien zu erschließen und die Reichtümer der Neuen Welt in Besitz zu nehmen. Wie sich das gehört, hat man dem Spiel außer dem erwähnten Multiplayerpart eine Kampagne aus 12 nicht unmittelbar zusammenhängenden Einzelszenarien verpasst. Wie im ganzen Spiel liegt auch hier die Qualität im Detail: Die Ideen für die jeweiligen Szenarien sind wirklich schön und abwechslungsreich und so kommt nie Langeweile auf. Einmal gilt es ein altes Inka-Artefakt zu finden, ein anderes mal einen Indianerfluch aufzuheben oder einige versnobte Adelige auf ihrem Schiff mit allerlei schwer zu findenden Köstlichkeiten zu verwöhnen. Selbstredend, das das ganze nicht abläuft, ohne entsprechende Produktionsketten aufzubauen, die natürlich mit zunehmendem Level länger werden.

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