Test Dark Souls 2 - Grafik, Fakten, Meinung

Altes Spielprinzip und alte Grafik

Dark Souls 2 sieht optisch nicht mehr ganz zeitgemäß aus. From Software holt aus den Grafik-Routinen des Vorgängers heraus, was möglich ist: beeindruckende Lichteffekte, Stoff der sich bei jedem Schritt mitbewegt, ordentliche Wasserdarstellungen und anderes. Doch trotzdem seht ihr der Grafik die Jahre an. Gerade an Stellen, wo der Entwickler die optischen Unzulänglichkeiten nicht so gut kaschiert wie im Vorgänger.

Nehmt ihr eine Waffe zweihändig, verursacht ihr mehr Schaden.Nehmt ihr eine Waffe zweihändig, verursacht ihr mehr Schaden.

In Dark Souls konntet ihr fast alles erreichen, was ihr seht. Dadurch seht ihr auch in weiter Ferne Gebiete, die der Entwickler als Teil eines Abschnittes gestaltet hat. In Dark Souls 2 schaut ihr an einigen Stellen über Mauern hinweg und erblickt den Horizont. Doch außer brauner Erde und einer langen Reihe an spärlich gesetzten Bäumen steht da nichts.

Sonst fängt der Grafikstil gekonnt das mediterrane Thema in seiner traurigen Ausprägung ein. Die Stimmen der einzelnen Figuren sind ebenfalls gelungen. Die gesprochene Sprache des Spiels ist übrigens Englisch, Untertitel und Bildschirmtexte gibt's auf Deutsch.

Es kommt oft das Gefühl auf, dass From Software diejenigen beim Vorsprechen bevorzugte, die "Dark Souls"-mäßig lachen beziehungsweise kichern können. Jede Figur im Spiel kichert in irgendeinem Satz vor sich hin. Greift ihr Charaktere an, fällt einigen wiederum nichts besseres ein, als zu kichern, was zu ziemlich absurden Situationen führt.

Auch wenn Dark Souls 2 von der technischen Seite Federn lässt, bietet es spielerisch das, was Liebhaber bereits an den Vorgängern gefällt. Das eigentliche Spielprinzip bleibt - bis auf Kleinigkeiten - unangetastet. Das ist gut.

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Fakten:

  • schweres Rollenspiel
  • ausgeklügeltes Kampfsystem
  • Schnellreisesystem
  • kleines Dorf als Basis
  • mediterranes Thema, spanisches Spätmittelalter
  • nach dem Tod erscheint ihr bei Leuchtfeuern
  • viele Waffen und Rüstung
  • geniales Kampfsystem
  • komplexes Fertigkeitensystem
  • traurige und einsame Spielwelt
  • Grafik könnte detaillierter ausfallen
  • Charaktere kichern gerne
  • viele harte Bosskämpfe
  • Lebensbalken verkleinert sich mit jedem Tod
  • Leuchtfeuer lassen Gegner wieder erscheinen
  • erscheint heute für PS3 und Xbox 360 und voraussichtlich am 25. April für PC

Meinung von Daniel Kirschey

Vorgänger Dark Souls beschäftigt mich bis heute. Immer wieder erstelle ich neue Charaktere und probiere Strategien aus oder spiele mit meinem ersten Charakter in einem neuen Spieldurchlauf weiter. Warum? Das Spiel übt eine Faszination auf mich aus. Das Kampfsystem, die undurchsichtige Geschichte, der Grafikstil, die spärlich eingesetzte Musik, die Level-Gestaltung, die Atmosphäre … all das ist einzigartig. Ein Spiel als Gesamtkunstwerk. Deswegen habe ich natürlich auch einen hohe Erwartung an Dark Souls 2.

Wird Dark Souls 2 diesen gerecht? Ja. Es ist ein würdiger Nachfolger und mit Leib und Seele ein "Souls"-Spiel. Wieder umfängt mich Melancholie und eine ruinöse Welt. Wieder treffe ich ab und zu auf Charaktere an unglaublichen Stellen. Wieder überwinde ich fast unmöglich erscheinende Situationen und obsiege am Ende schließlich. Doch ganz schafft es Dark Souls 2 für mich nicht, den gleichen Sog zu entwickeln wie der erste Teil.

Das liegt vielleicht daran, dass ich nach einiger Zeit durch leere Abschnitte laufe. Oder dass der Aha-Moment, wenn ich Abkürzungen öffne ausbleibt. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich meinen stummen Helden nicht am Leuchtfeuer aufwerten kann. Habe ich genügend Seelen für einen Statuspunkt ergattert, teleportiere ich mich nach Majula und auf starre auf einen Ladebildschirm. Teleportiere ich mich wieder zurück, um weiter zu spielen, kommt der nächste Ladebildschirm.

Das ist jedoch Kritik auf hohem Niveau, wie man so schön sagt. Denn Dark Souls 2 ist ein herausragendes Rollenspiel, das Liebhaber der Reihe zufriedenstellen wird. Die Bosskämpfe sind so aufreibend wie eh und je. Und kleine Rätsel lockern immer wieder den grimmigen Kampf auf. Wenn ich abends den Controller nach einem erfolgreichen Bosskampf aus der Hand lege, bin ich zufrieden und weiß, warum ich die Souls-Reihe so liebe.

83

meint: Auch Dark Souls 2 ist ein besonderes Erlebnis. Melancholie und Frust wechseln sich mit purer Euphorie. Marginal schwächer als der Vorgänger.

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Tags: Singleplayer   Fantasy  

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