25 Jahre Game Boy: Die schilfgrüne Revolution

(Special)

von Christian Detje (22. April 2014)

Zu ihrem 25. Geburtstag erzählen wir euch die Geschichte legendären, grauen „Keksdose“ mit dem Erbsensuppenbildschirm. Und auch die des Mannes, der als sein Vater gilt.

Als er an einem Nachmittag des Jahres 1966 zum ersten Mal auf Gunpei Yokoi aufmerksam wird, ahnt der damalige Nintendo-Präsident Hiroshi Yamauchi wohl kaum, dass einer der größten Glücksbringer für seine Firma vor ihm steht. Dennoch ist schon damals irgendetwas Besonderes an dem kleinen untersetzten Man. Das spürt Yamauchi mit seinem sprichwörtlichen Riecher für große Talente.

Der 25-jährige Yokoi arbeitet erst seit einem Jahr bei Nintendo und ist in der Spielkarten-Abteilung des Konzerns für die Wartung der Produktionsmaschinen zuständig – ein relativ lauer Job mit einiger Freizeit auch während des Arbeitstages. Der verträumte Yokoi hat genügend Zeit, um sich nebenbei ein kleines Spielzeug zu basteln, nämlich einen simplen mechanischen Greifarm.

Mehr als ein Prozent aller Japaner besitzt um 1970 eine Ultra Hand.Mehr als ein Prozent aller Japaner besitzt um 1970 eine Ultra Hand.

Yamauchi ist gerade auf einem seiner Kontrollgänge durch die Fabrik, als er Gunpei Yokoi dabei beobachtet, wie der arglos mit seinem Plastikspielzeug hantiert. Der Präsident stutzt und sieht sich das seltsame Gerät, vor allem aber seinen Erfinder genauer an.

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Zwischen Liebe, Geld und Reis

Seit Jahren ist Nintendo in einer Art Identitätskrise. Mit Spielkarten alleine ist schon längst kein Staat mehr zu machen. Daran hat auch der Vertrag mit Disney 1959 wenig geändert.

Gunpei Yokoi war für Nintendo etwa genauso wichtig wie Shigeru Miyamoto.Gunpei Yokoi war für Nintendo etwa genauso wichtig wie Shigeru Miyamoto.

Fertigreis, Taxi-Dienstleistungen, Liebeshotels – Yamauchi hat viele Ideen und wagt sich ab Anfang der sechziger Jahre auch zögerlich in die Welt der Spielwaren Doch auf den langersehnten Durchbruch wartet er vorerst vergeblich. Die Marke Nintendo steht für alles und nichts.

Nach den glorreichen Tagen der vorletzten Jahrhundertwende, als noch Yamauchis Urgroßvater Fusajiro die Zügel in der Hand hielt, ist Nintendo inzwischen zu einem Konzern geworden, der viel ausprobiert, der aber letztlich wohl unweigerlich auf die Insolvenz zudriftet.

Aber Verzweiflung gehört nicht zu Yamauchis breiter Emotionspalette. Es wird sich schon noch eine Lösung finden, sagt er sich. Und es würde ihn gar nicht wundern, wenn dieser Yokoi der Schlüssel dazu ist.

Per Greifarm zum Durchbruch

Gunpei Yokoi erhält den Auftrag, aus seinem noch provisorischen Greifarm ein begehrtes Produkt der Spielwarenabteilung zu machen – und zwar bis zum Weihnachtsgeschäft. Er gehorcht und bringt seinen einstigen Mittagspausen-Zeitvertreib unter dem Namen Ultra Hand in den Handel.

Diese respekteinflößende Ahnengalerie hätte es nie gegeben ohne Yokois und Yamauchis Genie.Diese respekteinflößende Ahnengalerie hätte es nie gegeben ohne Yokois und Yamauchis Genie.

Nintendo spannt Begeisterung heuchelnde Kinder für Plakat- und Fernsehwerbung ein und so wird aus der heute läppisch wirkenden Ultra Hand tatsächlich der erste Bombenerfolg der Firma: das Gerät verkauft sich 1,2 Millionen Mal. Fortan hütet Yamauchi seinen Angestellten Yokoi wie seinen Augapfel. Er dürfe seiner Fantasie freien Lauf lassen, solange dabei so tolle Sachen wie die Ultra Hand herauskommen.

Das lässt sich Yokoi nicht zweimal sagen. Er bekommt seine eigene Abteilung, und seinen – nicht selten verschrobenen – Erfindungen ist es in erster Linie zu verdanken, dass Nintendo in den kommenden Jahren nicht untergeht. Und Geschichte neigt bekanntlich dazu, sich zu wiederholen.

Weiter mit: Das Steuerkreuz, das Traumtrio und "etwas Tolles"

Tags: Shigeru Miyamoto   Anime  

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