Test Fly!

von Der-Gagamehl (02. November 1999)

Terminal Reality ist überzeugt, sich mit dem zivilen Flugsimulator Fly! neben dem MS Flusi, Sierras Pro Pilot und Flight Unlimited von Looking Glass behaupten zu können. Hat der "normale" Spieler etwas davon? Hat der Profi etwas davon? Das wird dieser Bericht klären, für die Profisicht habe ich mir wieder einen erfahrenen Piloten an die Seite gestellt.

Eigentlich gilt es, Microsofts Vormachtstellung zu beenden und genau hier knüpft Fly! mit seiner Philosophie an. Es wurde mehr Wert auf ein akurates Flugmodell, die exakte Umsetzung möglicher echter Szenarien sowie die realistische Umsetzung der Flugroutenplanung und Durchführung gelegt. Und meiner Meinung nach ist dies Terminal Reality auch gelungen!

Fünf verschiedene Flugzeuge stehen zur Auswahl: die Cessna 172R, die Piper Malibu Mirage, die Piper Navajo Chieftain, die Beechcraft King Air B200 und der Raytheon Hawker 800XP Jet. Die exzellente Gestaltung der virtuellen Cockpits sowie die Umsetzung der flugzeugspezifischen Parameter und Features sind hervorragend gelungen und besser als bei allen anderen Flugsimulatoren, die bis jetzt erschienen sind.

Der Realismus des Simulators läßt sich einstellen, so daß auch absolute Anfänger die Chance haben, eine Platzrunde zu drehen. Steht der Realismusgrad auf "volle Dröhnung", muß schon ein ausgebuffter Profi mit Flugerfahrung hinter dem Steuerknüppel sitzen, um nicht unversehens die Nase in den Sand zu bohren. Aber so soll und muß es auch meiner Meinung nach sein. Hier hört es allerdings auch unversehens auf: Es ist nicht wirklich möglich, das Flugzeug zu crashen. Egal ob man auf den Boden prallt oder Berge rammt, das Flugzeug prallt ab wie ein Gummiball. Es wäre wirklich nicht so schlimm, wenn das Fugzeug ein wenig spektakulär zerbrechen oder explodieren würde, aber daß man nach einem solchem Crash einfach weiterfliegen kann als sei nichts geschehen, finde ich äußerst unrealistisch und trübt auch den Spielspaß. Kaputt ist nunmal kaputt...

Der Sound gehört zur Spitzenklasse, soweit ein Simulator dies zuläßt. Selbst feinste Einstellungen am Gemischhebel sorgen für eine hörbare Frequenzänderung am Motor. Das wiederum ist Realismus pur. Die Wettereinflüsse sind optimal umgesetzt und bilden ein Highlight in der Simulation. Eine Sache fiel meinem Profi auf: Alle Instrumente funktionieren mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks. Gerade aber das Auftreten unvermittelter Defekte - als Simulation der Abnutzung oder zum Training gewollt eingespielt - würden das Programm stark aufwerten. Wir haben leider vergebens danach gesucht...

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Tags: Singleplayer  

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