Test Watch Dogs - Meinungen und Wertung

Wie politisch ist Watch Dogs?

Bei einem Spiel, in dem der Hauptcharakter ein Hacker ist, der sich durch eine computerüberwachte Stadt bewegt, stellt sich eine Frage. Gibt es eine politische Botschaft in Watch Dogs?

Minispiele wie "Spider Tank" sollen Abwechslung ins Spiel bringen.Minispiele wie "Spider Tank" sollen Abwechslung ins Spiel bringen.

Vor den Gebäuden der ctOs-Stationen findet ihr Demonstranten, die gegen den Überwachungsstaat protestieren. Manchmal erscheinen auf Video-Wänden und Fernsehern in der Stadt Nachrichten, die zum Kampf gegen die totale Kontrolle aufrufen.

Im Gespräch mit der Redaktion äußert sich Colin Graham, Leiter der Animations-Abteilung, wie folgt zu dem Thema: "Wir wollen nicht werten und uns auf die Seite der Hacker oder des Überwachungssystems stellen. Wir möchten vielmehr den Spielern die Entscheidung selbst überlassen über die Zukunfts-Vision in Watch Dogs zu philosophieren." Gesprächsstoff liefert Watch Dogs bestimmt genug.

Mit den Elementen Hacking und Überwachungssysteme thematisiert das Spiel auf alle Fälle aktuelle Probleme. Ob politisch oder nicht, das Überwachungssystem in Watch Dogs regt zum Nachdenken an. Das Spiel selbst trotz einiger Fehler zum Spielen.

Aiden Pearce führt seinen Rachefeldzug nicht nur mit dem Handy.Aiden Pearce führt seinen Rachefeldzug nicht nur mit dem Handy.

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Fakten:

  • offene Welt von Beginn an begehbar
  • spielt im virtuellen Chicago
  • Hauptcharakter Aiden Pearce ist Hacker
  • mehrere Lösungswege für einen Auftrag
  • viele Nebenmissionen und Minispiele
  • virtueller Stadtführer
  • Online-Modus für bis zu acht Spieler
  • kostenlose App für iOS und Android für Mehrspieler-Modus
  • erscheint am 27. Mai 2014 für PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One
  • Sammler-Editionen von Watch Dogs erhältlich
  • Fassung für Wii U gibt es bisher nicht
  • Watch Dogs Bonus-Edition auf Amazon bestellen

Meinung von Retrohunter Sven Vößing

„Du wirst nie wieder von ihm hören“, heißt es im Spiel. Na, das will ich mal nicht hoffen. Die hochwertige Vertonung ist das Erste, was mir sofort bei Watch Dogs positiv auffällt. Die Synchronstimmen kenne ich aus Fernseh- und Kinofilmen und sie sorgen für eine packende Atmosphäre. Auch die dramatische Geschichte packt mich. Ich kann mich in Systeme einhacken, Mitmenschen um ihr Geld erleichtern oder Verbrechen verhindern. Gerade das mit den Verbrechen macht mir als Anhänger der Fernsehserie „Person of Interest“ viel Spaß.

Freude habe ich auch mit dem "Katz und Maus"-Spiel, wenn ein lebender, fremder Spieler in mein Spiel eindringt. Ich soll diesen in einem größeren Umkreis ausfindig machen und erledigen. Natürlich unter Zeitdruck! Da schieß ich dann doch gerne mal in der Gegend rum, wenn nur noch ein paar Sekunden übrig bleiben.

Getrübt wird das Spielerlebnis von den teilweise dämlichen Reaktionen der Computercharaktere. Beispiel? Ich parke meinen Wagen einfach mal mitten auf der rechten Spur. Warum? Weil ich es kann! Hinter mir bildet sich bald ein riesiger Stau. Es wird gehupt und die Fahrer schimpfen. Gut soweit. Doch die einfachste Lösung für diese Situation lässt die Künstliche Intelligenz des Spiels wohl nicht zu: Warum schert niemand aus und fährt um mein Fahrzeug herum?

Verfolge ich ein flüchtiges Fahrzeug in einer Mission, fährt dieses auch immer wieder den gleichen, offenbar bis ins Detail vorherbestimmten Weg, wenn ich die Mission neu starte. Tunnel einfach links, dann rechts rüber und wieder links ... fast schon wie auf Schienen. Mir persönlich fehlt es ein wenig an Leben in der Stadt. Verursache ich einen Unfall, rückt in GTA 5 die Polizei an und klärt die Situation. Hier passiert nichts! Der Unfall bleibt bestehen, die Charaktere spulen immer wieder die gleichen Wortfloskeln ab und ich kann zehn Minuten dort stehen bleiben ohne dass sich etwas an der Situation ändert. Ja, ich habe das ausprobiert.

Watch Dogs ist ein tolles Spiel mit einigen spannenden Elementen, nur die im Vorfeld oft ausgelobte Neuerfindung eines Genres bleibt aus. Da ich gerne mit dem Hacker Aiden unterwegs bin, kann ich damit leben.

Meinung von Marcus Heckler

Mit Watch Dogs liefert Ubisoft ein spannendes Hacker-Abenteuer in einer offenen Spielwelt. Das Thema des Hackers als Hauptcharakter gefällt mir. Aiden Pearce wandert während seinem Abenteuer oft auf dem schmalen Grat zwischen Held und Verbrecher. An vielen Stellen komme ich ins Grübeln und mache mir Gedanken über die totale Überwachung.

In erster Linie soll Watch Dogs aber unterhalten. Das fast schon überwältigende Angebot an Nebenmissionen und Minispielen verspricht Langzeit-Spaß. In den ersten Spielstunden habe ich auch wirklich Freude dabei Chicago zu erkunden. Mit der Zeit stumpfe ich aber gegenüber den immergleichen Missionen ab.

Einen Verbrecher-Konvoi stoppe ich jedes Mal auf die gleiche Weise. Sicher gibt es viele Lösungsansätze, aber bei einem Verbrecher-Konvoi soll immer irgendwie der Fahrer in der Mitte unschädlich gemacht werden. Nach einigen Anläufen löse ich den Auftrag inzwischen nur noch auf dem schnellsten Weg.

Die Minispiele sind lustig, es macht Spaß im Park eine Runde Schach zu spielen. Nach einem Auftrag, den ich schleichend und ohne viel Gewalt gelöst habe, belohne ich mich einfach mal mit einer Runde Spider Tank.

Das digitale Chicago ist mir etwas zu sauber, aber die Stadt gefällt mir dennoch. Ich nehme mir die Zeit und fahre Hochbahn, nur um den Ausblick zu genießen. Die Bürger führen ein halbwegs glaubwürdiges Eigenleben und ich finde es lustig, wie bei einem Unfall Passanten ihre Handys zücken um Bilder zu machen. Andererseits stoße ich oft an die virtuellen Grenzen der Computer-Intelligenz, ärgere mich über stereotype Abläufe und Nichtspielercharaktere, die ich schon mit einem auf der Straße abgestellten Auto überfordere.

Watch Dogs hat viel zu bieten und sorgt sicher auch dank der Mehrspieler-Aufträge für unterhaltsame Spielabende. Doch lenken die vielen Nebenmissionen und Angebote abseits der Kampagne davon ab, dass ihr am Ende doch immer nach dem selben Schema Schurken ausschaltet, euch in Kameras hackt oder Dinge in die Luft jagt. Ihr bekommt kein GTA 5, aber dennoch ein interessantes Spiel.

83

meint: Mit Watch Dogs liefert Ubisoft ein ambitioniertes Hacker-Abenteuer in einer offenen Spielwelt. Nur fehlt am Ende Abwechslung trotz spannender Missionen.

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Tags: Singleplayer   Multiplayer  

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