30 Jahre Tetris: Der Klötzchen-Krimi - Robert Steins größter Fehler

(Special)

Robert Steins größter Fehler

Im Nebenraum wartet geduldig Robert Stein. Belikow kanzelt ihn hochnäsig ab. Die Spielautomatenrechte könne er haben, die Lizenz für mobile Konsolen gebe es aber nicht. Stattdessen hält er ihm einen Zusatzartikel zu seinem schon bestehenden Vertrag über die Rechte an den PC-Versionen vor die Nase: „Unterschreiben Sie das mal eben!“

Das NES ist Belikows Definition nach eindeutig kein Computer.Das NES ist Belikows Definition nach eindeutig kein Computer.

Der angeblich so nebensächliche Zusatzartikel ist extrem kompliziert formuliert. Stein ist übermüdet, fühlt sich überrumpelt von diesem seltsamen Schrieb und so tappt er Belikow in die Falle. Er übersieht die einzige Zeile des Artikels, um die es eigentlich geht: Ein PC definiert sich demnach als bestehend aus Prozessor, Monitor, Laufwerk und Tastatur.

Stein unterschreibt und ahnt nicht, dass er sich selbst damit abspricht, die Rechte für Heimkonsolen je erworben zu haben. Denn einen Monitor und eine Tastatur haben die schon mal nicht. Belikow muss schnell ins dritte Zimmer, wo Kevin Maxwell auf ihn wartet.

Belikow zeigt dem jungen Firmenboss die Famicom-Kassette von Rogers mit dem Copyright-Vermerk von Elorg, Mirrorsoft und Tengen. Doch von dem Lizenzengeschacher seiner Firma weiß Maxwell nichts. Das sei dann wohl eine Raubkopie, sagt er. Mit diesem leichtfertigen Satz erlaubt auch Maxwell Belikow die Behauptung, Elorg habe die Konsolenrechte nie veräußert.

Doch Belikow ist bereit, Maxwell die Rechte nun nachträglich zu verkaufen. Damit macht er ihm dasselbe Angebot, das er nur Stunden zuvor an Rogers herangetragen hat. Gewonnen hat bei diesem surrealen Kammerspiel in Wahrheit nur Rogers. Stein kehrt gebrochen nach England zurück, als ihm klar wird, was er angerichtet hat.

Alles auf Anfang

Bis heute glaubt er, nicht nur Belikow, sondern auch Rogers habe ihn hereingelegt, als er den neuen Deal mit Nintendo witterte. Und Maxwell geht mit genauso leeren Händen nach Hause. Mirrorsoft wird kaum ankommen gegen Nintendos Finanzkraft.

Heutzutage läuft Tetris vom Taschenrechner bis zum iPod auf so gut wie jedem elektronischen Gerät mit Bildschirm.Heutzutage läuft Tetris vom Taschenrechner bis zum iPod auf so gut wie jedem elektronischen Gerät mit Bildschirm.

Nachdem Elorg die Karten zu Nintendos Gunsten neu gemischt hat, hat der japanische Konzern endlich eine reelle Chance, Atari die Konsolenrechte vor der Nase wegzuschnappen. Arakawa fliegt nun selbst zu Elorg. Handelspartnerschaften mit ausländischen Firmen liegen kurz vor dem Zusammenbruch des Ostblocks im Trend und so ist Belikow sehr angetan von Nintendos großzügiger Offerte.

Bei dieser Gelegenheit lernt er auch Alexei Paschitnow kennen und schenkt seinem Sohn einen Game Boy. Der kleine Junge ist damit in ganz Russland das einzige Kind mit einem Nintendo-Gerät. Zwischen Henk Rogers und Paschitnow entwickelt sich unterdessen gar eine Freundschaft fürs Leben.

Nach drei Verhandlungstagen trennen sich Nintendo- und Elorg-Vertreter in beschwingter Feierlaune. Man ist sich in allen Punkten einig. Doch so leicht gibt sich ein Maxwell nicht geschlagen. Seine Firma habe die Rechte längst erworben, argumentiert er. Über diesen Vertragsbruch der Russen werde er sich ganz oben beschweren!

Weiter mit: Der Papa wird's schon richten!

Tags: Fun  

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