Test Leo's Fortune: Springen im Goldrausch

von Sergej Jurtaev (17. Juli 2014)

Im Mai erschien Leo's Fortune für iOS-Geräte und entfachte eine Welle der Begeisterung. Dank der jüngsten Android-Veröffentlichung kommt nun endlich auch der Rest der Smartphone- und Tablet-Bevölkerung in den Genuss des Hüpfabenteuers.

Nun endlich auch für Android erhältlich: Leo's Fortune.Nun endlich auch für Android erhältlich: Leo's Fortune.

2D-Rumgehüpfe auf dem Tablet? Irgendwie passt das nicht zusammen – also so gar nicht! Die Grafik kann von gestern sein, die Musik von vorgestern, aber es muss sich gut steuern – also so richtig gut! Eine Sisyphos-Aufgabe, gänzlich unmöglich, eher lernen Schweine fliegen.

Und die haptische Rückmeldung, die fehlt auch; der Daumen will sich an den Analogstick lehnen und das Gehör lechzt nach dem sanften Klackern des Sprungknopfs. Jaja, es hat schon seine Gründe, warum Ubisoft aus Rayman - Jungle Run einen „Selbstläufer“ gemacht hat.

Kommt euch das irgendwie bekannt vor? Vielleicht habt auch ihr schon die Erfahrung gemacht, dass portables Springen-und-Laufen schnell zum Haare Ausraufen wird. Na, egal. Tatsache ist, dass die Online-Verkaufsplattformen mit ihren Unmengen an Applikationen große Wundertüten sind, die tendenziell viel (kostenlosen) Mist anbieten.

Aber glücklicherweise bestätigt die Ausnahme die Regel. Denn: Wenn der App Store ein riesiger, riesiger Heuhaufen ist, dann ist Leo’s Fortune eine kleine glänzende Nadel. Das Missverhältnis wird das kaum ausgleichen, aber hey, immerhin eine Nadel mehr.

Der goldige Leopold

„Man nannte mich den Erfinder großer Erfindungen“, stellt Leopold ganz nüchtern klar, so bescheiden wie er ist. Zeppelin, Grammophone, Heißluftballon – geht alles auf seine Kappe ... äh ... soll heißen: Bart.

Ähnlich wie Kirby, kann Leopold durch die Lüfte schweben.Ähnlich wie Kirby, kann Leopold durch die Lüfte schweben.

Unglaublich, dass Leopold diese Meisterleistungen ganz ohne Gliedmaßen vollbringt, denn Leopold ist mehr oder weniger ein blaues Fellknäuel oder ein buschiger Flummi, vielleicht aber auch nur Kirby, der in ein Becken voll Haarwuchsmittel gefallen ist.

Beeindruckender als sein prächtiger Bart ist nur sein Vermögen, dessen er beraubt wurde. Manisch jagt Leopold den Goldmünzen nach, die der Dieb perfide in den Levels wie Brotkrumen verteilt hat. Die Reise führt durch mystische Wälder, durch finstere Höhlen, durch antike Ruinen und schwindelerregend hohe Gebirge.

Viel Text gibt es nicht, aber die vertonten Monologe Leopolds sind großartig und irgendwie selbstironisch in der Darstellung, mit all ihrer Dramatik. Stimmungsvolle Zwischensequenzen in Monochrom erzählen dabei die kleine, aber feine Geschichte, die gar nicht so banal ist, wie es für Hüpfspiele üblich ist.

Tatsächlich ist es sogar recht spannend zu erfahren, wer Leopolds Gold gestohlen hat und aus welchem Grund. Die Geschichte ist nicht einfach nur ein Mittel zum Zweck, wie zum Beispiel in den dutzenden Mario-Spielen.

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Tags: Singleplayer  

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