Test The Last of Us - Mini-Makel und Schönheit im Stillen

Mini-Makel in grafischer Übermacht

Die Darstellung "unter der Lupe höherer Auflösung" birgt aber auch ein paar kleine Schattenseiten. Gerade in der dichten Atmosphäre, entstehend aus Gestaltung, Stimmen und den Widrigkeiten, die die Hauptfiguren bestehen müssen, stechen grafische Ungereimtheiten aus dem sonst so perfekten Gesamtbild besonders gut sichtbar hervor. Ihr kommt nicht umhin zu bemerken, wie seltsam und unnatürlich die eine oder andere Pflanze am Wegesrand aussieht. Dinge, die euch vorher vermutlich gar nicht aufgefallen sind.

Schimmernde Wasseroberflächen, gleißendes Licht, tiefe Schatten. The Last of Us - Remastered macht optisch einiges her.Schimmernde Wasseroberflächen, gleißendes Licht, tiefe Schatten. The Last of Us - Remastered macht optisch einiges her.

Grundsätzlich ist das aber auch egal. The Last of Us sieht fantastisch aus und schlägt sich auch im direkten Vergleich hervorragend mit Spielen, die direkt für die PS4 produziert worden sind (zum Beispiel Infamous - Second Son oder Killzone - Shadowfall).

Die sorgfältige Arbeit von Naughty Dog macht das Spiel bereits auf der PS3 zu einem grandiosen Erlebnis. Die Kombination aus einer konstant verstaubt und verfallen wirkenden Welt mit den gelungenen Animationen der Figuren und der liebevollen Gestaltung von selbst scheinbar unwichtigen Bereichen in den einzelnen Abschnitten macht sich bezahlt. Partikel- oder Wassereffekte, die bereits auf der PS3 gut aussehen, wirken in 1080p auf der PS4 noch überzeugender. Die Qualität der Grafik mag zwar nicht vollkommen perfekt ausfallen, aber gerade während des Spiels entsteht ein glaubhafter Gesamteindruck.

Nicht zu vergessen: Das Spiel spielt sich unverändert gut. Die Künstliche Intelligenz eurer Mitstreiter scheint aber an manchen Stellen nichts dazugelernt zu haben. Gerade Ellie zieht gerne noch munter ihre Kreise direkt vor einer Horde von "Clickern". Diese mutierten Menschen reagieren auf Geräusche und nur ein falscher Schritt von Joel reicht aus, um eine Katastrophe heraufzubeschwören. Ellie jedoch flucht, schimpft und quaselt unentwegt, selbst im Angesicht dieser speziellen Gefahr. Glücklicherweise reagieren die Feinde nicht auf sie, sondern nur auf den von euch gesteuerten Joel. Nicht besonders elegant, aber spielerisch auch nicht weiter bedenklich.

Inklusive Zusatzinhalt "Left Behind"

Der Rest des Spielablaufs bleibt auch weiterhin das Gegenteil zu sonst so gebräuchlichen offenen Konfrontationen und Ballereien. Es geht nicht darum, eure Gegner im Kugelhagel sterben zu lassen oder besonders geschickte Kopftreffer zu platzieren. Die Kämpfe sind oft brutal, roh und äußerst blutig. Schließlich spielt ihr auch nicht die Rolle eines kampferprobten Elitesoldaten, sondern ihr tut das, was ein Mensch in dieser Lage vermutlich tun muss: Überleben. Und das um jeden Preis.

Die Natur holt sich die Welt zurück. Die Schönheit in The Last of Us ist von der sehr morbiden Art.Die Natur holt sich die Welt zurück. Die Schönheit in The Last of Us ist von der sehr morbiden Art.

Wie bereits erwähnt bleibt auch die Geschichte unverändert. Erlebt ihr sie zum ersten Mal, ist sie spannend, herzzerreißend, tragisch, erbaulich und dann wiederum absolut niederschmetternd. Im zweiten Durchgang bleiben die Überraschungen aus. Doch das ist der Punkt, an dem euch kleine Feinheiten ins Auge fallen. Zum Beispiel der Ausdruck, den Joels Gesicht annimmt, wenn er an die Vergangenheit denkt. Oder wie sich die Beziehung zwischen Joel und Ellie entwickelt. Langsam, in kleinen Schritten, bis zu gewaltigen Sprüngen über seelische Abgründe.

Die schärfere Grafik hilft, den absichtlich karg gehaltenen Dialogen mehr Leben und Seele einzuhauchen. Meist ist es das Ungesagte, was wirklich zählt. Die Art und Weise, wie ein Charakter sich bewegt, sich zu jemandem hin- oder von etwas weg dreht, ein Blick, eine Geste - all dies präsentiert Naughty Dog in neuem Licht und verfeinert damit sein ohnehin schon feingeschliffenes Werk.

Fügt dem noch eine musikalische Begleitung hinzu, die gänzlich auf Bombast-Melodien, treibende Themen und zu Musik gewordenem Pathos verzichtet. Damit findet ihr in The Last of Us ein Abenteuer, das trotz seiner schier endgültigen Hoffnungslosigkeit dennoch Ruhe in sich selbst findet.

Auch befindet sich neben dem Hauptspiel der einzige Zusatzinhalt Left Behind mit auf der Bluray. Mehr zu dem ursprünglich nur herunterladbaren Inhalt erfahrt ihr in unserem Nachtest "The Last of Us - Left Behind: Eine erhellende Erweiterung". In aller Kürze: Trotz einer Spielzeit von nur etwa zwei Stunden stellt Left Behind die Essenz von allem dar, was an The Last of Us gut ist. Wenn ihr diese Episode noch nicht kennt, solltet ihr zuerst das Hauptspiel genießen. Auf diese Weise lassen sich die Zusammenhänge besser verstehen und ihr erlebt im Nachhinein so manchen Aha-Effekt.

Weiter mit:

Inhalt

Tags: Singleplayer   Multiplayer  

Kommentare anzeigen

Die 10 besten Aufbauspiele

Die 10 besten Aufbauspiele

In den vergangenen Jahren haben die Entwickler Aufbaustrategen nicht gerade mit viel Nachschub verwöhnt. Dennoch (...) mehr

Weitere Artikel

Ausprobiert: Mit dem Nacon PS4 Revolution Pro Controller erscheint ein Luxus-Pad für PS4

Ausprobiert: Mit dem Nacon PS4 Revolution Pro Controller erscheint ein Luxus-Pad für PS4

Nacon bringt in den nächsten Tagen für die PlayStation 4 den Revolution Pro Controller für 110 Euro auf (...) mehr

Weitere News

Gewinnspiel

Adventskalender Tür 9: Audio-Paket
Jetzt mitmachen!

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

The Last of Us (Übersicht)