Test Die Sims 4: Eine emotionale Achterbahnfahrt

von Sandra Friedrichs (05. September 2014)

Die realitätsnahe Grafik und manche (Kern-)Spielelemente der Vorgänger verabschieden sich in Die Sims 4 und machen Platz für Emotionen und Launen. Eine gute Entscheidung von den Entwicklern? Das bleibt eine reine Geschmacksfrage.

Das Leben der Sims ist herrlich normal - und doch völlig absurd.Das Leben der Sims ist herrlich normal - und doch völlig absurd.

Vor 14 Jahren fängt alles mit Die Sims an. Das Spiel bringt eine bisher unbekannte Tiefe in Lebenssimulationen. Die Charaktererstellung und der Häuserbau treiben die Spieler bis zu ihren kreativen Grenzen und die Sims schaffen es schon im Jahr 2000, eines der individuellsten Spielerlebnisse zu erzeugen. Jeder Spieler spielte mit anderen Sims, Häusern und Beziehungen.

Doch Hersteller EA war diese Tiefe nicht gut genug und bringt sieben Zusatzpakete auf den Markt. Bis dahin ahnten die Spieler nicht, dass das zur Praxis von EA wird und freuten sich eher, die Sims endlich in Urlaub Total auf Reisen zu schicken oder in Megastar zum neuen Popstar zu machen.

Einen grafischen Sprung nach vorne gelang dem zweiten Teil, Die Sims 2, vier Jahre später. Weg ist die starre Vogelperspektive, denn jetzt zoomt ihr nah ins Geschehen und schaut euren Sims mit weitaus mehr Modifizierungsmöglichkeiten über die Schulter. Zwar sind sie immer noch dumm wie Brot und können nichts ohne eure Befehle auf die Beine stellen, doch die Verbesserungen im Spielverlauf bringen weitaus realitätsbezogenere Gespräche und Beziehungen zustande. Allerdings verdanken die Sims ihre Komplexität wiederum den acht Zusatzpaketen wie Haustiere oder Apartment Leben.

Langsam sind die ersten Müdigkeitserscheinungen erkennbar und die Spieler rasten 2009 nicht völlig vor Freude aus, als Die Sims 3 erscheint. Viele bekannte Inhalte wie Urlaube in fernen Länder oder Großstadtmetropolen kommen erst mit Reiseabenteuer sowie Late Night. Auch die offene Nachbarschaft, die neue Altersstufe "junge Erwachsene" und die Charaktermerkmale verleihen dem Spiel nicht das gewohnte komplexe Spielgefühl.

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Die Sims 4 - Sims nach eurem persönlichen Geschmack

Dafür bieten die Erstellungsmodi weitaus mehr Tiefe, wodurch die kreativen Spieler ihre eigenen Kollektionen erstellen können. Auch das Leben der Sims wird aufgrund der neuen Charaktermerkmale verflochtener und die Beziehungen zwischen den Charakteren sind weitaus nachvollziehbarer. Das Spiel bietet den Spielern Herausforderungen, die aus dem Alltag stammen könnten.

Wenige Änderungen bei der finalen Simserstellung

Nach elf "Sims 3"-Haupterweiterungen ist der Moment für eine neue Ära gekommen: Die Sims 4. Anders als die Vorgänger setzt das Spiel auf eine verspielte Comic-Optik, die sich vor allem im Sims-Erstellungsmodus bemerkbar macht. Die Sims haben weitaus größere Augen und ihre Haut wirkt glatt und puppenartig. Ein Rückschritt? Nein, bloß ein Richtungswechsel, den alteingesessene Spieler aber nicht unbedingt mögen müssen.

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Die Vorschau zur "Erstelle einen Sim"-Demo beleuchtet bereits ausführlich den Erstellungsmodus. Ihr verabschiedet euch von starren Reglern und zoomt stattdessen mitten ins Gesicht eures Sims und formt jedes Detail mit Mausklicken. Das geht spielerisch und intuitiv von der Hand und macht enorm Spaß. Seit der Demo haben die Entwickler nur wenige Details geändert. So bietet das Spiel weitere Kleidungsstücke und ihr könnt wie gewohnt Sims in allen Altersstufen erstellen.

Allerdings fehlt immer noch der Sims-Stil, mit dem ihr im dritten Teil noch auf einem Farbdiagramm eigene Haar- oder Augenfarben erstellen könnt. Jetzt setzen die Entwickler auf vordefinierte Farben, was eure Kreativität und Flexibilität einschränkt. Das ist paradox, denn genau das wollte der vierte Teil eigentlich vermeiden.

Dieser Kritikpunkt mindert aber kaum den Spielspaß. Etliche Spieler verfielen bereits der neuen Sims-Gestaltung und in der Galerie tummeln sich tausende Kreationen von Spielern weltweit. Von hässlichen und deformierten Figuren bis hin zu Models und bekannten Hollywoodschauspielern - die Spieler leben wie schon in den Vorgängerteilen ihre Kreativität aus. Mit nur wenigen Klicks fügt ihr deren Kreationen eurem Spiel hinzu und platziert sie in eurer Welt.

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Tags: Singleplayer   Fun  

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