Test Destiny - Schmelztiegel und Wertung von Onkel Jo

Frust im Schmelztiegel

Weniger Freude bereitet die automatisch vorgenommene Auswahl der Gegenspieler im Schmelztiegel. So nennt Bungie den „Spieler gegen Spieler“-Bereich, in dem ihr Sachen wie „Deathmatch“ oder „Kontrolle“ (einnehmen und verteidigen von Stellungen) spielen dürft. In diese Partien nehmt ihr eure Ausrüstung mit und spielt je nach Modus sechs gegen sechs oder drei gegen drei.

Ein Mehrspielergefecht auf dem Merkur.Ein Mehrspielergefecht auf dem Merkur.

Das Spiel steckt euch dabei allerdings häufig mit Gegnern in ein Spiel, gegen deren Sprung- und Granatenfähigkeiten ihr kein Land seht. Die Waffen passt das Spiel zwar an, auf einem Niveau seid ihr deshalb trotzdem nicht. Wer sein ganzes Magazin in einen Mitspieler pumpt und danach trotzdem aus der Hüfte mit einem Schuss weggeballert wird, darf zurecht frustriert sein. Ihr dürft den Schmelztiegel zwar schon ab Stufe 5 betreten. Ein guter Rat: Macht das nicht! Wartet besser, bis ihr zumindest die Story beendet habt. Das erspart graue Haare und verschont eure Umwelt vor lauten Flüchen. Bungie, bitte nachbessern!

Generell weiß aber auch der Mehrspieler-Modus zu fesseln. Die Karten wirken im Ganzen professionell ausgetüftelt und geben mit Abschnitten auf Merkur, Jupiter oder Saturn auch einen Einblick, was denn da Bungie noch alles für künftige Erweiterungen des Kooperativ-Bereichs in petto hält. Potenzial für eine feste Komponente im Online-Leben von Action-Spielern besitzt Destiny ohne Frage.

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Fakten:

  • Online-Shooter von den Machern von Halo
  • Online-Pflicht für alle Spielmodi
  • keine zusätzlichen Abo-Kosten
  • häufige Ladezeiten vor allen neuen Missionen
  • modifizierbare Waffen und Kleidung
  • drei Hüter-Klassen spielbar (Titan, Warlock, Jäger)
  • Geschichte erschließt sich nicht im Spiel
  • Mehrspieler-Gefechte gegeneinander unausgewogen
  • Fassung für PC derzeit noch nicht in Sicht
  • erhältlich für PS4, PS3, Xbox One, Xbox 360
  • auch als Sammlerausgabe erschienen

Mehr von Destiny:

Meinung von Joachim Hesse

Destiny ist meine neue Droge. Es ist das Online-Ballerspiel, auf das ich lange gewartet habe. Es jetzt abschließend zu beurteilen, wäre allerdings wie Albert Einstein in der Grundschule für sein Lebenswerk auszuzeichnen.

Momentan schafft es Destiny gerade mal alle Bestandteile und die bei der Geschichte beteiligten Parteien kurz vorzustellen. Von der Handlung raffe ich wenig, weil Bungie einfach nichts auflöst. Nur wer außerhalb des Spiels in der App oder der Webseite die eingesammelten Grimoire-Karten liest, bekommt partiell mehr Einblick. Verwegene Theorie, die gerade die Runde macht: Ihr verkörpert im Spiel gar nicht die Guten und der Reisende ist eine böse Waffe, die alles Leben bedroht. Ob es stimmt oder nicht, das Grundgerüst öffnet den Entwicklern unglaubliche Möglichkeiten für die kommenden Inhalte. Möglichkeiten, die allerdings aktuell noch nicht im Spiel integriert sind und die ich nicht bewerten kann.

Erwartet aufgrund der Lücken deshalb am Ende kein Aha-Gefühl der Zufriedenheit wie bei Wolfenstein - The New Order. Spielt Destiny lieber wegen der hervorragenden Kooperativ-Erlebnisse und den geschmeidigen Schießereien. Mich fesseln die schnellen Gute-Laune-Ballereien und die reibungsfrei integrierten Sprungfähigkeiten, Nahkampfattacken und Spezialangriffe enorm. Doch spätestens wenn der Abspann über den Schirm flimmert, solltet ihr ein paar feste Online-Freundschaften geschlossen haben und euch fortan gemeinsam in die Schlacht stürzen. Ohne verliert ihr nach ein paar Tagen den Spaß an Destiny. Denn das Spiel macht zwar vieles richtig, erfindet den Ego-Shooter aber keineswegs neu.

Ich persönlich glaube daran, dass Bungie den holprigen Mehrspieler-Modus über kurz oder lang in den Griff bekommt und auch bei der Hintergrundgeschichte noch Antworten (nach)liefert. Zum Punkt Motivation nur eine Frage: Habt ihr unseren Mammut-Livestream am Wochenende verfolgt? Selbst danach habe ich noch gerne weitergespielt - wenn das mal kein gutes Zeichen ist!

83

meint: Exzellenter Online-Shooter, der vieles richtig macht, aber wenig neu. Mit weiteren Inhalten hat er das Potenzial zum Klassiker.

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Tags: Online-Zwang   Science-Fiction   Multiplayer   Koop-Modus  

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