125 Jahre Nintendo - Teil 2: Krisen, Kitsch und Kinderwagen

(Special)

von Christian Detje (27. September 2014)

Und weiter geht’s mit der Nintendo-Chronik. Heute erfahrt ihr, wie das Unternehmen den Sprung von Karten zu Konsolen gemeistert hat. Wir erzählen euch von den irren Sechzigern – und von den zwei schlimmsten Firmenkrisen. Um ein Haar hätte es Mario und Link nie gegeben.

Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja: Nintendo geht es Anfang der Dreißiger richtig gut – so gut, dass der zweite Firmenpräsident Sekiryo Yamauchi in ein für damalige Verhältnisse imposantes Hauptquartier investiert. Er selbst nimmt sich noch die Zeit, neue Spielkartenmotive zu entwerfen, und heimst dafür eine Medaille nach der anderen ein.

Im Kiotoer Stadtteil Ohashi befindet sich der Stammsitz von Nintendo.Im Kiotoer Stadtteil Ohashi befindet sich der Stammsitz von Nintendo.

Auch die Nachfolge ist geregelt. Sekiryo ist zwar erst Anfang 50, aber um sowas kümmert man sich lieber zu früh als zu spät. Shikanojo Inaba, so glaubt Sekiryo, ist ein Ausbund an Fleiß und guten Manieren. Bei Nintendo ist er ein Vorzeigemitarbeiter.

Deshalb macht Sekiryo ihn zum dritten Yamauchi, indem er ihn mit seiner Tochter Kimi verheiratet. Kimi hat damals schon einen kleinen Sohn: Hiroshi Yamauchi. Wenn es nach dem dynastischen Plan der Familie geht, dann wird er einst Shikanojo beerben und Nintendos vierter Boss werden. Doch Pläne sind dazu da, um durchkreuzt zu werden. Shikanojo ergreift kurz nach der Hochzeit die Flucht. Und wer soll nun Nintendo übernehmen?

Das schwarze Schaf der Yamauchis

Noch besteht kein Grund zur Panik. Sekiryo hat den Laden voll im Griff. Aber wie schnell kann sich das ändern! Wer würde dann den Präsidententhron erben? Von seinen anderen Schwiegersöhnen kommt keiner in Frage, unverheiratete Töchter hat Sekiryo nicht mehr und ein Nicht-Yamauchi an Nintendos Spitze? Daran ist überhaupt nicht zu denken.

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125 Jahre Nintendo: Von Disney, Streiks und Bowlingbahnen

So oft Sekiryo es auch dreht und wendet – es läuft immer wieder auf seinen Enkel Hiroshi hinaus. Er muss einfach lange genug durchhalten, bis der Junge alt genug ist, um den größten Spielkartenhersteller Japans zu führen. Mutter und Großeltern erzählen dem Sechsjährigen nichts davon, dass Shikanojo die Familie im Stich gelassen hat. Sein Vater sei von der Regierung in die Mandschurei abkommandiert worden, sagen sie ihm.

Soweit bekannt, war Shikanojo sein Stiefvater, denn Hiroshi wurde noch während Fusajiros Präsidentschaft geboren, damit also auch, bevor Sekiryo sich nach einem Nachfolger umsehen musste. Doch das macht die Sache nicht weniger tragisch.

Weiter mit: Pathos und Propaganda, Dekadenz und Schickeria

Tags: Shigeru Miyamoto  

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