125 Jahre Nintendo - Teil 2: Krisen, Kitsch und Kinderwagen - Scharfe Schüsse auf Bowlingbahnen, Nintendos größte Krise

(Special)

Scharfe Schüsse auf Bowlingbahnen

Zaghaft erlaubt er sich die Frage, was Yokoi denn mit dem Gewehr zu tun gedenke. Zu Yamauchis Erleichterung plant Yokoi weder Attentat noch Banküberfall. Ein echtes Gewehr braucht er beim Experimentieren für sein neues Projekt, das Laser Clay Shooting System.

Dank Yamauchis zündender Idee sind die alten Bowlingbahnen plötzlich wieder überfüllt.Dank Yamauchis zündender Idee sind die alten Bowlingbahnen plötzlich wieder überfüllt.

Noch in den Sechzigern hat fast jeder Japaner nach Feierabend fanatisch gebowlt. Eine Bowling-Manie schwappte durch das Land. Aber alles, was schwappen kann, das kann auch versickern. Jetzt, 1971, rosten Unmengen von Bowlingbahnen im ganzen Land vor sich hin. Niemand will mehr bowlen. Da schlägt Yamauchi zu.

Nach Absprache mit Yokoi lässt er die Bahnen zu virtuellen Schießständen umrüsten. Projektoren werfen Bilder von Zielen an die Wand und mithilfe eines komplizierten Reflexionsverfahrens erkennen Sensoren, ob der unsichtbare Strahl aus dem Lasergewehr das Ziel getroffen oder verfehlt hat. Das gefällt den Leuten. Es gefällt ihnen sogar so gut, dass die ehemaligen Bowlingbahnen bald Tag und Nacht geöffnet haben.

Nintendos schlimmste Krise

Und Yamauchi ist im Bowling-Kaufrausch. Das Laser Clay Shooting System ist derart rentabel, dass er eine Anlage nach der anderen an Land zieht. Das Risiko scheint überschaubar, denn Yokois Gewehre sind bald genauso in Mode, wie Bowling es einst war. Doch dann kommt der 18. Oktober 1973, Nintendos schwärzester Tag.

Brettspiele im westlichen Stil oder Brettspiellizenzen aus dem Westen beschäftigen Nintendo sehr intensiv. Hier seht ihr ein Spiel zu Disneys "101 Dalmatiner".Brettspiele im westlichen Stil oder Brettspiellizenzen aus dem Westen beschäftigen Nintendo sehr intensiv. Hier seht ihr ein Spiel zu Disneys "101 Dalmatiner".

Die Preise für Öl aus dem Mittleren Osten steigen so plötzlich und so dramatisch an, dass sie die Wirtschaft der ganzen Welt an den Abgrund drängen. Besonders hart trifft die Ölkrise Japan, das 98 Prozent seines Öls importieren muss.

Keiner hat jetzt mehr Geld für ein Spielchen. Das Land driftet in eine schwere Rezession und Yamauchi fackelt nicht lange: Von einem Tag auf den anderen schließt er all seine Schießstände. Doch Nintendos Schulden verharren dennoch bei fünf Milliarden Yen. Es geht dem Konzern 1974 so dreckig, dass der Präsident täglich damit rechnet, dass Nintendo endgültig kollabiert. Yamauchi tut kein Auge mehr zu. Und ausgerechnet jetzt taucht sein Vater wieder auf.

Weiter mit: Der letzte Wunsch, Videospiele in den Kinderschuhen

Tags: Shigeru Miyamoto  

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