125 Jahre Nintendo - Teil 2: Krisen, Kitsch und Kinderwagen - Der letzte Wunsch, Videospiele in den Kinderschuhen

(Special)

Der letzte Wunsch des schwarzen Schafes

Nach 40 Jahren in der Fremde fühle Shikanojo Yamauchi sich nun durch und durch geläutert, schreibt er seinem verdatterten Sohn. Was er getan habe, tue ihm ja so leid. Wenn er doch nur noch einmal seinen lieben Jungen Hiroshi in die Arme schließen könnte.

Der Konzern experimentiert Ende der Sechziger mit teilweise ungemein ausgeklügelten Spielzeugen. Diese Autobahn zieht die Autos selbsttätig die Rampe herauf.Der Konzern experimentiert Ende der Sechziger mit teilweise ungemein ausgeklügelten Spielzeugen. Diese Autobahn zieht die Autos selbsttätig die Rampe herauf.

Doch der lehnt ab. Zu tief sitzt der Stachel, mit seiner Mutter damals einfach im Stich gelassen worden zu sein. Shikanojo gibt nicht nach. Habe er eigentlich schon erwähnt, dass er sterbenskrank sei? Da lässt Yamauchi sich dann doch zu einem Treffen breitschlagen.

Sie begegnen einander in einem Gasthaus. Shikanojo ist 70 Jahre alt und tatsächlich so krank, dass er seinen Sohn liegend empfängt. Drei Stunden lang schweigen die beiden sich an und drei Tage darauf stirbt Shikanojo. Das weiß Yamauchi zu würdigen.

Er vergibt seinem Stiefvater und erscheint sogar zur Beerdigung. Als wäre mit Shikanojos Tod ein Schatten aus Nintendos Seele entfleucht, wendet sich das Blatt nun wieder, wenn auch noch zögerlich.

Videospiele und solche, die es werden wollen

Eine abgespeckte Version des Laser Clay Shooting Systems ist es schließlich, die Nintendo erstmals in die modernen Spielhallen bringt. Statt einer breiten Wand als Projektionsfläche kommt die Mini-Variante mit einem normalen Bildschirm aus. Das Prinzip ist dasselbe: Je nachdem, ob der Spieler ein Ziel trifft, wechselt das System blitzschnell zu einem anderen Videoband. Kann man das vielleicht schon Videospiel nennen? Ansichtssache.

Das Mini Laser Clay ist so etwas wie der Übergang hin zum Arcade-AutomatenDas Mini Laser Clay ist so etwas wie der Übergang hin zum Arcade-Automaten

Doch im Westen treten Videospiele bereits ihren Siegeszug an. Ataris minimalistische Pingpong-Simulation Pong macht sie salonfähig. Während die Amerikaner sich schon mit farbigen Spielen beschäftigen, entdeckt Japan 1975 erst das EVR-System für sich, ein Pseudo-Videospiel, das auch nur Filme zeigt.

Stellt euch vor, ihr würdet vor einem Krimi darauf wetten, wer der Täter ist. Der Unterschied zum "Electronic Video Recording" (kurz: EVR) besteht lediglich darin, dass es über einen Speicher über Dutzende sehr ähnliche Filmschnipsel verfügt, die es in zufälliger Reihenfolge abspielt.

Weiter mit: Gute Grafik oder Go, Stammsitz Spielhalle, humorvolles Schicksal

Tags: Shigeru Miyamoto  

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