125 Jahre Nintendo - Teil 2: Krisen, Kitsch und Kinderwagen - Die Rotlicht-Panne, Jagd nach klugen Köpfen

(Special)

Die Rotlicht-Panne

Seine Frau Michiko duldet die Eskapaden ihres Mannes stoisch. Doch es kränkt sie entsetzlich, dass sogar die regionalen Zeitungen in hübscher Regelmäßigkeit berichten, der Nintendo-Chef sei wieder in Begleitung einer blutjungen Geisha gesichtet worden. Und dann entdeckt er in seinem abendlichen Hobby eine Geschäftsidee.

Liebeshotels können wie ein Schwimmbad genauso wie ein Schloss oder  ein Raumschiff eingerichtet sein. Abwechslung muss ja auch sein!Liebeshotels können wie ein Schwimmbad genauso wie ein Schloss oder ein Raumschiff eingerichtet sein. Abwechslung muss ja auch sein!

Liebeshotels könnt ihr euch wie die erotische Form eines kleinen Freizeitparks im Hotelambiente vorstellen. Paare mieten sich hier ein für ein ungestörtes Abenteuer. Denn Japaner leben oft mit ihren Eltern unter einem Dach und die Wände sind so dünn, dass jeder Ehemann, der sich ein bisschen gehen lässt, eine tödlich pikierte Schwiegermutter am nächsten Morgen riskiert.

Yamauchi steckt eine Menge Geld in Nintendo-Liebeshotels (zum Leidwesen seiner Frau), doch schon wieder irrt er sich; die Zimmer bleiben leer. Die Presse höhnt, Herr Yamauchi könne doch froh sein, denn schließlich dürfe er hier umsonst übernachten – was bei seinem Bedarf doch sicher eine gewaltige Ersparnis bedeute.

Auf der Jagd nach klugen Köpfen

Doch der Boss ist nicht zu bremsen. Dann eben ein neuer Versuch! Diesmal investiert er in ein Taxi-Unternehmen. Zuerst läuft es auch gar nicht schlecht, doch dann kriegt er sich mit den Fahrern in die Haare und zieht sich auch aus diesem Geschäft zurück.

Gunpei Yokoi (hier Ende der sechziger Jahre) gilt neben Shigeru Miyamoto und Hiroshi Yamauchi als größtes Nintendo-Genie. 1997 stirbt er bei einem Verkehrsunfall.Gunpei Yokoi (hier Ende der sechziger Jahre) gilt neben Shigeru Miyamoto und Hiroshi Yamauchi als größtes Nintendo-Genie. 1997 stirbt er bei einem Verkehrsunfall.

Allmählich wird das Geld knapp. Die Spielkartenbilanz ist 1965 ein Schatten ihrer selbst, doch rettet sie Nintendo vor dem Bankrott. Aber so kann es nicht weitergehen. Was macht Yamauchi falsch? Und endlich dämmert es ihm: Was er braucht, ist ein Team!

Die letzten 16 Jahre hat er die Geschicke der Firma eigenverantwortlich gelenkt. Seine Entscheidungen waren so unantastbar wie die eines Königs. Nun aber hat er schmerzlich erfahren, wie fehlbar er als König ist.

Yamauchi kommt zur Vernunft und geht auf die Suche nach jungen Talenten. 1965 heuert er wieder mal zwei davon an: den 25-jährigen Hiroshi Imanishi und den ein Jahr jüngeren Gunpei Yokoi, der ein Vierteljahrhundert später den Game Boy erfinden wird.

Weiter mit: Nintendo-Karten in Las Vegas, Die beste aller Mittagspausen

Tags: Shigeru Miyamoto  

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