125 Jahre Nintendo - Teil 2: Krisen, Kitsch und Kinderwagen - Nintendo-Karten in Las Vegas, Die beste aller Mittagspausen

(Special)

Nintendo-Karten in Las Vegas

Dem Präsidenten ist inzwischen klar geworden, wie absurd und verzweifelt diese Experimentierphase war. Nintendo muss sich wieder auf seine Wurzeln besinnen, auf Spiele. Und das müssen ja nicht unbedingt Kartenspiele sein. Zuerst versucht es der Konzern mit klassischen japanischen Brettspielen wie Go (Yamauchis große Leidenschaft), dann mit Lizenzen von westlichen Brettspielen.

Schach, Go, Mahjong ... Die ersten Brettspiele nach über 70 Jahren nichts als Karten sind allesamt klassischer Natur.Schach, Go, Mahjong ... Die ersten Brettspiele nach über 70 Jahren nichts als Karten sind allesamt klassischer Natur.

Der Umsatz tröpfelt vor sich hin. Zu schwierig ist es oft, vorauszusehen, was den Leuten gefällt und was nicht. Das gilt im Ausland noch mehr als in der japanischen Heimat. Dennoch exportiert Nintendo in dieser Zeit eine Menge Eigenproduktionen. So beliefert Kioto damals einige Casinos in Las Vegas mit Nintendo-Spielkarten.

Ein einzelner Mann rettet Nintendo schließlich. Aber im Augenblick ist der Typ noch damit beschäftigt, jene Maschine zu reparieren, die den Klebstoff zwischen die verschiedenen Papierlagen der Spielkarten schmiert. Es ist Gunpei Yokoi.

Die beste aller Mittagspausen

An einem Mittag des Jahres 1966 bemerkt Yamauchi, dass Yokoi mit einem seltsamen mechanischen Greifarm seine Mittagspause zubringt. Das Ding habe er selbst gebastelt, erläutert der seinem Chef. Doch der Chef hört kaum noch hin. In ihm arbeitet es und sicherlich hört er schon die Symphonie aus klingelnden Registrierkassen. Dieser biedere Zeitvertreib ist Gold wert, das weiß Yamauchi sofort!

Kaum zu glauben, dass bald vier Prozent aller japanischen Haushalte eine Ultra Hand besitzen.Kaum zu glauben, dass bald vier Prozent aller japanischen Haushalte eine Ultra Hand besitzen.

Im nächsten Jahr kommt Yokois Spielzeug als Ultra Hand auf den Markt. Es ist Nintendos erster echter Kassenschlager und Yokois Ticket zum Posten des Chefingenieurs.

Hiroshi Imanishi ist inzwischen so etwas wie Yamauchis rechte Hand und Berater. Er hat die Idee, das Unternehmen in drei Sektionen zu gliedern: Eine davon wird zu Gunpei Yokois Reich: Spiele, Spielzeug und alles andere, das nichts mit Karten zu tun hat, soll hier entstehen. Yokoi kann schalten und walten, wie er möchte. Und vor genialen Einfällen, die den Geschmack der Zeit genau treffen, kann er sich gar nicht retten.

Weiter mit: Elektronik als Ausweg, Liebe geht durch die Drähte

Tags: Shigeru Miyamoto  

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