125 Jahre Nintendo - Teil 2: Krisen, Kitsch und Kinderwagen - Gut gebrüllt, Plastiklöwe!, Kinderwippen und ähnliches

(Special)

Gut gebrüllt, Plastiklöwe!

Zusammen erfinden die beiden in den folgenden Monaten einen Apparat, der unter dem Namen Kosenju SP in die Spielwarenabteilungen kommt, eine Kombination aus Lichtpistole, Sensor und damit verknüpftem Plastiklöwen.

Trifft der Lichtstrahl das Loch im Löwen, fällt der durch einen elektrischen Impuls in sich zusammen.Trifft der Lichtstrahl das Loch im Löwen, fällt der durch einen elektrischen Impuls in sich zusammen.

Einen Mann wie Uemura kann Yamauchi gut gebrauchen. Kurzerhand wirbt er ihn von Sharp ab. Bis 2004 steht er danach in Nintendos Diensten und ist 1983 maßgeblich beteiligt an der Entwicklung des Famicom (NES im Westen).

Ungeachtet des stolzen Preises gehen der Löwe und sein Pendant, der Westernheld, weg wie Spitzen-Sake. Eine spektakuläre Werbekampagne tut ihr Übriges. Doch Yamauchi ist sehr wohl bewusst, wie fragil wirtschaftliche Triumphe sind. Was bei den Leuten ankommt, kann er mittlerweile ganz gut vorhersagen, aber das ändert nichts daran, dass der Geschmack seiner Kunden oft so schnell umschlägt wie bei einer launischen Diva. Die Gesetze des Marktes folgen chaotischen Richtlinien. Wer ihnen ein Schnippchen schlagen will, macht seine Produktpalette deshalb so breit wie nur möglich.

Kinderwippen und Kopierer

Yamauchi nimmt sich diese Erkenntnis zu Herzen. Gleichwohl übertreibt er es ein wenig. 1971 ist aus Nintendo so etwas wie der Kiotoer Quelle-Versand geworden, ein Warenhaus, das sich für keinen Ramsch zu schade ist.

Die Zuckerwatte für die ganze Familie. Von derselben Firma kommt keine 20 Jahre später der Game Boy. Unvorstellbar, oder?Die Zuckerwatte für die ganze Familie. Von derselben Firma kommt keine 20 Jahre später der Game Boy. Unvorstellbar, oder?

Nur zehn Jahre vor Marios Debüt rollen Nintendo-Kinderwagen durch Japan, in den Büros und Schulen sauen unausgegorene Nintendo-Kopierer wichtige Dokumente ein und in den Kinderzimmern stehen bunte Nintendo-Regale und Nintendo-Plastikwippen. Selbst Filzstifte und Zuckerwattemaschinen tragen das Firmenlogo.

Derweil grübelt Yamauchi über weitere Einsatzmöglichkeiten seiner Lichtpistole. Da stolpert er in der Zeitung über einen Artikel zu einem Schützenwettbewerb. Dazu müsste Yokoi doch eigentlich etwas einfallen! Wieder einmal zitiert er seinen besten Mann in sein gewaltiges Büro.

Am nächsten Morgen fragt Yokoi seinen Chef in aufgeräumtem Ton, ob er ihm wohl freundlicherweise ein Gewehr kaufen könne. Yamauchi stutzt. Das mit der Meuterei war doch eigentlich längst ausgestanden.

Weiter mit: Scharfe Schüsse auf Bowlingbahnen, Nintendos größte Krise

Tags: Shigeru Miyamoto  

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