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Final Fantasy XII (Playstation 2)

Artikel veröffentlicht am 27.02.2007

20 Jahre nach Erscheinen des ersten "Final Fantasy"-Spiels wurde nun in Deutschland der zwölfte Teil der legendären Rollenspielserie auf den Markt gebracht. Die Erwartungen an das vermutlich letzte "Final Fantasy" für die Playstation 2 sind hoch. Seit vielen Jahren setzt "Final Fantasy" regelmäßig neue Maßstäbe im Bereich der Videospielszene. Ob der zwölfte Teil der Serie diesen Anforderungen gerecht wird, erfahrt ihr in diesem Testbericht. Von Thomas Bruckert

Es geht um Macht und Stolz

Ein Unterirdischer Fluss incl. Wasserfälle

Das Spiel findet in einer teils mystischen Welt namens Ivalice statt, in der das technisch weit überlegene und mächtige Archadianische Imperium die Weltherrschaft anstrebt. In dem folgenden Krieg wird auch das winzige Königreich Dalmasca besiegt. Die Story des Spieles setzt zwei Jahre nach dieser Niederlage an. Die Hauptcharaktere, die größtenteils aus Dalmasca kommen, wollen das Imperium aufhalten und das einst stolze Dalmasca zurück erkämpfen und für andauernden Frieden im Königreich sorgen. Die wohl wichtigsten Charaktere sind Ashe, die Prinzessin von Dalmasca, und ein Junge namens Vaan, der ein Luftpirat werden möchte und dessen Bruder in dem Krieg starb. Im thematischen Zentrum von "Final Fantasy XII" stehen Politik, Macht, Stolz und Freiheit. Neben den sechs dauerhaften Charakteren, die sich euch mit fortschreitendem Spielverlauf anschließen, gibt es noch sogenannte Gast-Charaktere. Diese begleiten gelegentlich die Truppe und kämpfen an deren Seite. Der Spieler hat allerdings weder im Kampf, noch im Menü, Einfluss auf die Gast-Charaktere.

Der Spieler wird an die Hand genommen

Ihr seht eine von vielen Karten im Spiel.Icons zeigen an,wo Ausgänge und Speicherkristalle sind.

Bedienen lässt sich das Spiel sehr leicht. Ihr schaut aus der Third-Person-Sicht auf die Charaktere. Während ihr mit dem linken Analogstick die Spielfiguren steuert, könnt ihr euch mit dem rechten Analogstick umsehen und zoomen. Die Kameraführung ist pflegeleicht und gibt im Vergleich zu anderen Spielen keinen Anlass für Verbesserungsmöglichkeiten. Auch die Menüführung in und außerhalb von Kämpfen ist übersichtlich. Zusätzlich wird euch alles erklärt, was im Spielverlauf neu dazukommt. Der Spieler wird also an die Hand genommen, was angesichts der Komplexität des Spieles auch nötig ist. Diese Erklärungen könnt ihr auch jederzeit nachlesen. Ein Handbuch ist also nicht nötig. Nicht nur Erklärungen über Funktionen im Spiel können nachgeschaut werden, es wird auch ein Archiv von allen Gegnern angelegt, denen ihr begegnet und besiegt ihr einen Feind mehrmals, werden Zusatzinformationen und Tipps zu diesem Gegner freigeschalten.

Grafische Leckerbissen, wohin man auch schaut

Eine Szene aus einer Videosequenz.

Nicht nur die Steuerung lässt keinen Platz für Verbesserungen. Auch grafisch wird viel geboten. Die Videosequenzen sind wieder von sehr hoher Qualität, wie man es schon von vorigen "Final Fantasy" Teilen kennt. Aber auch außerhalb dieser Videosequenzen fällt das visuell hohe Niveau auf. Es fängt bei den detailreich gestalteten Charakteren an, geht weiter über die naturgetreuen Darstellungen von Landschaften bzw. jeder einzelnen Pflanze, hinüber zu tollen Spezialeffekt in bzw. außerhalb des Kampfes und endet schließlich mit komplex gebauten Städten und Tempeln, bei denen es so scheint, als wäre jeder einzelne Stein und jedes einzelne Objekt mit Detailverliebtheit gestaltet worden. Nur wer sich einige Dinge (z.B. Wände) von ganz nah anschaut, wird kleine grafische Mängel entdecken. Auch die Darstellung von Wasser und die der sich bewegenden Wolken ist gelungen. Regen, Bewegungen und Spiegelungen der Landschaft im Wasser wurden gut umgesetzt.

Passende Musik für jede Gelegenheit

Es gibt wieder Chocobos.

Ebenfalls gut umgesetzt sind die Geräusche und Musikstücke in "Final Fantasy XII". Jede Stadt und jedes Gebiet hat sein eigenes spezielles Musikstück, welches immer irgendwie in die Situation zu passen scheint. Es gibt eine Sprachausgabe in Videosequenzen.Zusätzlich gibt es noch viele Geräusche, die in Invalice erzeugt werden und die dem Spieler nicht vorenthalten werden. So hört ihr zum Beispiel Schritte von Personen und Tieren (natürlich unterschiedlich, abhängig vom Untergrund), Geräusche vom fließenden Wasser und viele verschiedene Kampfgeräusche. Praktisch ist auch, dass ein kurzes Geräusch ertönt, wenn ihr in die Nähe eines Aktionsfeldes kommt und etwas untersuchen, benutzen oder jemanden ansprechen könnt. Genauso nützlich ist es, dass ihr auch wenn die MP auf Maximum sind, hierauf ebenfalls mit einem Geräusch aufmerksam gemacht werdet. Denn mit vollen MP könnt ihr Spezialangriffe ausführen.

Neuartiges Kampfsystem

Ein Kampf mit einem Wolf steht unmittelbar bevor.

Das Kampfsystem ist von Grund auf anders, als in allen bisherigen "Final Fantasy"-Teilen. So gibt es keine extra Kampfansicht mehr, sondern nur noch eine Abenteueransicht. In dieser bewegen sich die Charaktere und auch die Gegner. Zu einem Kampf kommt es, indem ihr euch den Gegnern nähert. Es wurde also Abstand genommen von dem Prinzip, dass sich der Spieler in einem Gebiet bewegt und dann plötzlich eine Auseinandersetzung startet. Mit dem neuen Kampfsystem ist es theoretisch auch möglich, Konflikten aus dem Weg zu gehen. Der Kampf selbst ist auch nicht rundenbasiert, so wie in "Final Fantasy X", sondern hat wieder den gewohnten "Active-Time-Battle". Einziger Unterschied hierbei ist nur, dass in "Final Fantasy XII" zuerst der Befehl eingegeben wird und sich danach der Balken auflädt. Ist dieser voll, startet die Aktion. Jede Aktion muss grundsätzlich selbst vom Spieler eingegeben werden, wenn es da nicht die "Gambit-Funktion" gäbe.

Für alles braucht man Lizenzen

Das Lizenzbrett von Balthier

Mit dieser können in gewisser Weise Einstellungen für einen Auto-Kampf eingegeben werden, sodass der Spieler den Charakteren entspannt beim Kämpfen zuschauen kann. Ihr kombiniert eine bestimmte Bedingung im Kampf mit einer bestimmten Aktion, die dann folgen soll. Beispielsweise könnt ihr einstellen, dass eine Person geheilt wird, wenn sie unter 70% der TP hat. Im Kampf selbst könnt ihr fünf verschiedene Magiearten (Schwarz-, Weiß-, Zeit-, Grün- und Schattenmagie), Techniken und Mysth-Kräfte benutzen. Bevor diese jedoch anwendbar sind, bedarf es zweierlei. Zum einen müssen Zaubersprüche und Techniken in einem entsprechenden Laden gekauft werden. Zum anderen braucht der Charakter, der dies nun im Kampf anwenden möchte, eine Lizenz dafür. Lizenzen können auf einem Lizenzbrett erworben werden, wenn der Charakter genügend Lizenzpunkte gesammelt hat.

Sonstige Veränderungen

Übersicht über die Gambiteinstellungen

Und diese Lizenzpunkte erhaltet ihr für besiegte Gegner. Lizenzen braucht ihr aber auch, um Ausrüstungsgegenstände benutzen zu können. Auch passive Boni, charakterspezifische Mysth-Angriffe und Mysth-Beschwörungen können auf dem Lizenzbrett erworben werden. Mysth-Angriffe sind sehr effektiv, verbrauchen im Kampf aber sehr viele MP. Bis zu drei Stück kann ein Charakter haben. Mysth-Beschwörungen sind mit denen aus "Final Fantasy X" vergleichbar. Ihr ruft eine Esper herbei und diese kämpft dann an eurer Seite. Es bleibt also nicht nur bei einem Aufrufzauber, wie er bis "Final Fantasy IX" vorkam. Neben dem auf den ersten Blick komplizierten Lizenzsystem und dem neuartigen Kampfsystem, gibt es noch weitere Veränderungen in diesem "Final Fantasy"-Teil. So gibt es die Möglichkeit, Nebenaufgaben wahrzunehmen und für diese belohnt zu werden. Auch gibt es ein "Mob-System", eine Art Kopfgeldjagd auf besonders schwere Gegner.

Die meisten Schätze sind in solchen Fässern versteckt

Die Gebiete, in denen ihr euch bewegt, sind wesentlich größer geworden. Aber zum Glück gibt es Teleportsteine, mit deren Hilfe ihr eure Reise verkürzen könnt. Für jede Stadt und jedes Gebiet gibt es Karten. Ihr irrt also nicht mehr planlos herum. Die künstliche Intelligenz ist hoch. Das eigene Gefolge denkt gut mit, wenn es zu einem bestimmten Ort laufen soll. Und auch die Gegner organisieren sich recht gut, sodass es selten vorkommt, dass ihr es mit nur einem einzelner Gegner gleichzeitig zu tun habt. Besiegt ihr vom gleichen Gegnertyp mehrere hintereinander, gibt es noch einen Bonus. Diese Serien bringen den Vorteil, dass ihr bessere Schätze bekommt und auch TP und MP zurück erhaltet, wenn ihr eine hohe Serie habt. Durch die bloßen Kämpfe mit Gegnern bekommt ihr kein Geld. Entweder findet ihr welches oder ihr verkauft gefundene Gegenstände oder erledigt Nebenaufgaben.

Fazit

Thomas Bruckert von Thomas Bruckert

Obwohl mit dem neusten Teil der "Final Fantasy"-Serie viele Veränderungen kamen, ist das Spiel dennoch sehr gut. Sound und Grafik lassen kaum Wünsche offen. Die Bedienung im Spiel könnte einfacher nicht sein. Und auch die Nebentätigkeiten im Spiel halten den Spieler gut bei Laune, wenn er die Hauptstory mal einen Moment nicht weiterspielen möchte. Einen kleinen Minuspunkt gibt es aber dennoch: Der Spieler gelangt zu einfach in Gegenden, in denen viel zu starke Monster sind. Resultat davon ist ein schnelles Game Over und der Frust, der damit einher geht. Aber abgesehen davon hat sich das lange Warten auf "Final Fantasy XII" definitiv gelohnt. Das Spiel sorgt für lang anhaltenden Spielspaß und fesselt den Spieler mindestens für mehrere Wochen. Ein Muss-Kauf nicht nur für Freunde von Rollenspielen.

spieletipps meint: Das lange Warten hat sich definitiv gelohnt. Das Abenteuer wird euch für Wochen blendend unterhalten.
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