Amokläufer-Spiel Hatred: Jetzt äußern sich die Entwickler zu den Vorwürfen

(Interview)

von Joachim Hesse (29. Oktober 2014)

Vor einer Woche sorgte das Spiel Hatred für Aufruhr. Das Spiel thematisiert einen Amoklauf als Spielinhalt. Gegenüber spieletipps spricht jetzt der Chef-Entwickler über seine Motive.

Ein spielbarer Amoklauf. Ein entsprechend derbes, erstes Video dazu verstärkt den beabsichtigten Tabubruch. Muss das sein? Ist das bloß billige Aufmerksamkeitshascherei oder doch moderne Kunst? Epic, der Hersteller der verwendeten Unreal Engine, reagierte schnell und ließ sein Logo aus dem Film entfernen. Eure Meinungen bezüglich Hatred gehen weit auseinander.

Auf Facebook schreibt etwa spieletipps-Leser Leonard Detering wenig amüsiert: „Super, das wird doch nur die Diskussionen um Killerspiele wieder anheizen.“ „Ist das was anderes als GTA?“, fragt hingegen Kevin Kensch. „Bei GTA, Saint's Row und so weiter laufen wir auch Amok, wenn uns langweilig ist.“ Henrik He schreibt: „Ich finde, das Game ist absolut krank. Es geht nicht darum, dass man tötet (das tut man ja in Assassin's Creed, sämtlichen Shootern und anderen Games auch), sondern dass der Fokus auf dem Töten Unschuldiger und Wehrloser liegt."

Weitere und durchaus interessante Kommentare findet ihr hier:

Im Gespräch mit den Entwicklern

Wer entwickelt so ein PC-Spiel? Und warum? Das Studio Destructive Creations mit Sitz in Gleiwitz, im südlichen Polen, ist vor Hatred ein unbeschriebenes Blatt. Dennoch kennen sich die meisten im Team bereits aus anderen Firmen. Über ihre Arbeit an Necrovision und seiner Fortsetzung, Painkiller - Hell and Damnation, Deadfall Adventures, Two Worlds 2, Get Even und einigen unvollendeten Projekten.

Was sagen die Entwickler selbst zu dem von ihnen angezettelten Sturm der Entrüstung? „Wir haben mit einem 'Shitstorm' nach unserer Ankündigung gerechnet, nur nicht, dass er so groß ausfällt“, steht mittlerweile auf ihrer Internet-Seite. Gegenüber spieletipps bezieht Jaroslaw Zielinski, Kreativchef des Spiels, direkt Stellung bezüglich der kursierenden Nazi-Vorwürfe und den Intentionen der Spielmacher.

Gruppenbild von Entwickler Destructive Creations. Gesprächspartner Jaroslaw Zielinski ist der zweite von links.Gruppenbild von Entwickler Destructive Creations. Gesprächspartner Jaroslaw Zielinski ist der zweite von links.

Welche Geschichte wollt ihr mit Hatred vermitteln – verrät der Trailer bereits die komplette Handlung?

Jaroslaw Zielinski: "Du meinst den gesamten Hintergrund? Ja, du kennst alles aus dem Trailer. Wir werden den Spielern keine Details aus dem Leben des Antagonisten geben, wir wollen ihn in keiner Weise rechtfertigen oder ihn für die Spieler sympathisch machen. Er darf deshalb nicht “zu menschlich” sein. Nichtsdestotrotz gibt es eine Geschichte im Spiel, die wir erzählen. Der Spieler ist Teil der schlimmen Reise unseres Bösewichts und wird die Gründe dafür am Ende erfahren. Erwartet nur keine moralische Rechtfertigung."

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Tags: Uncut   Onkel Jo  

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