Test Dragon Age 3 - Leider kein zweiter Shepard, Das Spiel der Throne

Kein zweiter Shepard

Stichwort Charaktere: Wie in den Vorgängern habt ihr auch diesmal wieder eine Auswahl von Begleitern an eurer Seite, von denen ihr immer nur drei in eure aktive Gruppe einladet. Insgesamt gibt es in Dragon Age - Inquisition neun unterschiedliche Mitstreiter, doch wirklich spannend sind sie leider nicht. Lediglich die durchgeknallte Anarcho-Elfe Sera und der listige Zwerg Varric fallen angenehm auf. Der Rest bleibt eher blass und oberflächlich. Wie von Bioware gewohnt könnt ihr wieder zahlreiche Romanzen mit den anderen Charakteren eingehen, wobei euch diesmal auch zahlreiche Personen außerhalb eures Gefährtenkreises offenstehen.

In Dragon Age - Inquisition habt ihr mehr Gelegenheiten für Romanzen als je zuvor.In Dragon Age - Inquisition habt ihr mehr Gelegenheiten für Romanzen als je zuvor.

Die eher unspektakulären Begleiter sind an sich schon schlimm genug, doch besonders ärgerlich ist, dass auch euer Hauptcharakter keinen wirklichen Tiefgang entwickelt. Ihr könnt zwar endlich wieder das Volk eures Helden frei bestimmen (zur Auswahl stehen die bekannten Elfen, Menschen und Zwerge sowie neu: die gehörnten Qunari-Riesen), aber eine spezielle Vorgeschichte wie im ersten Teil dürft ihr auch diesmal nicht erleben. Wo der Held herkommt und warum er damals im Tempel war, wird nicht groß thematisiert.

Außerdem bleiben eure Gesprächsoptionen und Aktionen erschreckend brav. Wo beispielsweise Commander Shepard aus der "Mass Effect"-Reihe sich noch wie ein cholerischer Brüllaffe aufführen durfte und jedem, der ihm blöd kam, erstmal volles Pfund aufs Maul gab, fehlen solche Rüpel-Aktionen fast völlig im Repertoire des Inquisitions-Helden. Vielmehr seid ihr der geborene Diplomat und könnt fast immer nur auf mehr oder weniger direkte Art „Ja“ sagen.

Auch wenn sie grimmig aussieht, die Großinquisitorin ist eher eine Diplomatin.Auch wenn sie grimmig aussieht, die Großinquisitorin ist eher eine Diplomatin.

Wer also von dem Spieletitel „Inquisition“ erwartet, dass er einen grimmigen Kriegsherren spielen kann, der zum Erreichen seiner – letztendlich guten - Ziele reihenweise über Leichen geht, der wird eher enttäuscht sein. Ihr dürft zwar teilweise harte Entscheidungen treffen und ab und zu über gefangene Feinde zu Gericht sitzen, aber an den guten alten Commander Shepard und seine kompromisslose Art kommt der Großinquisitor leider nicht heran.

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Das Spiel der Throne

Was Dragon Age - Inquisition an Charaktertiefe fehlt, macht das Spiel zumindest teilweise durch die Inszenierung der Inquisition wieder wett. Als Großinquisitor steht ihr dem Orden vor und befehligt über dessen Ressourcen und Truppen. Daher weist ihr an einem Kartentisch euren Beratern spezielle Aufträge zu. Beispielsweise indem ihr Hauptmann Cullen mit einer Abteilung Truppen losschickt, um Flüchtlinge zu beschützen oder eure Botschafterin Josefine Briefe an den König von Ferelden schreibt, um den Einfluss der Inquisition zu verstärken. Dank dieser Funktion fühlt ihr euch bald wirklich wie ein echter Herrscher, was der Atmosphäre zugute kommt.

Auf der strategischen Karte plant ihr Einsätze der Inquisition.Auf der strategischen Karte plant ihr Einsätze der Inquisition.

Diese Aktionen wiederum bringen euch zahlreiche Vorteile, beispielweise bessere Ausrüstung, Geld oder Einfluss, der wiederum in allgemeine Gruppenboni umgesetzt wird. Ab und an schaltet ihr auch spezielle Szenarien frei, die ihr dann mit eurem Helden und seinen Gefährten bestreiten dürft. Allerdings könnt ihr nicht unendlich viele Einsätze starten. Damit ihr die entsprechenden Aufträge am Kartentisch erteilen dürft, braucht ihr eine Ressource namens „Macht“ und diese bekommt ihr durch erfolgreiche Aufträge in den Gebieten.

Dies führt wiederum dazu, dass ihr teilweise Zwangspausen in der Handlung habt, weil ihr erst einmal die nötige Macht in der Spielwelt verdienen müsst. Zwar bietet euch das Spiel zahlreiche Aufgaben, doch viele davon sind nicht sehr spannend. Vielmehr verbringt ihr sehr viel Zeit mit belanglosen Sammel- und Botenaufträgen. Angesichts der wirklich gut inszenierten Haupthandlung fallen diese Pflichtaufgaben umso nerviger auf.

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Tags: Fantasy   Singleplayer   Koop-Modus   Multiplayer  

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