Test Phoenix Wright Trilogy - Ein Anwalt wird zum Detektiv, ein spielbares Buch

Ein Anwalt wird zum Detektiv

Nach etlichen Ablegern wie Apollo Justice - Ace Attorney oder Professor Layton vs. Phoenix Wright haben sich die Entwickler nach fast einer Dekade gedacht, dass sie den Spielern die Hauptserie grafisch aufpoliert auf die 3DS-Konsole servieren wollen. Mithilfe der digitalen Fassung könnt ihr die Trilogie im Nintendo eShop für rund 30 € erwerben.

Wo sind die Hinweise versteckt?Wo sind die Hinweise versteckt?

Fünf Fälle stehen euch dabei pro Spiel - Justice For All ausgenommen - zur Verfügung, die euch vor Detektivarbeit stellen und anschließend eure Beweise vor Gericht vorführen lassen. Das heißt, dass ihr einen Angeklagten zugeschrieben bekommt, der meist in einen spektakulären Mord involviert ist. Sei es ein beliebter Schauspieler, der einen Co-Star um die Ecke gebracht haben soll oder ein Bühnenmagier mit verblüffenden Zaubertricks - kein Charakter ist zu schrill.

Als Detektiv auf Umwegen geht ihr nach "Point and Click"-Manier durch die verschiedenen Standorte und sucht im Hintergrund nach Hinweisen. Blutflecken, Papierschnipsel, eine ungewöhnliche Anordnung von Möbeln - alles kann euch später im Gerichtsverfahren helfen. Außerdem befragt ihr die Zeugen des Falls, um mehr Informationen zu sammeln und so Munition für das Verfahren zu haben. Mit den richtigen Fragen offenbart ihr die Lügen der Zeugen und seid bereit, die Unschuld des Angeklagten zu beweisen.

Ein spielbares Buch

Im Gerichtssaal gilt es dann, eure gesammelten Hinweise geschickt im Kreuzverhör einzusetzen. Ihr versucht Widersprüche in den Aussagen der Zeugen zu finden und diese Mithilfe von Beweisen aufzudecken. Diese Kombination aus Detektivarbeit und Gerichtsverfahren bringt genug Abwechslung in den Spielverlauf, der ansonsten linear ausfällt und ohne Alternativlösungen auskommen muss.

Die Beweise gilt es im Gerichtsverfahren, taktisch klug einzusetzen.Die Beweise gilt es im Gerichtsverfahren, taktisch klug einzusetzen.

Das klingt im ersten Moment vielleicht ein wenig trocken und langweilig. Ja, Phoenix Wright ist nichts für Lesefaule, die ihren Grips nicht anstrengen wollen. Die Serie fällt mit ihren unrealistischen Fällen sehr speziell aus. Die teilweise unglaubwürdigen Wendungen machen aber den Reiz aus. Ihr könnt am Anfang nur erahnen, wie der Fall endet, und seid trotzdem überrascht, wie sich die Zeugen plötzlich verhalten und was sie offenbaren.

Daher lohnt es sich auch, die nicht überspringbaren Dialogfenster aufmerksam zu lesen. Klar habt ihr wie bei Hotel Dusk - Room 215 nach Beenden der Trilogie mit einer Gesamtspielzeit von 50 Stunden sicherlich ähnlich viel Text gelesen, wie in einem "Harry Potter"-Band; aber die Anstrengung lohnt sich. Die Serie ist auf ihrer Art äußerst unterhaltend.

Allerdings hat das Spiel durch seinen einzigartigen Aufbau auch Schwachstellen. Dank der Linearität kennt ihr die Lösungen der Fälle nach nur einem Durchspielen. Heißt, das Spiel gibt euch immer einen Lösungsweg vor, den es herauszufinden gilt. Habt ihr das Spiel also einmal gespielt und kennt die Fälle dementsprechend, wird euch Phoenix Wright nicht mehr überraschen und kaum fordern. Der Wiederspielwert ist niedrig, wodurch ihr eher selten noch einmal in die Rolle des Anwalts schlüpfen werdet.

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