Das Rocksmith-Experiment: Klappt das wirklich, mit dem Spiel Gitarre zu lernen? - Schmerzen und Erfolge

(Kolumne)

Diese Schmerzen! - Von tauben Fingerspitzen und wachsender Hornhaut

Ich hatte ab und zu schonmal eine Gitarre in der Hand. Allerdings waren das immer Akustikgitarren. Demnach war ich nicht allzu gut auf das vorbereitet, was mich nach den ersten Runden erwarten sollte: Schmerzen! Es gibt durchaus Videospiele, die in der Lage sind, einem Schmerzen zuzufügen. Seien es Wadenkrämpfe nach längeren Kinect-Sitzungen, wunde Daumen von Olliolli oder auch seelische Wunden, wie sie zum Beispiel Brothers - A Tale of Two Sons erzeugt.

Rocksmith 2014 beschert mir eine neue Art von Schmerz. Die sensibelsten Teile meiner Finger werden unerbittlich gequält. Da jede Saite mit Kraft festgehalten werden sollte, spürt man als ungeübter Gitarrenspieler die einschneidende Wirkung der metallenen Saiten sehr deutlich.

Somit ist bereits die erste Stunde mit Rocksmith 2014 eine echte Herausforderung. Doch hier heißt es: "Zähne zusammenbeißen und durch!" Im Laufe der Zeit werden die Schmerzen weniger und eine dezente Schicht Hornhaut macht sich auf den Fingerkuppen breit. Immer seltener bleiben die Fingerspitzen über Tage hinweg taub und während sich der Körper an die neuen Begebenheiten gewöhnt, zeichnen sich erste Lernerfolge ab.

Die erste Stufe - Ich kann es fühlen

Es dauerte circa zwei bis drei Wochen. Ich bemerke das erste Mal, dass ich die Gitarre mit einer Art Instinkt in die Hand nehme. Meine Finger krümmen sich zum Halten der Saite beinahe automatisch. Ich spüre keinen Schmerz beim Halten der Saiten. Jeder Ton ist mir bewusst, bevor ich ihn anspiele. Nach einigen Tagen, an denen Zweifel über die Effizienz von Rocksmith in mir hochkamen, empfinde ich zum ersten Mal einen echten Fortschritt. Viele Griffe kann ich bereits auswendig. Das fällt mir besonders dann auf, wenn ich die Gitarre meiner Frau in die Hand nehme und ohne auf die Stege zu schauen einen kleinen Teil von "Knockin' on Heavens Door" spiele.

Rocksmith bringt mir etwas. Das steht für mich fest. Noch kann ich kein Lied vollständig spielen, doch meine Zuversicht wächst, dass ich es irgendwann können werde. Gleichzeitig bekomme ich ein präzises Verständnis meines Lerntempos. Ich weiß nun welche Hürden noch vor mir liegen und wo genau meine aktuellen Schwachstellen liegen. Dazu gehört besonders die Geschwindigkeit, in der ich umgreife. Gerade bei "Knockin' on Heavens Door" muss ich schnell zwischen mehreren Akkorden wechseln. Doch mit Hilfe des Riff-Repetitors kann ich eben diese Stellen gezielt trainieren.

Sogar das im Spiel verbaute Handbuch, das ohne Funktion einzelne Akkorde auflistet, ist nun ein willkommener Begleiter für mich. Wann immer mir im Spiel ein neuer Akkord begegnet, suche ich diesen und verinnerliche mir die Position der einzelnen Finger. Ab jetzt sehe ich keine Hieroglyphen und Rätsel mehr. Ich sehe Noten und Bewegungen.

Weiter mit: Fazit und Gewinnspiel

Tags: Singleplayer  

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