Piraten! Die wahren Vorbilder von Assassin's Creed 4 (Teil 2 von 2) - Mary Read

(Special)

Edward "Blackbeard" Thatch

Wer noch nie von Blackbeard gehört hat, der ... Nein, ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendwer noch niemals in irgendeiner Form über diesen Namen gestolpert ist. Er ist der Inbegriff der karibischen Piraten, oder der Piraten schlechthin. Von der Kinderliteratur bis zur Kinoleinwand ist er bereits überall in Erscheinung getreten. Man möchte meinen, dass er daher der schlimmste, grauenerregendste und gefährlichste Pirat aller Zeiten war. Das war er zwar alles nicht, aber er ist schon nahe dran.

Der berühmte Pirat Blackbeard in Assassin's Creed 4 - Black Flag.Der berühmte Pirat Blackbeard in Assassin's Creed 4 - Black Flag.

In Black Flag macht er eine ziemlich gute Figur, wirkt jugendlich frisch. Zumindest solange er noch nicht seinen Bart hat. Er erweist sich als fast väterlicher Freund für Edward. Ein guter Kumpel, auf den er sich verlassen kann und dem er vertraut. Kurzum: auch wenn man nicht weiß, was er sonst so treibt, man mag ihn einfach und empfindet Bedauern bei seinem spektakulär in Szene gesetzten Tod. Ein schönes Denkmal für ihn.

Bei seinem historischen Vorbild ist man sich uneins, wie denn nun sein Name lautete. Meist wird "Teach" bevorzugt, doch "Thatch" hat sich ganz gut eingebürgert, weshalb auch ich dabei bleibe. Aber es gibt noch mehr Varianten. Aufgrund seiner Bekanntheit weiß man, verglichen mit den anderen, recht viel über ihn. Doch sollte man auch in dem Fall etwas vorsichtig sein. Denn es gab einen Piraten mit einem ähnlich klingenden Spitznamen und besonders in europäischen, beziehungsweise deutschen Darstellungen könnten die beiden sich vermischt haben.

Kommen wir dazu, was er so getrieben hat. In Bristol in England geboren und aufgewachsen, und das vermutlich nicht in armen Verhältnissen, begann er unspektakulär. wie die meisten. Ein normaler Dienst in einer Flotte, oder auch bereits bei den Freibeutern, wo er für seinen Mut und seine Zivilcourage bekannt war.

So soll Blackbeards Piratenflagge ausgesehen haben.So soll Blackbeards Piratenflagge ausgesehen haben.

Dass noch weit mehr in ihm steckte, erkannte erst Benjamin Hornigold, der in Thatchs Anfangszeiten bereits einen Ruf als Freibeuter hatte. Hornigold nahm ihn unter seine Fittiche und bald hatte der junge Thatch ein eigenes Schiff und Kommando. Dies war auch die Zeit, in der die Berichte über Thatch konkreter wurden.

In dem einen Jahr ihrer Kooperation wurden beide berühmt, berüchtigt und gefürchtet. Nach Ablauf dieses Jahres zog Hornigold sich zurück, nahm das Pardon an und erschien schließlich auf der gegnerischen Seite wieder. Thatch, der ihn mittlerweile in Sachen Ruf weit überflügelt hatte, hat das mit Sicherheit absolut nicht gefallen. Dementsprechend schlecht dürfte er auf ihn zu sprechen gewesen sein.

Ende 1717, zu dieser Zeit reiste er bereits mit Bonnet, kaperte er ein Sklavenschiff, nannte es "Queen Anne's Revenge" und rüstete es mit vierzig Kanonen aus. Es gibt eine Szene im Spiel, in der Thatch, nunmehr mit dem namensgebenden Bart, Bonnet fast dazu bringt, sich in die Hosen zu machen. Auch erklärt er, dass alles nicht mehr als eine Show sei, er sich also für das "Publikum" so aufführt.

Tatsächlich verließ Thatch sich vornehmlich auf sein Auftreten. Wenn er einen Kampf vermeiden konnte, dann vermied er ihn auch. Und wer würde bei einer solchen Vorführung von einem baumhohen, ernsthaft bedrohlich wirkenden Kerl, mit rauchenden und glühenden Drähten am Hut (oder sollten das Zündschnüre sein?) und möglicherweise im Bart, nicht die Waffen strecken?

In einem Bericht heißt es, Thatch hätte sich den Bart geflochten und manchmal mit bunten Schleifen verziert. Nun, wenn das mal keine erschreckende Vorstellung ist! Er wusste sehr gut um sein Auftreten, seine Wirkung, und wie er diese einsetzen musste, um seine Gegner nur durch sein bloßes Vorhandensein in Angst und Panik zu versetzen.

Ergaben seine Gegner sich also, so plünderte er sie aus und ließ sie anschließend ziehen. Zumindest gibt es keine Berichte darüber, dass er die Besatzungen töten ließ. 1718 hatte Thatch sich nicht nur einen Namen gemacht, sondern eine beachtliche Flotte und gut 700 Mann unter sein Kommando gebracht.

Wir gelangen jetzt an eine Stelle, bei der mancher denken mag, dass sie reine Erfindung sei, oder zumindest eher metaphorisch. Nämlich die Sache mit der Medizin. Dass er zuvor erst danach tauchte, dürfte tatsächlich Erfindung sein, aber er begann eine Belagerung von Charles Town, setzte einige fliehende Schiffe fest und entführte mehrere Besatzungsmitglieder.

Und all dies tat er, um Medizin zu erpressen, die wirklich wichtig war. Man gab ihm, was er wünschte. Freiwillig, nach tatsächlich etwas längerer Wartezeit und der einen oder anderen Drohgebärde. Und ohne, dass er Krokodile häuten musste.

Furchtlos aber nicht gänzlich grausam: Blackbeard im Kampf.Furchtlos aber nicht gänzlich grausam: Blackbeard im Kampf.

Natürlich hörte auch er von Woodes Rogers, dessen Kriegsflotte und dem Pardon. So schickte er Bonnet, um das Pardon anzunehmen (nicht zu Rogers, sondern zu einem Mann namens Charles Eden in Bath Town). Wie es heißt "um zu sehen, was passiert". Mensch, Thatch, du hast Stede wie einen Köder missbraucht! Nun, es funktionierte, aber Blackbeard unterlag wohl einem spontanen Sinneswandel, denn er ließ Bonnet zurück, nahm dafür dessen Schiff mit und setzte dessen Crew aus.

Bald darauf kehrte Thatch jedoch wieder zurück mit nur noch einem Schiff und einem Bruchteil seiner vorherigen Crew. Er nahm das Pardon schließlich doch entgegen. Alles in allem dürfte seine Beute ausgereicht haben, um für ein ganzes Leben versorgt zu sein. Was hat er also in all der Zeit getrieben, bevor Edward (oder in der Realität Vane) ihn zurückholen wollte?

Er ließ sich in Bath Town nieder und man munkelt, er hätte sogar geheiratet. Beweise gibt es dafür aber keine. Ihm wurde nahegelegt, sich eine Freibeuterlizenz zu besorgen, was er wohl auch tat. Mit anderen Worten, er schickte sich an, dasselbe zu tun wie zuvor. Nur diesmal mit Erlaubnis. Besonders für den eher schlecht gestellten Eden dürfte das lukrativ gewesen sein, denn Freibeuter durften nur einen gewissen Teil der Beute behalten.

Ende 1718 schickte Charles Vane sich an, Blackbeard zurückzuholen, was dieser in Anbetracht seiner momentanen fruchtbaren Lage natürlich ablehnte. Es gab ein ordentliches Besäufnis, aber Thatch wollte seine Meinung nicht ändern.

Doch letzten Endes wurde man doch auf die Piratenübergriffe aufmerksam und man schickte zwei Kriegsschiffe. Blackbeard fand den Tod in der folgenden und für beide Seiten verlustreichen Schlacht. Er soll gekämpft haben wie ein Teufel, selbst dann noch, als er bereits schwer verwundet war. Mindestens fünf Kugeln sollen ihn getroffen haben, ebenso wie mindestens zwanzig Schwerthiebe.

Letzten Endes wurde er jedoch regelrecht niedergemetzelt als sich mehrere der Gegner auf ihn stürzten. Man köpfte ihn, warf seinen Körper in die Bucht von Ocracoke und hängte seinen Kopf an den Bugspriet von Maynards Schiff(das war der Name des gegnerischen Kapitäns).

Alles, was ihr im Spiel über Thatch erfahrt, mal abgesehen von der Tauchglocke, ist wahr. Von den glühenden Drähten am Hut, zum am Mast aufgeknüpften Koch, bis dahin, dass ein Soldat ihm von hinten die Kehle aufschlitzte! Alles ist korrekt! Freut euch, dass ihr praktisch dem echten Blackbeard die Schulter klopfen konntet, ganz ohne Klischees, dem Papagei auf der Schulter und einem Holzbein und Holzarm. Oder schlimmer noch: je zwei davon.

Wie kaum ein anderer vereinte Thatch Intelligenz, Charisma und Ruchlosigkeit in seiner Person. Wen wundert es da, dass sich so viele Legenden um ihn ranken? Inklusive des legendären Schatzes! Ein wahrlich würdiges Denkmal für diesen Inbegriff eines Piraten!

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Tags: Singleplayer   Science-Fiction  

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