Piraten! Die wahren Vorbilder von Assassin's Creed 4 (Teil 2 von 2) - Edward "Blackbeard" Thatch

(Special)

John Bartholomew "Black Bart" Roberts

Der letzte auf der Liste, ist der Herr mit dem scheußlichen "70er Jahre"-Bart. Dass mit dem was nicht ganz in Ordnung zu sein scheint, ahnt man bereits, wenn man nur seine Beine sieht. Im Spiel stellt er eine Art überirdisches Wesen dar, verrückt geworden durch unzählige Reinkarnationen und erfüllt von einer schier dämonischen Todessehnsucht. Ehrlich, irgendwas muss Juno da verpatzt haben!

Black Bart, nicht zu verwechseln mit Blackbeard.Black Bart, nicht zu verwechseln mit Blackbeard.

Man kann gewiss zweierlei für ihn empfinden. Entweder man hat das Bedürfnis, seinen Kopf so lange unter Wasser zu drücken, bis keine Blasen mehr aufsteigen, oder man hat Mitleid. Oder auch beides. Den Eindruck, dass er nichts anderes als sterben will, hat man bis zum Schluss, wenn er von Kugeln durchsiebt wird. Oh, Abstergo, wenn ihr gewusst hättet, wen ihr da erschießt!

Andererseits entsteht aber auch der Eindruck, dass er eigentlich niemandem schaden möchte. Der echte Black Bart würde sich lachend im Grab umdrehen. Wenn er denn überhaupt eines hat.

Sein historisches Vorbild war der erfolgreichste, grausamste, blutrünstigste und gefährlichste Pirat, der je in der Karibik kreuzte. Er kaperte und plünderte mehr Schiffe als alle voran genannten Personen zusammen. Scheinbar willkürlich tötete er gegnerische Besatzungen, oder ließ sie am Leben. Vielleicht, weil die Sonne mal besonders schön schien. Ein eindeutig geistesgestörtes Individuum.

Wie auch Edward war er Waliser. (Hm, wie kommt es dann, dass Eddie sein Dialekt nicht vertraut ist?) Bereits in jungen Jahren fuhr er zur See, unter anderem auf einem Sklavenschiff namens "Princess", und erwies sich als ausgezeichneter Seemann.

1719 wurde die Princess gekapert und Roberts in den Dienst der Piraten gezwungen. Er wurde also nicht freiwillig Pirat. Besonders zimperlich wird man nicht mit ihm umgesprungen sein, und das mochte genügt haben, um ein wenig verrückt zu werden. Oder aber, er fand sich damit ab und machte das Beste daraus.

Auf der anderen Seite, war das Leben eines Piraten weit lukrativer als jenes in irgendeiner Handelsflotte. Auch das dürfte den jungen Roberts überzeugt haben. Sein neuer Kapitän stellte schnell fest, dass Roberts ein ausgezeichneter Navigator war und zog ihn immer häufiger zu Beratungen heran.

Kurze Zeit später, nach knapp sechs Wochen, wurde der Kapitän getötet (erschossen auf Principé) und man wählte Roberts zum neuen Kapitän. Er muss echt Eindruck gemacht haben! Natürlich nahm er die Wahl an und sagte: "Ich tauchte meine Hände in schmutziges Wasser ..." Ihr wisst, wie es weitergeht.

Die Flagge von Black Bart verhieß Angst und Schrecken.Die Flagge von Black Bart verhieß Angst und Schrecken.

Bevor er dann aufbrach, um Angst und Schrecken zu verbreiten, rächte er erstmal seinen Kapitän. War sicher auch kein schöner Anblick. Sein erster Geniestreich, war der Diebstahl eines reich beladenen Schiffes, das zu einer Schatzflotte gehörte. Es segelte in einem Verbund, unter dem sich auch zwei schwer bewaffnete Kriegsschiffe befanden. Als die Flotte vor Anker lag, segelte Roberts sein eigenes Schiff zwischen den Verbund und tat so, als gehöre er dazu. Ohne, dass irgendwer es bemerkte, stahl er seine Beute und segelte mit der neuen Errungenschaft davon. Als es doch bemerkt wurde, war es zu spät. Man konnte ihn nicht mehr einholen.

Aber auch er war vor Betrug nicht gefeit. Einige seiner Männer machten sich mit dem Schatzschiff auf und davon.
Stinkwütend setzte Roberts sich daran, eine Liste mit Regeln und Verboten aufzustellen, die im Spiel sogar kurz erwähnt werden. So durfte nicht um Geld gespielt werden, weder beim Würfeln, noch beim Kartenspiel. Verrätern und Dieben unter der Besatzung sollten Nase und Ohren abgeschnitten werden. Und um 8 Uhr mussten alle Lichter an und unter Deck gelöscht werden.

Innerhalb kürzester Zeit hatte er sich einen Namen gemacht, den jeder fürchtete, und der Händler veranlasste, die Häfen gar nicht erst zu verlassen. Schon gar nicht, wenn es hieß, er könne in der Nähe sein. 1720 erreichte er Neufundland, fand dort 22 Schiffe im Hafen von Ferryland und plünderte und versenkte sie eines nach dem anderen. Aber nicht nur das: Er ließ die gesamte Küste verwüsten. Vor allem, weil er auf keine Gegenwehr traf, sondern die Kapitäne der jeweiligen Schiffe lieber die Flucht ergriffen. Feigheit verabscheute er wohl.

Als er und seine Männer in die Karibik zurückkehrten, erreichte er den Höhepunkt seiner Karriere. Unzählige Schiffe wurden gekapert und versenkt. Gefiel ihm eines besonders gut, behielt er es. Sein Flaggschiff, auch wenn es natürlich nicht immer dasselbe war, trug stets den Namen Royal Fortune. Er besaß eine kleine Flotte mit mal mehr, mal weniger Schiffen, aber es waren immer mindestens fünf.

Der Pirat Black Bart vor einem Teil seiner stolzen Flotte.Der Pirat Black Bart vor einem Teil seiner stolzen Flotte.

Als es in der Karibik allmählich zu gefährlich für ihn wurde, brach er nach Afrika auf, wo man ihn 1722 jedoch aufspürte. Ihn ereilte etwas ähnliches wie Rackham, beziehungsweise Rackhams beiden schlagkräftigen Ladys. Am 9. Februar 1722 hatte Roberts erneut gute Beute gemacht und seine Mannschaft diesselbe feuchtfröhlich gefeiert. Als man ihn am nächsten Tag also entdeckte, war seine Besatzung noch ordentlich verkatert und zu nichts zu gebrauchen.

Trotzdem lieferten sie sich einen zähen Kampf. Ich schätze, sie hätten vielleicht wirklich gewonnen, wären sie topfit gewesen. In der zweistündigen Schlacht verlor Roberts jedoch sogar als erster sein Leben. Lange zuvor hatte er bereits verfügt, dass man seinen Körper in einem solchen Falle ins Meer werfen oder alternativ an einem unbekannten Ort beisetzen sollte.

Doch obwohl er, wo auch immer er war, eine Spur des Schreckens und der Verwüstung hinterließ (unter anderem setzte er ein Sklavenschiff in Brand, ohne dass die bedauernswerten Menschen an Bord die Chance hatten vom Schiff zu fliehen), ist wenig über ihn bekannt. Man weiß um seine Taten, aber nicht, wer dieser Mann wirklich war.

Es ranken sich durchaus Mythen um ihn, wobei einige sich mit denen von Blackbeard vermischt haben könnten. Unter anderem, gab es die Theorie, dass er gar kein Mann war, sondern Anne Bonny. Was durchaus auch ein Grund sein könnte, dass er keine Frauen an Bord haben wollte. Ja, das stand in seinen Regeln. Und wer sich in dem Fall widersetzte, war so gut wie tot. Allerdings war Anne zu dieser Zeit mit Rackham unterwegs.

Kommen wir zum Fazit:

  • Seine Darstellung als gestörter, nahezu skrupelloser Psychopath dürfte der Realität sehr nahe kommen.
  • Einige Stationen seines Lebens sind richtig, wenn auch in einem leicht veränderten Zusammenhang.
  • Die Zusammenstellung seiner Mannschaft ist ebenfalls richtig. Viele stammten wirklich von Sklavenschiffen und sollten verkauft werden. Ein Schicksal, das sie mit der Niederlage in der Schlacht doch noch ereilte.
  • Er trank wirklich lieber Tee als Rum und hatte im allgemeinen etwas gegen zu heftige Gelage.
  • Vermutlich verflucht er seine Mannschaft noch aus der Hölle heraus. Schließlich war deren Trunkenheit der Grund, dass sie am Ende so haushoch verloren.
  • Er mochte edle Kleidung und Juwelen, wie gezeigt.
  • Außerdem stimmt, dass man seine Leiche nie fand und dass er nicht wollte, dass sie in die Hände seiner Gegner fällt. Vielleicht um zu vertuschen, dass er wirklich kein Mann war?

Seine charakterlichen Züge und seine einst von einem Gegner beschriebene Kleidung sind also ziemlich gut getroffen!

Wie es scheint, sind wir am Ende angelangt. Dann sollte es nun möglich sein, die zu Anfang gestellte Frage zu beantworten. Ohne Zweifel haben die Entwickler viele Mühen und Aufwand in die Recherche der geschichtlichen Fakten gesteckt und sie zu einer eigenen Geschichte verknüpft. Wenn auch nicht zu hundert Prozent, so doch zumindest zu mehr als 90 % kann man sich auf die korrekte Darstellung der historischen Persönlichkeiten und des umgebenden Geschehens verlassen! In Black Flag erlebt man also tatsächlich das Goldene Zeitalter der Piraten hautnah mit.
Seien es also nun die Piraten der Karibik, die Borgias, oder der Unabhängigkeitskrieg – man spielt in der Tat ein Spiel, in dem man eine Menge lernen kann. Vorausgesetzt, ihr hört und seht genau zu und last auch die Animus-Datenbank nicht links liegen.

Ihr solltet aber trotzdem weiter zur Schule gehen.

Folgende Quellen wurden zur Recherche für diesen Beitrag herangezogen:

  • Latin American History
  • Geo - Pirates of the Carribean
  • Wikipedia
  • diverse Reportagen zum Thema "Piraten der Karibik"
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Tags: Singleplayer   Science-Fiction  

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