Test The Order 1886 - Meinungen und Wertung

Fakten:

  • spielt in einer alternativen Realität im London des 19. Jahrhunderts
  • schlüpft in die Rolle des schlagkräftigen Ordensritters Sir Galahad
  • häufiger Wechsel zwischen Ballereien, Laufereien und Geschicklichkeitseinlagen
  • strikt linearer Ablauf mit wenig Spieltiefe
  • etwas kurze Spiellänge von etwa 6 bis 8 Stunden
  • herausragende Präsentation mit zahlreichen Sequenzen
  • ungeschnitten in Deutschland erhältlich
  • ab heute erhältlich für PS4
  • erhältlich als "Blackwater"-Sammelausgabe

Tipps und Tricks:

Meinung von Thomas Stuchlik

Ich liebe die glaubhafte Steampunk-Spielwelt von The Order. Ich liebe die Grafikpracht, die selbst bei der PC-Elite große Augen verursacht. Weniger liebe ich den relativ knappen Spielinhalt. Weder Spiellänge noch Spieltiefe überzeugen hier. Auch fehlt für meinen Geschmack ein zusätzlicher Mehrspieler-Modus, der dieses Manko aufwiegen könnte.

Die Solokampagne erfüllt nicht alle meine Erwartungen. Denn lasse ich einmal die schicke Aufmachung außen vor, offenbart sich ein gewöhnlicher Deckungs-Shooter mit eingestreuten Minispielchen. Spielerisch erwartet euch somit kaum Überraschendes. Schade auch, dass sich trotz kurzer Spiellänge der Wiederspielwert in Grenzen hält. Es gibt einfach zu wenig Neues zu entdecken. Es fehlt mir trotz grandioser Aufmachung an Spannung und Überraschung. Egal ob erzählerisch oder spielerisch.

Dennoch ziehe ich die kurz-knackige Unterhaltung endloser Eintönigkeit manch anderer Spiele vor. Zwar bin ich eher ein Freund offener Welten, doch The Order 1886 bietet für mich eine gelungene Synthese aus Film und Spiel. Und damit auch packende Unterhaltung für einige Abende.

Meinung von Onkel Jo

Man kann nicht behaupten, die Entwickler hätten ihr Werk auf die leichte Schulter genommen. „Bereits 2006 haben wir die ersten Dokumente für das Spiel erstellt“, hat mir vor zwei Jahren Ru Weerasuriya, der Gründer von Entwickler Ready at Dawn bei einer Präsentation von The Order in Köln verraten. Das Szenario hat mir sofort gefallen. Die Klamotten der Darsteller, die Pferdekutschen, das erinnert mich auf den ersten Blick ein wenig an „Interview mit einem Vampir“. Nur dass Hauptdarsteller Galahad nicht die Eckzähne ausfährt, sondern auf Schusswaffen setzt.

Besagte Knarren wirken wie aus Dishonored importiert. Komplizierte Konstruktionen im Steampunk-Stil, die aber von der Optik abgesehen auf klassische Weise wie bekannte Pistolen oder Schrotflinten funktionieren. „Die Waffe mag nicht echt sein, aber alle ihre Bestandteile existieren wirklich“, behauptet Weerasuriya. Nun gut, interessiert mich eigentlich auch nicht. Ich will wissen, ob es Spaß macht, sie zu benutzen.

Und bei Gott, das macht es!

Denn auch mit einem Grafikblender kann ich Spaß haben. Besonders wenn sich die Entwickler bei der Hintergrundgeschichte ins Zeug legen und auch die deutsche Fassung mit exzellenter Sprachausgabe aufwartet. Mit Wohlgefallen visiere ich einen Gegner nach dem anderen an und hechte durch den feindlichen Kugelhagel. Die Deckungsgefechte wecken Gefühle wie damals bei Kill.Switch und Gears of War - zumindest für meinen Geschmack keine schlechten Referenzen. Nur was sich die Entwickler bei den überflüssigen Riesenbalken oben und unten gedacht haben? Ich hatte gehofft die Dinger im Zeitalter von 16:9 und 1080p nie wieder sehen zu müssen.

Abseits der Schusswechsel erweist sich The Order über weite Strecken als besseres Dragon's Lair - angezeigten Alibi-Knopf drücken, zuschauen, fertig. Ziemlich wenig für ein Spiel. Vieles läuft fast automatisch ab, wie im Kino. Mit Zwischensequenzen, die sich nicht überspringen lassen. Auch bekomme ich ungern vorgeschrieben, wann ich laufen darf und wann nicht. Wer schon bei Assassin's Creed - Unity beklagt, in Wattebäusche gehüllt zu sein, fühlt sich hier wie ein Ochse, der am Nasenring durch einen interaktiven Spielfilm gezerrt wird. Aber hey, wem die Steampunk-Atmosphäre gefällt, kommt auf seine Kosten. Popcorn bereitstellen und los!

The Order - 1866 unterhält weitaus besser als viele es befürchtet hatten. Aber ein Meilenstein der Spielgeschichte wird das nicht, dafür ist zu wenig Substanz und zu viel Effekthascherei drin. Trotzdem eins noch: Bitte hört mal auf rumzuheulen, weil das Spiel sehr kurz ist! Gute Spiele müssen nicht lang sein.

74

meint: Die prächtig inszenierten Abenteuer wirken abwechslungsreich, die Spielmechanik an sich bleibt etwas farblos.

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Tags: Singleplayer   Onkel Jo  

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