Alex Kidd: Der vergessene Held von Sega

(Special)

von Daniel Kirschey (03. April 2015)

Große Ohren und meistens was zu Futtern zwischen den Zähnen. So präsentiert ihn Sega: Alex Kidd - der vergessene Held und das ehemalige inoffizielle Maskottchen der japanischen Firma.

1986 war ein großartiges Jahr für die Spielewelt. Es sollte zwar noch ein Jahr dauern bis das Sega Master System auch auf den deutschen Markt kommen sollte, doch Japaner wie Amerikaner saßen schon gespannt vor den Röhrenfernsehern und bewunderten neben den sogenannten Scanlines einen kleinen großohrigen Jungen im rot-gelben Overall und mit viel zu großen Fäusten.

Die Rede ist selbstverständlich vom Arianer Alex Kidd. Noch bevor der blaue Igel Sonic die Wohnzimmer erobert, ließ Sega Alex Kidd auf die Menschheit los. Und dieser kleine Bengel, der eigentlich gar nicht so jung ist (wer weiß denn schon, wie viel Erdenjahre ein Jahr auf Alex Kidds Heimatplanet Aries sind), hat es faustdick hinter den Ohren. Ja, 1986 war ein großartiges Sega-Jahr, denn es erschien in Japan neben Fantasy Zone und Wonder Boy auch der Klassiker Alex Kidd in Miracle World.

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Alex Kidd: Der Held mit den großen Ohren

Und damit beginnt die Geschichte von Alex Kidds rasantem Aufstieg und seinem Fall in die Vergessenheit. Na ja, ganz vergessen ist das einstige inoffizielle Maskottchen von Sega nicht. Immer wieder hat er kleine Auftritte in Spielen des japanischen Ex-Konsolenherstellers. Aber lest einfach weiter, in diesem Blickpunkt sollt ihr alles über die Spiele von Alex Kidd erfahren. Viel Spaß!

Die Geburt eines Klassikers

Nach dem großen "Videogame Crash" 1983, der in Japan "Atari Shock" genannt wird, sah die Zukunft der Videospiele nicht besonders rosig aus. Doch Nintendo und später auch Sega rissen das Ruder herum und der Videospielmarkt verlagerte sich vom Westen nach Japan.

Das Nintendo Entertainment System und das Sega Master System eroberten den Markt weltweit. Und eines der ersten Spiele für das Master System, das in Japan Sega Mark 3 hieß, ist Alex Kidd in Miracle World gewesen. Erfunden hat den kleinen Jungen mit den Mega-Kotteletten Kotaro Hayashida. Einige kennen ihn vielleicht eher unter dem Pseudonym Ossale Kohta.

Auch wenn Alex Kidd eine Sega-Antwort auf Nintendos Klempner Mario ist, die Spiele könnten unterschiedlicher nicht sein. Während ihr euch in den "Mario Bros."-Spielen hauptsächlich damit beschäftigt, von links nach rechts zu laufen und Gegnern auf den Kopf zu springen, spielen in Alex Kidd in Miracle World Blöcke eine wichtige Rolle.

Ja, ihr lest richtig: Blöcke. Alex haut die mit seiner übergroßen Faust kaputt, um im Level weiterzukommen. Bezwingt er Gegner, warten Geldsäcke auf ihn. Die sind jedoch nicht für die Höchstpunktzahl wichtig, sondern fürs Einkaufen. Mit genügend Geld kauft sich Alex Kidd beispielsweise pedalgetriebene Hubschrauber oder Motorräder. So bewegt er sich auf dem Planeten Aries schneller voran.

Übrigens: Alex Kidd kann deswegen seine Faust vergrößern und sogar Steine zu Klump hauen, da er sieben Jahre lang auf Mount Eternal die alte Kunst "Shellcore" erlernt hat. Hört nicht auf die falsche deutsche Übersetzung im Handbuch der europäischen Version des Spiels. In der heißt es, das Alex Kidd bei Mr. Eternal studiert habe. Da hat der Übersetzer wohl geschlampt.

Für die damalige "8 Bit"-Zeit sind das außergewöhnliche Spielmechaniken. Außerdem ist Alex Kidd in Miracle World hinsichtlich der Level-Gestaltung für die damalige Zeit überraschend abwechslungsreich. Sega wiederholt nicht ständig die gleichen Hintergründe in anderen Farben. Die einzelnen Levels bieten jeweils eine andere Umgebung und lassen Alex nicht nur von links nach rechts laufen.

Lustiger Höhepunkt des Spiels sind die "Boss-Kämpfe". Die trägt Alex Kidd nicht physisch aus, sondern liefert sich mit den Vasallen von Janken dem Großen, dem Bösewicht des Spiels, "Schere-Stein-Papier"-Kämpfe. Nach 17 Levels steht ihr dann auch dem Oberbösewicht Janken selbst gegenüber, der übrigens seinen Namen von Janken Po hat, dem japanischen Namen des "Schere-Stein-Papier"-Spiels.

Weiter mit: Alex Kidd - The Lost Stars / Alex Kidd BMX Trial

Tags: Retro   Singleplayer   Arcade  

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