Test Bloodborne: Das Dark Souls auf das ihr gewartet habt

von Daniel Kirschey (24. März 2015)

Dunkle dreckige Gassen, verkrebste Gesichter und unförmige Wesen: Bloodborne schickt euch ins geschwülstige Yharnam. Hier beginnt eure Jagd - wenn ihr nicht selbst zum Gejagten werdet.

Die Stadt Yharnam liefert die perfekte Szenerie für die schwierigen Kämpfe in Bloodborne. Die Straßen sind vollgestopft mit kaputten Droschken, Koffern, Büchern und Särgen. Einige der Särge sind mit Ketten umwickelt, an denen dicke Schlösser hängen. Das lässt nichts Gutes erahnen.

Sowieso ist die Grafik ein Augenschmaus. Gerade dann, wenn ihr jedes Detail, das euch die Welt präsentiert, in euch aufsaugen wollt. Überall findet ihr Kleinigkeiten, die zur Atmosphäre des Spiels beitragen. Die ist - wie es sich für ein Horrorspiel geziemt - düster und bedrohlich. Der viktorianische Gestaltungsgedanke zieht sich durch das ganze Spiel. Da sind die gelegentlichen Bildrateneinbrüche auch besser zu verschmerzen.

Abgerundet wird die gesamte Präsentation von der eindrucksvollen Geräuschkulisse. Sterbende menschliche Gegner verfluchen euch, in dunklen Gassen schlägt euch hysterisches Gelächter entgegen: Die Stadt lebt! Die musikalische Untermalung sorgt für den letzten Schliff.

Der Einstieg in die Stadt ist typisch für ein Spiel der "Dark Souls"-Entwickler: Ihr werdet ungefragt in die Welt geworfen - und dann? Dann kommen die ersten existenzialistischen Fragen auf. Warum seid ihr in Yharnam? Warum will dieser alte Mann im Rollstuhl, dass ihr Bestien jagt und warum verabreicht er euch verseuchtes Blut? Ach ja, und woher kommen diese Bestien überhaupt?

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Bloodborne: Der Tod lauert überall

Doch so schnell bekommt ihr das natürlich nicht heraus. Die Geschichte und die Hintergründe entfalten sich langsam und spärlich wie eine Blume beim Einfall der ersten Sonnenstrahlen. Geduld ist gefragt. Aber genau dies stellt auch einen Reiz dar. Wie kleine Kiesel rieselt Bloodborne Geschichtshäppchen in eure neugierigen Hände - das Mosaik zusammensetzen, müsst ihr allerdings selbst.

So treibt euch neben den spannenden und schwierigen Kämpfen auch die Neugier voran. Und sobald sich die erste zunächst still herumliegende Puppe bewegt und mit euch spricht, wollt ihr endlich wissen: Was zum Teufel ist hier eigentlich los?

Realität ist völlig überschätzt

Statt Seelen bekommt ihr in Bloodborne Blutechos. Jedes besiegte Monstrum gibt welche her. Habt ihr genügend gesammelt, bezahlt ihr damit Händler oder wertet euren Charakter auf.

Zum Glück könnt ihr euch andere Spieler zu Hilfe holen.Zum Glück könnt ihr euch andere Spieler zu Hilfe holen.

"Aufleveln" könnt ihr nur im sogenannten Traum des Jägers. Das ist euer Rückzugsort, an dem ihr auch eine Werkbank zum Verbessern der Waffen und ein Lager findet. Über die in der Stadt verteilten Laternen, die als Rücksetzpunkte fungieren, schaut ihr sozusagen hinter den Spiegel und findet euch in der Nähe eines Holzhauses wieder.

Anfangs sucht ihr noch verzweifelt im Traum des Jägers eine Möglichkeit aufzuleveln. Die gibt es erst mal nicht. Dafür besitzt ihr einfach noch nicht genügend nichtmenschliches Wissen. Die "Einsicht" bekommt ihr, wenn ihr Boss-Gegner zu Gesicht bekommt oder diese besiegt.

Und siehe da: Die lebensgroße Puppe, die eben noch leblos in der Ecke gesessen hat, steht auf einmal vor euch und redet. Bei ihr wertet ihr euch auf. Die Einsicht ändert aber noch mehr. Sie lässt euren Charakter weiter von der Realität abdriften. Bekannte Gegner bekommen auf einmal andere Attacken und das Spiel wird an einigen Stellen noch unwirklicher.

Doch Achtung! Für alle die noch nie ein Souls-Spiel von From Software gespielt haben: Die Blutechos, eure Erfahrung, verschwindet, solltet ihr im Spiel sterben. Dann habt ihr ein Mal die Möglichkeit, sie wieder einzusammeln. Ein weiterer Tod beraubt euch endgültig eures Fortschritts. Die Spannung steigt also, umso mehr ihr euch von der zuletzt besuchten Laterne entfernt. Und in Bloodborne setzt From Software die Rücksetzpunkte geiziger ein, als beispielsweise noch in Dark Souls.

Umso ärgerlicher ist es dann, wenn nach einem Tod, die Ladezeit unendlich lang erscheint. Manchmal mehr als 40 Sekunden dauert es, bis ihr euch wieder nach dem Ableben an einer Laterne wiederfindet. Das ist zu viel! Hoffentlich ist sich From Software dieser Problematik bewusst und bietet bald durch eine Aktualisierung Besserung an.

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Tags: Horror   Multiplayer   Koop-Modus  

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