Test Code Name - S.T.E.A.M.: Frische Zutaten, nur mit dem Rezept stimmt etwas nicht

von Micky Auer (01. Mai 2015)

Wenn die Macher von Fire Emblem auf schillernde Figuren aus literarischen Werken und Steampunk-Atmosphäre setzen, klingt das erstmal gut. Doch als ganz so explosiv erweist sich der Stoff am Ende nicht.

Viele Spieler kriegen beim Klang des Namens Intelligent Systems feuchte Augen. Zeichnet der japanische Entwickler doch für Software-Perlen wie Paper Mario, Fire Emblem und Advance Wars verantwortlich. Allesamt hochwertige und technisch einwandfreie Spiele mit ordentlichem Umfang, ansprechender Präsentation und ausgefeiltem Spielprinzip.

Umso verwunderlicher ist es also, dass Nintendo die jüngste Kreation ihres Entwickler-Teams eher leise veröffentlicht. Die Rede ist von Code Name - Steam, einem Strategiespiel für Nintendo 3DS. Darin treffen sich so illustre Gestalten wie der ehemalige amerikanische Präsident Abraham Lincoln, der (nicht ganz so) feige Löwe aus Der Zauberer von Oz, Tom Sawyer aus dem gleichnamigen Roman und Tiger Lily aus den Geschichten rund um Peter Pan.

In der Vorschau Code Name S.T.E.A.M.: Das neue Werk der Macher von Fire Emblem werden das Thema Steampunk sowie die verschiedenen Einflüsse, aus denen das Spiel seinen Hintergrund bezieht, ausführlich erklärt. Auch bekommt ihr dort Einblicke in das Spielprinzip.

Die Kurzfassung: In rundenbasierten strategischen Kämpfen aus der Schulterperspektive verteidigt der Spieler mit seiner virtuellen Einsatztruppe S.T.E.A.M. die Erde in einem Steampunk-Universum gegen fiese Außerirdische. Was nach einem höchst explosiven Zutaten-Cocktail klingt, gleicht allerdings in der fertig zusammengefügten Form eher einem erstaunlich müden Aufguss. Dabei hat die Vorabversion noch einen wesentlich besseren Eindruck hinterlassen. Wie diese Diskrepanz zustandekommt, hat einen Grund.

Potenzial so weit das Auge reicht

Über den Dächern von London erhebt sich träge der Rauch aus lautlos fauchenden Schornsteinen. An Bord des Luftschiffes Lady Liberty beobachten die Tiger Lily, der Löw und Hauptdarsteller John Henry, wie ein gigantischer Roboter, gesteuert von Abraham Lincoln persönlich, durch die Straße stapft. Ganz nebenbei bemerkt, ist der Kampfkoloss auch noch den Zügen von Lincoln nachempfunden. Die Außerirdischen sollen schließlich wissen, mit wem sie sich hier anlegen.

Auf eurem strategischen Weg könnt ihr auch Boni einsammeln. Hier sind es zum Beispiel Münzen.Auf eurem strategischen Weg könnt ihr auch Boni einsammeln. Hier sind es zum Beispiel Münzen.

Die hauptsächlich aus Tentakeln bestehende außerirdische Monstrosität ist der letzte Widerstand, den die Außerirdischen gegen die Menschheit aufbringen. Die in politisch höchst korrekter Diversität zusammengestellte Truppe aus weißen, schwarzen, männlichen, weiblichen, menschlichen und tierischen Soldaten hat die Hauptmacht der Bedrohung von der Menschheit abgewendet. Jetzt ist Lincoln persönlich gefragt und zeigt dem Alien-Gezücht, wo der dampfbetriebene Hammer hängt.

Eigentlich ist das ein Szenario, das sich so bizarr und abenteuerromantisch anhört, das sich viele Spieler dadurch angesprochen fühlen müssten. Helden aus Folklore, Literatur und Geschichte gegen außerirdische Invasoren, die aus den Geschichten von H.P. Lovecraft entsprungen sein könnten - das birgt genug Potenzial für ein unvergessliches Abenteuer. Doch all dieses schier unerschöpfliche Potenzial wird von Code Name - Steam auf geradezu strafbare Weise verschwendet.

Eine Kombination aus Gestaltungsfehlern, technischen Limitationen und erzählerischen Fehlentscheidungen verwandeln ein Stück Software, das sich nahtlos in die brillante Produktpalette von Intelligent Systems hätte einreihen können, zu etwas, das keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Schlecht ist es nicht, aber auch wenig nennenswert.

Eine neu ersonnene Welt, die vor farbigen Charakteren und charmanten Referenzen eigentlich nur so strotzen müsste, verkommt zu einer eher trockenen Geschichte. Kämpfe, die sich stets aufregend und gefährlich anfühlen könnten, sind monoton, im schlimmsten Fall frustrierend.

Weiter mit:

Inhalt

Tags: Science-Fiction  

Kommentare anzeigen

10 günstige Amazon-Angebote im Dezember - Von Deus Ex bis Tales of Zestiria

10 günstige Amazon-Angebote im Dezember - Von Deus Ex bis Tales of Zestiria

Weihnachten naht! Sollte ihr nicht bereits euer ganzes Geld bei den "Black Friday"-Angeboten auf den Kopf gehauen haben, (...) mehr

Weitere Artikel

Ausprobiert: Mit dem Nacon PS4 Revolution Pro Controller erscheint ein Luxus-Pad für PS4

Ausprobiert: Mit dem Nacon PS4 Revolution Pro Controller erscheint ein Luxus-Pad für PS4

Nacon bringt in den nächsten Tagen für die PlayStation 4 den Revolution Pro Controller für 110 Euro auf (...) mehr

Weitere News

Gewinnspiel

Adventskalender Tür 10: Skylanders Imaginators
Jetzt mitmachen!

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Code Name - Steam (Übersicht)