Test Wolfenstein - Old Blood - Viel Klischee und Herausforderung

Das Spiel mit dem Klischee

Dennoch fehlt dem Spiel ein wenig der Pomp, der Bombast, der Wolfenstein - The New Order zu einer in Superbeton gegossenen Bedrohung hat wachsen lassen. Dieses Gefühl, nur ein Staubkorn im Universum zu sein, wenn man eine Halle betritt. Das beklemmende Flair einer Folter zieht diesmal weniger, dass Weggefährten sterben, juckt ebenfalls kaum. Bevor ihr Freund oder Feind richtig kennen lernt, hat er auch schon wie Elvis das Gebäude verlassen.

Das Ende einer Bootsfahrt mit zwei Widerstandskämpfern.Das Ende einer Bootsfahrt mit zwei Widerstandskämpfern.

Statt neuer Ideen präsentieren die Entwickler Klischee. Eins ums andere. Die Bildsprache von Old Blood ist auf Effekt getrimmt. Das funktioniert über weite Strecken gut, wirkt stellenweise aber zu aufgesetzt. Gerade in der zweiten Spielhälfte baut die Spannung ab. Statt noch ein Detail wie einen Mech-Roboter einzubauen, hätte Machine Games gerne die Karten an sich etwas vielschichtiger gestalten dürfen. Während einige Areale mit schönen Stellungsgefechten brillieren, bereiten andere Abschnitte nur Moorhuhn-Spaß in engen Bahnen.

Zombies - das musste ja passieren ...Zombies - das musste ja passieren ...

Dass ihr in der zweiten Spielhälfte auch noch - Achtung, kleiner Spoiler - auf Soldaten-Zombies à la Zombie Army Trilogy trefft, wirkt sicher für Einige etwas zu viel des Guten. Spoiler-Ende. Zumal es dann doch recht hopplahopp zum Ende kommt. Doch es wartet immerhin ein fulminanter Abschluss. Respekt dafür!

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Goldbarren und Bombenschuss

Der Wiederspielwert hält sich in Grenzen. Sammelbare Gegenstände in Form von 10 Briefen und 64 zum Teil gut versteckten Goldbarren locken noch für eine zweite Runde. Hinzu kommt eine Mini-Entscheidung, die zu einem leicht anderen Kartenabschnitt führt. Nichts Weltbewegendes. Spannender sind da vermutlich noch die sogenannten Challenge-Karten, bei denen ihr die einzelnen Abschnitte des Spiels auf Zeit und Punkte spielen dürft. Für all das winken zusätzliche Erfolge und Trophäen.

Ein harter Gegner kündigt sich an.Ein harter Gegner kündigt sich an.

Die neuen Waffen wie das Bombenschuss-Scharfschützengewehr, die Kampfpistole mit Raketen und die Schockhammer-Schrotflinte reihen sich gut ins Arsenal ein. Hier fühlt sich eine Waffe auch wie eine Waffe an. Virtuell natürlich. Experimente wagen die Entwickler keine.

Okay, Moment, da ist noch das Heizungsrohr, das B.J. am Anfang des Abenteuers mitgehen lässt. Das baut das Spiel zu einem kleinen Universalwerkzeug auf. Ihr dürft heimlich Gegner damit niederknüppeln, an Seilen enlangrutschen oder es zerlegen und an einigen wenigen Stellen damit Wände hochklettern. Dazu rammt B.J. die Rohrstücke kurzerhand wie Steigeisen in die Wand bis er oben ist.

Klingt unlogisch? Allerdings. Genauso wie überall verteilte Lüftungsschächte, Schießprügel und immer neue mystische Ereignisse. Wolfenstein und Logik passen generell wohl nicht in die gleiche Schublade. Lasst euch davon nicht stören. Wer auf schnörkellose Schusswechsel steht, sollte sich auch den Ausflug nach Paderborn nicht entgehen lassen.

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Tags: Onkel Jo   Retro  

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