Batman Begins (Playstation 2)
Artikel veröffentlicht am 08.07.2005
Filmumsetzungen sind meist ein zweischneidiges Schwert. Da wird so akribisch darauf geachtet, die Story des Films adäquat umzusetzen, dass für das eigentliche Spiel dann meist nur mehr ein Klon bekannter Genregrößen herausspringt. Aber ist das auch bei der neuesten Filmumsetzung "Batman Begins" der Fall? Unser Test klärt auf. Von Clemens Eisenberger
Alarm für Gotham 11
Wie in eigentlich jeder lizenzierten Filmumsetzung kann man auch in "Batman Begins" Szenen aus dem umgesetzten Film bewundern. Die meisten Zwischensequenzen des Spiels bestehen aus Filmschnipseln, die mit den Originalsprechern des Filmes eingesprochen wurden. Die Stimmen passen ziemlich gut zu ihren Charakteren und vermitteln das typische Batman-Flair perfekt. Wie fast jedes Spiel beginnt auch "Batman Begins" mit einem Tutorial-Level. Dieses wird bereits spannend präsentiert und man lernt alle wichtigen Kniffe für das weitere Spiel. Bereits in der ersten Mission kann man dann auch gleich alle Techniken von Batman ausprobieren. Schlägereien mit Feinden, Stealth-Kills, Wegräumen von Hindernissen und, besonders wichtig, der Einsatz des Bat-Hakens. Mit diesem könnt ihr euch an sonst unerreichbare Stellen begeben. Ebenfalls bei jedem Einsatz wichtig sind eure Wurfsterne. Mit denen könnt ihr defekte Rohre zerstören um Flutkatastrophen auszulösen oder Käfige von ihren Stricken befreien. Als sei das noch nicht genug, hat Batman auch sein wichtigstes Spielzeug dabei: Das Batmobil. In leider nur 2 Abschnitten könnt ihr euch hinter das Steuer eures schicken Flitzers klemmen und die Straßen von Gotham City unsicher bzw. sicher machen.
Und was muss ich jetzt machen?
Ganz über den Schatten des typischen Klons kann auch "BB" nicht springen. Es zeigt sich zwar nicht als 1:1 Umsetzung mit anderen Charakteren, allerdings ist der Spielverlauf dem von Splinter Cell sehr ähnlich. Auch in "BB" ist es sehr wichtig, dass ihr euch leise verhaltet und im Schatten bleibt. Im offenen Kampf gegen bewaffnete Schurken habt ihr so gut wie keine Chance. Im Gegensatz zu Sam Fisher habt ihr bereits einen Ruf innerhalb der Gangsterbanden. Es reicht also meist, ein altes und wackliges Gerüst zum Einsturz zu bringen, und schon lassen die Bösewichte ihre Waffen fallen und lassen sich beinahe freiwillig windelweich prügeln. Unten links auf eurem Bildschirm habt ihr, ähnlich wie Kollege Solid Snake, eine Art Radar, der euch Gegner (er kann sogar zwischen Bewaffneten und Unbewaffneten unterscheiden) und andere wichtige Ziele anzeigt. In den kurzen Fahrpassagen fühlt ihr euch wie in einer Mischung aus Need for Speed Underground (ohne Tuningfunktionen) und Burnout.
Oh mein Gott, es ist Batman!
Grafisch präsentiert sich Batman von seiner Zuckerseite. Perfekte Beleuchtung, schöne, abwechslungsreiche Kulissen und detaillierte Charaktere machen den grafischen Eindruck aus. Zwischen den Levels kann man kurze Clips aus dem Film bewundern - auch diese präsentieren sich in perfekter Bildqualität. Die Soundspezialisten von EA haben auch bei diesem Spiel ihr gesamtes Können ausgeschöpft. Via Dolby Pro Logic 2 klingt der Ton brillant und nochmals viel besser als mittels TV-Lautsprecher. Mit einer 5.1-Anlage kommt beim Spielen echtes Kinofeeling auf. Die Animationen der Spielfiguren sind ebenfalls sehr gut gelungen. Vor allem in den Zwischensequenzen merkt man, dass diese Aufnahmen per Motion Capturing entstanden sind. Ein paar Bewegungen während der Kämpfe sehen aber recht steif aus. Das positive Gesamtbild trübt das aber nicht wirklich, denn die Steuerung ist intuitiv und gut belegt - kann aber leider nicht mehr verändert werden.
Fazit
von Clemens Eisenberger
Für Fans der Kinovorlage ist "Batman Begins" ein perfekter Zeitvertreib - wenn man nicht allzu viel Zeit vertreiben will. Nach knapp 8 Stunden ist das Spiel wieder vorbei und viel Anreiz, von vorne zu beginnen gibt es auch nicht. Bereits nach einmaligem Absolvieren hat man sämtliche Boni freigeschaltet und "BB" wandert ziemlich schnell zu den Akten. Spielern, die den Kinofilm noch nicht gesehen haben, macht das Spiel zwar auch Spaß, leider ist die Erzählung der Story im Spiel jedoch etwas dürftig und erst nachdem man den Film gesehen hat, versteht man in vollen Zügen, was man eigentlich gespielt hat. Ansonsten ist Batman Begins vor allem technisch gute Unterhaltung - auch für Nicht-Batman-Fans.
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