20 Jahre Virtual Boy: Darüber spricht Nintendo nicht gerne - Überhastete Imagekampagne

(Special)

Überhastete Imagekampagne

Nintendos Virtual Boy ist ein Produkt aus halbgaren Motiven und übereilten Entscheidungen. Am Anfang steht keine sorgfältige Marktanalyse oder eine bedachtsame Reaktion auf den Zeitgeist, sondern eine Imagepolitur. Nintendo will der Welt mal wieder klarmachen, dass die raffiniertesten Einfälle aus dem weiß gekachelten Betonquader in Kyoto kommen. Und außerdem hat Yokois Abteilung gerade nicht viel zu tun.

Während Nintendos internes Entwicklerstudio R&D3 1994 voll ausgelastet ist mit seinem Project Reality (aus dem zwei Jahre später das Nintendo 64 werden soll), hat Yokois Truppe in R&D1 schon lange keine verantwortungsvolle Aufgabe mehr erhalten.

Obwohl die heiße Phase der Entwicklung von Hektik geprägt ist, reicht die Zeit der ersten Prototypen mehrere Jahre zurück.Obwohl die heiße Phase der Entwicklung von Hektik geprägt ist, reicht die Zeit der ersten Prototypen mehrere Jahre zurück.

Der Game Boy ist inzwischen fünf Jahre alt (noch ahnt niemand, dass die Pokémon die angepeilte Lebenszeit der Taschenkonsole enorm verlängern werden) und das Super Nintendo tut sich zunehmend schwer gegen die modernere Konkurrenz - zumal gegen Sonys erste PlayStation, die Nintendo Mitte der 90er nonchalant des Feldes verweist.

Ein unglückseliger Lückenbüßer

Überall ist die fünfte Konsolengeneration mit ihren 32-Bit-Wundern bereits angebrochen, nur bei Nintendo nicht. Und bis das N64 auf den Markt kann, ist es noch mindestens acht Quartalsberichte hin. Die beiden Jahre wären eine höchst unangenehme Durststrecke. Irgendetwas müssen die Entwickler aus dem Hut zaubern - ganz egal, was, Hauptsache es läuft mit 32 Bit, wie die PlayStation. Hast und Nervosität sind leider auch in der Videospielbranche ziemlich schlechte Ratgeber.

Der Spieler blickt auf eine eindimensionale Reihe aus LEDs. Durch 50-mal pro Sekunde rotierende Spiegel scheinen sie jedoch eine zweidimensionale Fläche zu bilden.Der Spieler blickt auf eine eindimensionale Reihe aus LEDs. Durch 50-mal pro Sekunde rotierende Spiegel scheinen sie jedoch eine zweidimensionale Fläche zu bilden.

Dabei steckt im Grunde genommen doch viel mehr Zeit in dem Projekt namens Virtual Boy, als es die übereilte Endphase des Projektes vermuten lässt. Schon 1992 macht die amerikanische Firma Reflection Technologies Nintendo ein Angebot, ihre neue Erfindung zu vermarkten. Shigeru Miyamoto liegt seinem väterlichen Mentor Gunpei Yokoi schon lange in den Ohren, mit der Abteilung R&D1 mal etwas mit virtueller Realität in Angriff zu nehmen – und da kommt ihm Reflections‘ neue Bildschirmtechnik gerade recht.

Weiter mit: Ein Tauchgang mit Yokois Sorgenkind

Tags: Retro   Onkel Jo  

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