20 Jahre Virtual Boy: Darüber spricht Nintendo nicht gerne - Die Mimosenbrille

(Special)

Tragbar und untragbar

Für einen einfarbigen Bildschirm entscheidet sich Yokoi ebenfalls, um den Preis zu drücken. Rote LEDs sind die günstigsten. Außerdem fangen die Bilder an zu flackern, als das Team einen bunten Bildschirm erprobt. Aber allen Sparmaßnahmen zum Trotz wird der Virtual Boy zur Markteinführung 180 Dollar kosten (heute 166 Euro). Damit ist er nur wenig erschwinglicher als eine Heimkonsole - und viel weniger leistungsstark.

Durch die rotierenden Spiegel treffen pro Sekunde 22.400 LED-Lichtimpulse auf die Augen der Spieler. Doch auf Kopfbewegungen reagiert die Spielwelt nicht.Durch die rotierenden Spiegel treffen pro Sekunde 22.400 LED-Lichtimpulse auf die Augen der Spieler. Doch auf Kopfbewegungen reagiert die Spielwelt nicht.

Die Konsole gilt offiziell als ein tragbares Gerät, doch in der Wirklichkeit sieht das anders aus. Der Virtual Boy ist vielmehr transportabel als portabel: Die Spieler können ihn von einem zum anderen erschütterungsunbedenklichen Wohnzimmer mitnehmen, zwischendurch aber schön verstaut lassen, denn der Virtual Boy ist empfindlich wie eine mit Nitroglycerin gedüngte Mimose: Ohne sein sperriges Stativ kann man ihn nicht gebrauchen, da der Spieler die 3D-Brille nicht am Kopf befestigen kann, und ist die Unterlage nicht völlig ruhig und waagerecht, kann man es eh vergessen.

Ein neuer Game Boy, oder doch nicht?

Ein steifer Nacken und Rückenschmerzen sind noch die harmlosesten Nebenwirkungen einer Partie Virtual Boy. Doch es ist völlig undenkbar, die Konsole etwa im Bus auszupacken – und nicht nur weil sie so eigen ist: Wer es wagen würde, sich in der Öffentlichkeit den feuerroten Plastikkanister vors Gesicht zu pressen, der kann noch froh sein, wenn er nur mitleidig-beklommene Blicke erntet und man ihm ein aufmunterndes „Na, na, wird schon wieder!“ zuraunt. Denn wer in Yokois 3D-Brille guckt, sieht aus wie die Kinderfaschingsversion eines intergalaktischen Raumfahrers aus einem Science-Fiction-Film der dreißiger Jahre.

Auf der Suche nach bequemeren Spielpositionen.Auf der Suche nach bequemeren Spielpositionen.

Den Game Boy kann der Virtual Boy also nicht ersetzen. Und das soll er auch offiziell gar nicht. Doch so verstehen es die meisten Spieler – und zucken bestürzt zurück, wenn sie das Preisschild lesen. Nintendo kündigt an, zumindest eine Halterung nachzureichen, um das Gerät an der Brust zu befestigen, aber dazu kommt es nie.

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Tags: Retro   Onkel Jo  

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