20 Jahre Virtual Boy: Darüber spricht Nintendo nicht gerne - Nintendos peinlichster Tag

(Special)

Nintendos peinlichster Tag

Der Virtual Boy bleibt für so viele zugesicherte Nachbesserungen einfach nicht lange genug auf dem Markt – und seine Lebensspanne ist so kurz, weil er in offensichtlich unfertigem Zustand auf den Markt kommt. Ein Teufelskreis, der sich schon anzubahnen scheint, als Nintendo den Lückenbüßer zwischen SNES und N64 einen Tag nach der Enthüllung durch die New York Times auf der japanischen Shoshinkai-Messe präsentiert. Die Veranstaltung gerät zum Desaster.

Auch bei der ersten E3-Messe von 1995 führt Nintendo den Virtual Boy vor.Auch bei der ersten E3-Messe von 1995 führt Nintendo den Virtual Boy vor.

Niemand kann etwas anfangen mit Nintendos scheinbar so zukunftsweisendem Schritt in angeblich virtuelle Realität. Viele Pressevertreter schütteln nur den Kopf über das, was manche von ihnen noch immer für den offiziellen Nachfolger des Game Boys halten, der fünfeinhalb Jahre zuvor zum salonfähigen Etikett für die ganze Branche wurde. Verheerende Kritik ist die Folge. Etwa die damals bekannte Zeitschrift Electronic Gaming Monthly ist sich schon acht Monate vor Veröffentlichung des Virtual Boys sicher, dass sich das Gerät schlecht verkaufen werde.

Jetzt erst recht - mit Höhlenmenschen!

Firmenpräsident Hiroshi Yamauchi gibt sich unbeeindruckt: Er habe nach wie vor keinen Zweifel daran, dass er allein in Japan bis zum Ende des Geschäftsjahres 14 Millionen Spiele für den Virtual Boy absetzen werde. Statt mit den Zähnen zu knirschen, geht Nintendo nach der missglückten Enthüllung der neuen Konsole in die Offensive und startet eine gewaltige Werbekampagne. Noch in ihrer Anfangsphase verschlingt sie über 25 Millionen Dollar.

Vielleicht fühlt der zukünftige Spieler sich einen Moment lang noch so wie einer dieser dämlichen Höhlenmenschen.Vielleicht fühlt der zukünftige Spieler sich einen Moment lang noch so wie einer dieser dämlichen Höhlenmenschen.

Die Werbeanzeigen sind durchdrungen von blasierten Worthülsen, die nach Revolution der Technik klingen sollen, und in Amerika von peinlichen Höhlenmenschen. Sie sollen andeuten, dass die Spieler ihr bisheriges Leben mit primitiven Sperenzchen vergeudet haben – verglichen mit dem Quantensprung namens Virtual Boy. Unterdessen nähert sich der Virtual Boy in Kyoto seiner Fertigstellung. Der Controller ist aus ergonomischer Sicht tatsächlich eine Neuheit.

Weiter mit: 32 Bit und Game-Boy-Grafik

Tags: Retro   Onkel Jo  

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